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Ein 20-Jähriger ist unter Drogeneinfluss Auto gefahren und verhielt sich sehr auffällig im Straßenverkehr. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.

Kaum zu glauben

20-Jähriger raucht Joint - und verhält sich extrem auffällig im Straßenverkehr

Sich nach Cannabis-Konsum hinter das Lenkrad eines Autos zu setzen, kann unangenehme Folgen haben. Auch wenn es nicht zu einem Verkehrsunfall gekommen ist. Das erfuhr jetzt ein Homburger (20) vor der hiesigen Jugendrichterin.

Bad Homburg - Er war unter Drogeneinfluss Auto gefahren und dabei erwischt worden. Dafür musste sich ein 20-Jähriger jetzt vor der Jugendrichterin verantworten. Die Autofahrt nach Betäubungsmittelkonsum hatte zur Folge, dass der im zweiten Lehrjahr befindliche junge Mann 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen muss. Und er muss für zwölf Monate den Führerschein abgeben, an vier Gesprächen über Drogenmissbrauch teilnehmen und sich mehreren Urinproben unterziehen.

Mit Letzterem soll festgestellt werden, ob der Homburger weiterhin Betäubungsmittel konsumiert - daran hängt die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis.

Frankfurt: 20-Jähriger hält an grüner Ampel

Aufgefallen war der damals 19-Jährige, als er am 16. November des Vorjahres, gegen 22.20 Uhr, in Frankfurt mit seinem Auto länger an einer Ampel anhielt, obwohl diese inzwischen schon längst grün war. Pech für den jungen Mann war, dass eine Polizeistreife hinter ihm stand. Der Oberkommissar und dessen Kollegin hatten, so ihre Aussage vor der Bad Homburger Jugendrichterin, zunächst ihre Licht- und dann die Signalhupe betätigt, um den Vordermann endlich zur Weiterfahrt zu bewegen. Nichts passierte.

Dann forderte die Polizeikommissarin den jungen Mann über Lautsprecher auf, weiterzufahren. Das tat der 19-Jährige auch. Vielleicht wäre hiermit der Fall für die Polizei erledigt gewesen. Doch an der nächsten Kreuzung bog der Homburger nach links in eine Straße ein, obwohl ihm ein anderer Wagen entgegenkam. Dessen Fahrer habe heftig abbremsen müssen, sonst wäre es zum Zusammenstoß gekommen, sagten die Polizisten in der Verhandlung.

Aufgrund des auffälligen Verhaltens führten sie dann eine Kontrolle durch, Alkohol- oder Betäubungsmittelkonsum-Überprüfung mit eingeschlossen. Der Verdacht bestätigte sich. Der junge Mann hatte zuvor eine relativ hohe Menge Cannabis konsumiert.

Anzeichen bestätigten den Cannabis-Konsum

Die äußeren Anzeichen waren zittrige Fingerspitzen und weit geöffnete Pupillen. Es folgten eine Urinprobe und eine Blutentnahme. Das Untersuchungsergebnis bestätigte den vorherigen Cannabis-Konsum. Der Polizei gegenüber gab der junge Mann zu, Cannabis konsumiert zu haben. Das liege aber schon zwei bis drei Wochen zurück, sagte er damals. In der jetzigen Verhandlung hielt er diese Aussage nicht mehr aufrecht. Am Abend zuvor habe er letztmals Cannabis konsumiert, sagte er bei Gericht.

Prozess: Zeugenaussagen sollen entlasten

Auch diese Aussage ist laut dem medizinischen Sachverständigen, der in der Verhandlung anwesend war, nicht zutreffend. Demnach hat der junge Mann höchstens drei Stunden zuvor oder in noch kürzerem Abstand das Betäubungsmittel eingenommen. Der im Blut nachgewiesene THC-Wert sei verhältnismäßig hoch gewesen, eine Fahrtauglichkeit nicht mehr gegeben, fügte er hinzu.

Der Angeklagte und dessen Verteidiger versuchten, die drohende Verurteilung abzuwenden. Wie der jetzt 20-Jährige vortrug, habe er damals mit zwei Freunden die Rückfahrt von Frankfurt nach Bad Homburg angetreten. An einer roten Ampel hätten sie versucht, sich zu orientieren, um den richtigen Weg nach Bad Homburg einzuschlagen. Von einem hinter ihm stehenden Polizeiwagen hätten sie nichts bemerkt. Auch habe er anschließend beim Linksabbiegen keinen entgegenkommenden Wagen gefährdet. 

Dieser Fahrer habe ihm nämlich ein Handzeichen gegeben, damit er links abbiegen konnte. Die beiden damaligen Mitfahrer bestätigten diese Aussage. Auch der hinten rechts sitzende Mitfahrer hatte laut seiner Aussage genau gesehen, dass der andere Autofahrer seinen Freund mit Handzeichen zur Weiterfahrt aufgefordert habe.

Das Gericht schätzte die Zeugendarstellungen als nicht zutreffende Freundschaftsaussagen ein. Ob die Staatsanwältin - wie angedroht - deshalb ein Verfahren wegen Falschaussage vor Gericht einleitet, bleibt abzuwarten.

von Heinz Habermehl

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