Michaela Steyer und ihre Tochter Cosima haben gleich mehrere der Masken der tschechischen Näherinnen, die normalerweise hochwertige Turnkleidung fabrizieren, für sich selbst gekauft. Foto: Privat
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Michaela Steyer und ihre Tochter Cosima haben gleich mehrere der Masken der tschechischen Näherinnen, die normalerweise hochwertige Turnkleidung fabrizieren, für sich selbst gekauft. Foto: Privat

Ehemalige Miss Fitness Germany lebt in Bad Homburg und hilft tschechischen Schneiderinnen

Bad Homburg: Masken für den guten Zweck

  • Sabine Münstermann
    vonSabine Münstermann
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Michaela Steyer ist ehemalige Miss Fitness Germany und hat eine Sportschule in Bad Homburg. Die ist Corona-bedingt derzeit geschlossen. Weswegen auch die Schneiderinnen in Tschechien, die die Kostüme für Steyer und ihre Sportlerinnen für Auftritte nähen, derzeit kaum Aufträge haben. Die Tschechinnen nähen daher derzeit Masken. Und Steyer hilft ihnen, sie zu vertreiben.

Donuts, Einhörner, Sterne, Punkte, in Neongelb oder Neonpink, in Schwarz mit Totenkopf, in Blau mit Blümchen - wer dieser Tage nach einer etwas ausgefalleneren Mund-und-Nasen-Maske aus Stoff sucht, der könnte bei Michaela Steyer fündig werden. Steyer ist in der Kurstadt eigentlich dafür bekannt, dass sie unter ihrem Mädchennamen die Sportschule Michaela Farnung betreibt.

Ohnehin ist sie in Bad Homburg in Sportkreisen ziemlich bekannt. Kein Wunder: Bereits im Alter von sechs Jahren war die gebürtige Tschechin Kunstturnerin. Mit acht Jahren wechselte sie zur Rhythmischen Sportgymnastik, wurde dann mehrfach Landesmeisterin. 1998, 1999 und 2000 wurde sie "Miss Fitness Germany", 1999 belegte sie den vierten Platz bei der Wahl zur "Miss Fitness Europe", schaffte es 1999 und 2000 auch ins Finale der 20 Besten bei der Wahl zur "Miss Fitness World" in Las Vegas.

Zwischenzeitlich studierte sie - Grundschullehramt mit dem Schwerpunkt Sport - und entwickelte sich zur Expertin auf dem Gebiet der rhythmischen Sportgymnastik, wurde 1985 Trainerin für Kinder und Jugendliche im Sportleistungszentrum Budweis. 1990 zog sie nach Deutschland und wurde dort Trainerin für Rhythmische Sportgymnastik bei der SG Eintracht Frankfurt. 1993 erwarb sie die Trainer-B-Lizenz und beendete eine Ausbildung zum Aerobic Instruktor im BSA-Lehrzentrum, schloss im Jahr 2000 die Ausbildung zum "Master Presenter" an der Internationalen Sportakademie ab. Und präsentieren, das kann sie - auch sich selbst. Vor zwei Jahren zum Beispiel bei der Vox-Sendung "Shopping Queen" mit Designer Guido Maria Kretschmer.

Sportschul-Jubiläum wird vertagt

Gerne hätte die Aerobic-Trainerin im Mai auch anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Sportschule die Mädchen, die sie unter ihren Fittichen hat, präsentiert, konnte dafür sogar den deutsch-spanischen Turniertänzer, Wertungsrichter und Fernsehmoderator Joachim Llambi gewinnen. Aber im Zuge der Coronakrise musste sie nicht nur ihr Sportstudio schließen, sondern auch die Gala absagen.

Was auch Folgen für jene hat, die Steyer eigentlich geholfen hätten, die Gala zu organisieren - die Schneiderinnen der Firma Sparrow in der Nähe von Prag. "Diese Schneiderinnen sind wirklich großartig, sie nähen unglaublich ästhetische Sportkleidung und -kostüme", sagt Steyer.

Weil derzeit natürlich keine Sportveranstaltungen stattfinden, haben sie kaum Arbeit. "Ich habe meine Bestellung immerhin nach hinten schieben können, weil wir unsere Gala jetzt auf den 24. Januar verlegen konnten, aber viele stornieren ihre Bestellungen komplett, und da ist die Lage schon prekär."

In ihrer Not hätten die Schneiderinnen angefangen, schicke bunte Stoffmasken zu nähen. "Als ich die ersten sah, dachte ich, wie wunderbar", sagt Steyer. Natürlich sind die Masken keine zertifizierten FFP2- oder -3-Schutzmasken, aber ein Prüf-Zertifikat bescheinigt den Masken eine "antibakterielle Hygiene- und Frischefunktion" - und "weil es derzeit ja ohnehin an Masken mangelt, aber eine Maskenpflicht besteht, dachte ich, ich schaue, ob ich über meine Kontakte welche vertreibe und so allen helfe."

Den ersten Auftrag hat sie bereits an Land gezogen. Ein Altersheim im Saarland hat 500 Masken geordert - allerdings dezente einfarbige - , in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis fanden ebenfalls viele Gefallen an den Mund-und- Nase-Bedeckungen. Neulich erst hat sie die Kollektion in Frankfurter Boutiquen präsentiert, "zwei wollen bestellen", und auch die eine oder andere Bad Homburger Apotheke denkt darüber nach.

Steyer selbst hat für sich und ihre Familie auch selbst ein Dutzend Masken bestellt. "Vielleicht gebe ich sogar eine in Auftrag, auf der eine Turnerin zu sehen ist." Das ist sicher kein Problem. Die Schneiderinnen haben nämlich bereits Designs entwickelt, die den Träger einer bestimmten Berufsgruppe zuordnen: Lustige Scheren etwa für Friseure, knallige Nagellackfläschchen und Lippenstifte für Kosmetikerinnen.

Wer sich für die Masken interessiert, kann sich bei Michaela Steyer per E-Mail an: sportschule. farnung@gmail.com melden. Sabine Münstermann

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