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Vanja Kristin Munk absolviert seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Bad Homburger Schlosskonzerten.

Ehrenamt

"Keine niederen Arbeiten" Vanja Kristin Munk erzählt vom Freiwilligen Sozialen Jahr

Abitur -  und jetzt? Diese Frage stellte sich vergangenes Jahr auch Vanja Kristin Munk. Die 19-Jährige entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Bereich Kultur. Nach sechs Monaten zieht Munk nun ein Resümee.

Bad Homburg - Viele Abiturienten stehen nach dem Schulabschluss vor der wichtigen Frage: „Wie geht es weiter?“ Während die meisten Absolventen direkt in Studium oder Ausbildung einsteigen, entscheiden sich einige für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Dabei engagieren sich die jungen Menschen ehrenamtlich in einer sozialen oder kulturellen Einrichtung und können so herausfinden, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten.

Auch Vanja Kristin Munk entschied sich für ein FSJ im Bereich Kultur. Nachdem sie im vergangenen Jahr das Abitur in Darmstadt absolviert hatte, bewarb sie sich über die Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) bei den Bad Homburger Schlosskonzerten – und bekam eine Zusage. Im September begann das FSJ, und sie zog dafür von Darmstadt nach Homburg.

Keine „niederen“ Arbeiten beim FSJ

„Das FSJ hat sich bei uns bereits fest etabliert und ist nicht mehr wegzudenken“, stellt Karl-Werner Joerg, künstlerischer Leiter der Schlosskonzerte, fest. Deshalb sei er für die Unterstützung der Sparkassen-Stiftung Kultur und der Taunus-Sparkasse „wahnsinnig dankbar“.

 Im Jahr 2000 gründete Joerg die Reihe im Homburger Schloss neu, nachdem sie fünf Jahre geruht hatte. Ihm ist die Einbindung der jungen Freiwilligendienstler in die Arbeit bei den Schlosskonzerten sehr wichtig. Und nicht nur das: „Sie machen bei uns keine ,niederen‘ Arbeiten wie Kaffee kochen. Das macht der Chef selbst“, betont er.

Stattdessen ist Vanja Munk fest in die Planung und Durchführung der Konzerte integriert. Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist dabei die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. „Ich kann meine Arbeit frei gestalten und auch meine eigenen Ideen einbringen, was mir sehr gut gefällt. Ich habe meine eigenen Bereiche, für die ich auch verantwortlich bin“, beschreibt die 19-Jährige ihre Tätigkeit. So gestaltete sie unter anderem das aktuelle Programmheft mit.

Etwas Neues ausprobieren in der Kultur

Bereits vor ihrem FSJ war Vanja Munk an Kultur interessiert. Dieses Interesse kann sie bei ihrem ehrenamtlichen Engagement nun auch in der Praxis erweitern. Ein FSJ in einer sozialen Einrichtung kam für sie dagegen nicht in Frage, obwohl sie bereits in ihrer Gemeinde aktiv in der Kinder- und Jugendarbeit tätig war. Denn: Bei dem Orientierungsjahr wollte Munk etwas Neues ausprobieren. 

„Es war mir wichtig, etwas aus dem FSJ mitzunehmen“, erklärt sie. So habe sie zum Beispiel schon jetzt viel über klassische Musik gelernt – mit der sie bis vor dem Freiwilligen Sozialen Jahr überhaupt nichts zu tun hatte. „Man bekommt viel aus der Klassik-Szene mit“, berichtet sie.

„Es ist immer wieder ein Erlebnis, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten“, sagt Matthias Haupt, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung. Gemeinsam mit der Taunus-Sparkasse unterstützt die Stiftung das FSJ bei den Bad Homburger Schlosskonzerten. Susanne Hilf, Geschäftsführerin der LKB (Landesvereinigung Kulturelle Bindung Hessen), freut sich ebenfalls über das Engagement der Homburger Schlosskonzerte bei der Einbindung der FSJler. Das sei „ein Paradebeispiel für die Gestaltung einer ehrenamtlichen Tätigkeit und eine „wunderbare Symbiose aller Energien und Kräfte“.

Und was kommt nach dem FSJ?

Vanja Munk hat noch ein halbes Jahr bei den Schlosskonzerten vor sich. Danach stellt sich für sie erneut die Frage nach dem nächsten Schritt. Darauf hat sie schon jetzt eine Antwort: „Ich möchte Kulturwissenschaften studieren. Jetzt habe ich ja auch schon praktische Erfahrung gesammelt.“

Über die Vorteile eines Freiwilliges Sozialen Jahres können Sie sich hier noch mehr informieren.

von MARAH NAUMANN

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