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Der Fahrradbeauftragte soll künftig den Radlern in Bad Homburg eine Lobby verschaffen. Der ADFC freut sich über die Entscheidung der Stadt, diesen Posten zu schaffen.

Verkehr

In Bad Homburg soll es künftig einen Fahrradbeauftragten geben

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Er soll den Radfahrern in der Kurstadt eine Lobby verschaffen: der oder die Fahrradbeauftragte. Der ADFC wünscht sich jedoch eine volle Stelle.

Der ADFC Bad Homburg begrüßt den Beschluss der Stadtverordneten, künftig einen Fahrradbeauftragten in der Verwaltung zu implementieren. „Dies ist ein wichtiger Schritt, dem Radverkehr innerhalb der Verwaltung ein Gesicht und damit mehr Gewicht zu verleihen“, sagt der verkehrspolitische Sprecher des ADFC, Bernhard Wiedemann. Auch die Tatsache, dass der Beschluss einstimmig gefasst wurde, zeige, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkannt habe.

Wie berichtet, hatte das Stadtparlament auf seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der Grünen verabschiedet: Ein Experte soll sich künftig um die Belange der Zweiradfahrer kümmern. Dessen Aufgabe soll sein, die Umsetzung des kurz vor Abschluss stehenden Fahrradkonzeptes voranzutreiben, regelmäßig die Radwege zu kontrollieren oder die Gestaltung von öffentlichen Straßen und Plätzen aus Sicht der Radfahrer zu begleiten.

Aus Sicht des ADFC ist der Fahrradbeauftragte eine logische Konsequenz, damit das neu erstellte Radverkehrskonzept nicht wie seine Vorgänger in der Schublade versauert, sondern seine Umsetzung aktiv vorangetrieben werde. „Dies ist dringend geboten, damit die Stadt nicht erneut beim Radklimatest durchfällt und die rote Laterne in Hessen behält“, so Wiedemann. Die Bürger sähen dies mehrheitlich ebenso – sie hätten im Zuge der ISEK-Veranstaltungen der Radverkehrsförderung oberste Priorität beigemessen. Entsprechend habe sich auch die Politik parteiübergreifend des Themas angenommen, „auch wenn sich die konkreten Verbesserungen bisher in Grenzen halten“.

Die strukturell großen Themen sind aus Sicht des ADFC nach wie vor offen. Seien es die Kaiser-Friedrich-Promenade, die Ost-West-Verbindung vom Bahnhof zu den westlichen Stadtteilen, die Öffnung der Einbahnstraßen oder der Fußgängerzone. Wiedemann: „Mit dem Radverkehrsbeauftragten eröffnet sich die Chance, dass auch diese Projekte nachhaltig vorangebracht werden.“

Kritisch sieht der ADFC jedoch die Tatsache, dass die Beauftragung stellenneutral erfolgen soll. Der Bereich Stadtplanung sei seit Jahren chronisch unterbesetzt, so dass in der Vergangenheit immer wieder geplante Projekte nicht hätten realisiert werden können. Der Radverkehrsbeauftragte benötige aber, um sein Mandat erfolgreich auszuüben, freie Kapazitäten und könne dies nicht mal eben nebenbei bewältigen.

(col)

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