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Homburg: Kleine Brücke, großer Aufwand

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Von: Harald Konopatzki

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Die Brücke, die den Verkehr auf der Castillostraße über den Kirdorfer Bach führt, muss erneuert werden. Das bedeutet eine Vollsperrung für mehrere Monate.i
Die Brücke, die den Verkehr auf der Castillostraße über den Kirdorfer Bach führt, muss erneuert werden. Das bedeutet eine Vollsperrung für mehrere Monate.i © hko

Die Castillostraße wird aufgrund der kleinen Brücke über den Kirdorfer Bach für mehrere Monate zur Groß-Baustelle. Verkehrsteilnehmer müssen sich auf eine Vollsperrung einstellen.

Bad Homburg - Wenn die Tennis-Größen im Juni im Kurpark die Bad Homburg Open ausspielen, soll am Rande des Jubiläumsparks eine Großbaustelle vorbereitet werden. Sobald das sportliche Finale ausgespielt und der Tennis-Tross abgezogen ist, geht es dann los, als Starttermin avisiert ist der 4. Juli: Die Brücke in der Castillostraße muss erneuert werden, derzeit sucht die Stadt bei einer Ausschreibung ein Unternehmen, das sich der Sache annimmt.

Markant ist das Bauwerk über den Kirdorfer Bach wahrlich nicht. Die "Spannweite", also der Platz für den unter der Brücke fließenden Bach, beträgt, so geht es aus den Unterlagen hervor, gerade einmal 4,11 Meter - deutlich weniger als die Breite der beiden Gehwege (zusammen inklusive Geländer 6,51 Meter) und Fahrbahn (6,18 Meter) für sich genommen.

Doch trotz der geringen Dimensionen gilt es einiges zu bedenken. Denn der Übergang ist nicht nur für die Verkehrsinfrastruktur wichtig - bis zur Verlängerung der Dietigheimer Straße war die Castillostraße immerhin eine Bundesstraße. Im Bereich der Brücke werden derzeit auch eine Gasleitung und eine Wasserleitung über den Bach geführt.

Dass das Bauwerk Mängel aufweist, ist spätestens seit einer Untersuchung 2015 klar. Diese hatte damals unter anderem ergeben, dass die Stahlträger größtenteils stark verrostet sind. An den Widerlagern platze schon Beton ab und auch die Geländer der Brücke entsprächen nicht mehr den Vorschriften. Kurz: Es hilft nur ein Neubau. Der sollte bereits 2020 angegangen werden. Dann kam Corona. Jetzt steht von städtischer Seite der neue Zeitplan.

Beschaffenheit der Fundamente ist unbekannt

Während die Mängel am Bestand bekannt sind, gibt es eine große Unbekannte: Da es kaum Unterlagen zur aktuellen Brücke gibt, weiß man nicht, wie die Fundamente beschaffen sind. Das wird sich erst beim Abriss herausstellen. Die Versorgungsleitungen werden zurückgebaut: Während die Wasserleitung nicht ersetzt wird, soll die Gasleitung neu verlegt werden, allerdings nicht mehr über, sondern unter dem Bach, und zwar im Spülbohrverfahren. Mit diesen Arbeiten soll bereits vor dem Tennisturnier begonnen werden, während der Bad Homburg Open ruhen die Arbeiten.

Dazu sind in den Kreuzungsbereichen von Castillo- und Landgrafenstraße beziehungsweise Hölderlinweg zwei je zwei mal fünf Meter große Baugruben geplant. Von der einen wird das Rohr zur anderen über rund 74 Meter so verlegt, dass der Boden nicht aufgerissen werden muss - rund sechs Meter tief unter dem Bach. Um die Leitung an das bestehende Netz anschließen zu können, werden weitere 40 Meter Rohr in offener Bauweise verlegt.

Der eigentliche Straßen- und Brückenbau ist aktuell für die Zeit von Anfang August bis Anfang Februar vorgesehen. Besonders herausfordernd dürften nach derzeitigem Planungsstand die Monate August und September werden. In dieser Zeit soll auch der Kreuzungsbereich Landgrafenstraße/Castillostraße erneuert werden. Dort werden, nachdem der Zebrastreifen auf der Landgrafenstraße bereits saniert wurde, auch zwei weitere behindertengerechte Querungsmöglichkeiten geschaffen. Im Zuge der Baumaßnahme ist zudem der barrierefreie Neubau der Bushaltestelle geplant, außerdem gibt es neue Leitungen und Masten für die Straßenbeleuchtung.

Klar ist schon jetzt: Während der Bauarbeiten muss der Abschnitt der Castillostraße voll gesperrt werden. Fußgänger und Radfahrer können durch den Jubiläumspark ausweichen, der Kfz-Verkehr und insbesondere der Stadtbus müssen umgeleitet werden.

Über den genauen Ablauf will die Stadt rechtzeitig vor Beginn der Baumaßnahmen ausführlich informieren.

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