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Gut gelaunt zeigte sich Elvis Presley seinen Homburger Fans.

Elvis Presley in der Kurstadt

So war es damals, als der "King" Bad Homburg besuchte

Elvis Presley wohnte 1958 für einige Wochen im Ritter's Park Hotel, dem heutigen Steigenberger. Daran soll man mit einem Elvis-Presley-Wochenende im Oktober erinnert werden. Bis dahin wird es auch eine Elvis-Presley-Suite im Steigenberger geben.

Bad Homburg - Elvis Presley hätte damals im Oktober 1958, als er im Ritter’s Park Hotel, dem heutigen Hotel Steigenberger, wohnte, nur ein paar Schritte über die Straße gehen müssen, und er hätte sein deutsches Pendant kennenlernen können. Denn der „deutsche Elvis“, wie Ted Herold genannt wurde, wohnte damals direkt gegenüber in der Kaiser-Friedrich-Promenade 76. Freilich konnte Presley damals noch nicht wissen, dass der junge Homburger mit Cover-Versionen seiner Songs die Hitparaden stürmen würde. Später kam es dann doch zu einem Treffen der beiden in „Pellegrin’s Eissalon“ mit anschließendem kleinen Stadtbummel. Bei einem Elvis-Presley-Wochenende vom 4. bis 6. Oktober soll diese Zeit noch einmal aufleben.

Als Elvis Presley seinen Militärdienst absolvieren musste, war er schon ein Weltstar. Daher war er auch in seiner Zeit in Bad Homburg stets von Fans umringt, sobald er sich vor dem Ritter’s Park-Hotel zeigte. Wie die Fotos offenbaren, war der „King“ keineswegs unnahbar, vielmehr war er ein Star zu Anfassen. Momente wie dieser, als er nicht gerade umringt war und auf dem Schmuckplatz die Büste von Kaiser Friedrich III. betrachtete, waren eine Ausnahme.

Doch was führte eigentlich Elvis damals nach Bad Homburg in dieses legendäre Hotel? Das „Ritter’s“ war damals die beste und luxuriöseste Herberge weit und breit. Friedberg oder Bad Nauheim konnten da nicht mithalten. In Friedberg war die Garnison, in der der Sänger seinen Militärdienst ableisten musste. Später fand er ein Haus in Bad Nauheim, das näher zur Kaserne lag und das er in seiner Dienstzeit dann bewohnte.

Man wolle nicht mit Friedberg und Bad Nauheim in Konkurrenz treten, sagt Bad Homburgs Bürgermeister Meinhard Matern (CDU) bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Wochenendes mit einem Augenzwinkern. Die beiden Wetterau-Gemeinden streiten sich sowie schon länger, wer nun wirklich die deutsche „Elvis-Stadt-Nr. 1“ sei. Da müsse Bad Homburg nicht noch dazukommen.

Elvis inmitten von Fans.

Unbestritten ist aber, dass Bad Homburg die erste Station von Elvis in Deutschland war. Und das soll gewürdigt und gefeiert werden, und zwar in den Oktobertagen, an denen er vor 60 Jahren dort wohnte. Daher findet vom 4. bis 6. Oktober im Steigenberger Hotel ein ganz besonderes Wochenende statt. Mit dabei ist die „TCB Band“. Sie besteht aus Musikern, die Elvis bei seinem grandiosen Comeback von 1969 bis 1971 begleiteten. Sie spielen heute noch groß auf. Der Österreicher Dennis Jale ist Sänger der Band. Er bietet keine der üblichen Elvis-Imitationen, sondern bringt die Songs seines Idols auf ganz eigene Art. „Eine Show aus dem Herzen“ versprechen die Veranstalter.

Für Ticketkäufer steht an diesem Wochenende unter anderem auch eine Stadtführung auf dem Programm. Schließlich ist die Kurstadt für Elvis-Fans ein historischer Platz. Im Steigenberger Hotel wird an diesem Wochenende auch eine „Original Elvis-Presley-Suite“ eröffnet. Genau in dem Gebäudetrakt, der nach dem Abriss Ende der Siebziger als einziger stehenblieb. Dort, wo der King im Oktober 1958 wohnte.

von Wolfgang Kullmann

Info: Ein Haus der Luxusklasse

<p>Das Anwesen des ehemaligen Ritter&rsquo;s Park Hotel wurde vom Namensgeber Konrad Ritter 1883 erworben. Es war zunächst nur die Hausnummer 69 in der Kaiser-Friedrich-Promenade. Mit dem Erwerb diverser Nachbargebäude ließ Ritter das Areal vom bekannten Homburger Architekten Louis Jacobi zu einem Hotel umbauen. Zahlreiche Prominente aus Adel, Film und Sport wohnten dort in einem Haus der Luxusklasse. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die Kurstadt einen massiven Rückgang an Kurgästen und verlor an Bedeutung. So auch das Hotel. Die Erben Ritters verkauften es 1942 an den Staat. Das damalige &bdquo;Deutsche Reich&ldquo; machte daraus eine Erholungsstätte für die Waffen-SS. 1948 wurde das Hotel mit Hilfe der US-Amerikaner wieder eröffnet, und 1956 erwarb die heutige Besitzerin, die Steigenberger Hotel-Group, das traditionsreiche Haus, behielt aber den Namen Ritter&rsquo;s Park Hotel bei. Nach der Schließung 1977, Abriss und Wiederaufbau, wurde das Haus 1991 wieder eröffnet &ndash; diesmal unter dem Namen Steigenberger Hotel.

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