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Das Verwaltungsgebäude der Süwag an der Urseler Straße ist verkehrlich bestens angebunden.

Stadt prüft Optionen

Standortfrage: Das ist die neue Idee für die Bad Homburger Stadtwerke

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Wo sollen die Stadtwerke künftig untergebracht werden? Drei Optionen prüft die Stadt derzeit. Eine weitere Idee ist hinzugekommen, die auch ihre Vorteile hat. Einen Favoriten gibt es noch nicht.

Bad Homburg - Seit 2011 sind die Stadtwerke im Gewerbegebiet Steinmühle untergebracht. Langfristig sollen die rund 90 Mitarbeiter der Stadt-Tochter wieder aus ihrem Ober-Erlenbacher Exil geholt werden – nicht zuletzt, um für Bürger besser erreichbar zu sein. Bis Ende vorigen Jahres war das ehemalige Post-Areal am Bahnhof im Gespräch: Dort sollten die Stadtwerke mit in den Kinokomplex ziehen, dessen Planungen aber nun wieder bei Null beginnen. Und eins ist klar: Die Stadtwerke sind in dem Gebäude nach Willen der Politik nicht mehr vorgesehen.

Somit ist die Verwaltung derzeit auf der Suche nach Alternativen. Wie Bürgermeister Meinhard Matern (CDU) vergangene Woche in der jüngsten Stadtverordnetensitzung auf BLB-Anfrage sagte, werden gerade drei potenzielle Standorte geprüft. Entweder sollen die Stadtwerke in der Steinmühlstraße bleiben – dann müsste allerdings ihr derzeitiges Gebäude saniert werden. Oder sie ziehen auf das frühere Lilly-Gelände nahe der PPR-Kreuzung in Dornholzhausen – dort müsste zunächst ein Neubau errichtet werden. Dritte Möglichkeit ist ein Umzug der Stadtwerke ins Süwag/Syna-Verwaltungsgebäude an der Urseler Straße.

Günstigste Variante gesucht

Ein Bild von der Lage hat sich die Verwaltung laut Rathaus-Sprecher Marc Kolbe bereits gemacht. „Nun liegen alle drei Optionen auf dem Tisch, und es wird ermittelt, welche finanziellen Auswirkungen jede einzelne hätte.“ Sprich: Die günstigste Variante wird gesucht. Dass der Neubau in Dornholzhausen von vornherein teurer werde, sei nicht gesagt. Kolbe: „Dort gäbe es dann ja einen materiellen Gegenwert.“ Wann man zu einem Ergebnis komme, sei noch nicht abzusehen.

Die Option Urseler Straße kam kürzlich hinzu, weil fast die gesamte Süwag-Belegschaft, die in Bad Homburg ausgelagert ist, Ende des Jahres in die Konzernzentrale des Energieversorgers nach Frankfurt-Höchst zurückziehen wird. Dort wird derzeit ein Gebäude „revitalisiert“, so Süwag-Sprecher Marcus Heckler.

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Die 40 Mitarbeiter der Netztochter Syna bleiben laut Syna-Standortleiter Dr. Joachim-Dietrich Reinking an der Urseler Straße – doch in dem Verwaltungsgebäude wird es dann ein paar leere Schreibtische geben. Syna und Stadtwerke könnten sich Gebäude und Gelände teilen. Hinter dem weißen Verwaltungsbau und dem älteren grauen Betriebsgebäude, neben dem großen Umspannwerk, ist Platz. Die Stadtwerke würden 16 Fahrzeuge mitbringen – vom Kleinwagen bis zum Sprinter. Wie Reinking erklärt, sind einige der großen Garagen fremdvermietet; neben dem Grundstück gibt es eine Grünfläche, da könnte Raum für eine Erweiterung sein. Die Idee, die Stadtwerke hierher zu verlagern, sei aber nicht neu, so Reinking; die habe er schon mit dem früheren Stadtwerke-Leiter Bernd Eller besprochen.

Der Vorteil des früheren Lahmeyer-Standortes als künftiger Stadtwerke-Sitz liegt auf der Hand. „Wir liegen zentral und sind verkehrlich gut erreichbar“, so Reinking. Ein paar hundert Meter entfernt liegen die Auffahrt zur A 661 und der Zeppelinstraße.

Schroedter bedauert

Welche der drei Optionen die beste ist, könnte sicherlich keiner besser beantworten als Stadtwerke-Chef Ralf Schroedter. Doch er wolle nichts vorwegnehmen, bevor nicht die Stadt eine Entscheidung getroffen habe. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass er gern mit seinen Mitarbeitern an den Bahnhof gezogen wäre. „Das wäre ein schöner Standort gewesen“, sagt er. „Vor allem für die Kunden, die gut mit dem ÖPNV hingekommen wären.“

Ebenso die Mitarbeiter, deren Zahl wachsen soll. „Wir wollen ja neue Geschäftsfelder bei der Stromversorgung auftun.“ Die Stadtwerke befänden sich auf dem Weg vom Energielieferanten zum Energiedienstleister. Gern hätte Schroedter die Verwaltung in Sichtweite der neuen Energiezentrale gesehen, die im März 2016 am Bahnhof ihren Betrieb aufgenommen hat. Sie gilt als Leuchtturmprojekt für die Stadt.

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