Süd- und Ostring - hier ein Foto vom Südring - sind stark vom Verkehr belastet und werden es künftig mit dem Wohnquartier Südcampus noch mehr sein. Der Ortsbeirat drängt auf Lösungen.
+
Süd- und Ostring - hier ein Foto vom Südring - sind stark vom Verkehr belastet und werden es künftig mit dem Wohnquartier Südcampus noch mehr sein. Der Ortsbeirat drängt auf Lösungen.

Staus im Berufsverkehr

Bad Homburg: Umgehungsstraßen sind am Limit

  • vonMonika Melzer-Hadji
    schließen

Verkehrsuntersuchung belegt, was im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach längst bekannt ist. Können Kreisel die Lage entspannen?

Bad Homburg -Ober-Eschbach hat seit Jahren ein Problem mit dem Verkehr. Dem durch den Ortsteil und dem auf den Umgehungsstraßen. Auf beiden "Baustellen" tut sich nun etwas, wie in der jüngsten Ortsbeiratssitzung zu erfahren war. Geduldig müssen die Eschbacher indes trotzdem noch sein.

Aber von vorne: Das Darmstädter Ingenieurbüro R+T Verkehrsplanung hat im Auftrag der Stadt eine umfangreiche Verkehrsuntersuchung am Süd-/Ostring/Zeppelinstraße erhoben. Es wurde über einige Monate hinweg an 15 Knotenpunkten (An- und Zufahrten/Kreuzungen) gezählt, gefahren und simuliert, Spitzenstunden und -tage ermittelt. Herausgekommen sind Erkenntnisse, die den Eschbachern nicht neu sind, weil sie das Verkehrsdrama täglich erleben dürfen: Morgens staut sich der Verkehr aus Nordosten kommend, bevor an der "B&K"-Kreuzung 33 Prozent der Fahrzeuge in Richtung Frankfurt/Autobahn abfährt. Zum Feierabend das gleiche Spiel andersherum; Rückstau an den jeweils dahinterliegenden Kreuzungen inklusive. In den Zwischenstunden flutscht der Verkehr - wenn es nicht auf der A5 ein Problem gibt, was auch nicht selten der Fall ist.

Spätestens dann schieben sich die Fahrzeuge mit Kennzeichen aus der ganzen Republik quer durch Ober-Eschbach oder gar über Feldwege.

Ampeln und längere Abbiegespuren

"Der Ostring hat die absolute Grenze für einen Fahrstreifen erreicht. Eine kleine Ungereimtheit, es muss kein Unfall sein, bringt die Verkehrsmenge zum Kippen, dann werden aus vier Minuten Fahrzeit zehn Minuten", sagt Verkehrsplanerin Christina Kugel bei der Präsentation der Projektergebnisse im Ortsbeirat. Der Südring sei indes weniger stark beansprucht, auch weil dort von Westen her 24 Prozent der Fahrzeuge auf der Zeppelinstraße abbiegen.

Die vorgestellten Optimierungsvorschläge an den hauptsächlich betroffenen Kreuzungen (B&K, Massenheimer Weg, Abfahrt Ober-Erlenbach/Bad Vilbel) empfehlen zusätzliche oder verlängerte Abbiegestreifen, um Rückstau zu verhindern, Koordinierungen beziehungsweise Anpassungen der Ampelanlagen.

Allerdings: "Wenn wir alle Maßnahmen durchführen und dann die Zunahme an Verkehr durch neue Baugebiete einrechnen, sind wir wieder auf dem Stand von heute. Langfristig sollten weitergehende Mobilitätsmaßnahmen in Betracht gezogen werden", so Kugel. Die ursprüngliche Beschlussvorlage, "Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit dem Straßenbaulastträger HessenMobil, die planerische Vertiefung der auf Grundlage der vorgelegten Untersuchungsergebnisse vorgestellten Maßnahmenempfehlungen durchzuführen", war bereits durch Wolfram Kisters (CDU) Ergänzungsvorlage im Magistrat erweitert worden: "Die Verwaltung wird gebeten, angesichts der Entwicklung des Baugebiets Südcampus, den Ausbau des Knotenpunktes 12 neu zu überplanen und dies mit zu berücksichtigen."

Doch der Ortsbeirat hatte weiteren Diskussionsbedarf. "Warum wurden keine Kreisel angedacht?", fragte Stephan Zalud (CDU). Die Antwort lieferte Timon Bender, Leiter der städtischen Verkehrsplanung: "Kreisverkehre wurden in vorangegangenen Untersuchungen im 2010 mit geprüft und simuliert. Mit dem Ergebnis, dass der Abflussverkehr am Ostring stark eingeschänkt wäre. Das haben wir als Basis genommen und deshalb jetzt nicht mehr geprüft." Damit wollte sich Zalud nicht zufriedengeben: "Ich habe wenig Verständnis, dass alles allein auf Ampelanlagen abzielt und ein Gutachten von vor zehn Jahren dafür sorgt, dass Kreisel völlig außer Acht gelassen werden. Irgendwie habe ich das Gefühl, in dieser Stadt gibt es eine Aversion gegen Kreisel." Dem schlossen sich seine Ortsbeiratskollegen an, und so wurde mit zwei Enthaltungen die ergänzte Beschlussvorlage um die Tischvorlage "Als Alternative zu den Lichtzeichen-/Ampelanlagen ist die Option von Kreisverkehren auf dem Süd- und Ostring zu untersuchen und als Planungsalternative mit konkreten Vorschlägen vorzulegen" ergänzt. mmh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare