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Kröten wandern im Frühjahr aus dem Wald zur Paarung und zum Ablaichen an den Forellenteich. Im Tannenwaldweg sind sie vom Überfahren bedroht.

Straßenbauarbeiten

Mehr Sicherheit für liebestolle Kröten auf dem Weg zu ihrem Laichplatz

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Die Stadt Bad Homburg will die Biodiversität fördern. Für 30 000 Euro hat sie im Stadtgebiet Teiche angelegt, die Kröten als Laichplatz dienen sollen. Dieses Jahr profitieren die Tiere von Straßenbauarbeiten.

Bad Homburg - Nicht nur die Zweibeiner genießen derzeit die sonnigen Tage und sind mehr draußen auf Achse. Bald werden auch die ersten fortpflanzungswilligen Frösche, Kröten und Molche wieder unterwegs sein. Doch sie leben gefährlich. Oft führt ihr Weg zu den Laichplätzen über Straßen. Dort werden viele von ihnen rigoros totgefahren.

In der Kurstadt sind vor allem Tannenwaldweg und Güldensöllerweg solche Gefahrenstellen. Viele Kröten kommen aus den Gärten – ihrem Winterquartier – und wollen zur Fortpflanzung in den Forellenteich. Rund 6000 Amphibien haben Naturschützer des BUND im vorigen Frühjahr hier und im Kirdorfer Feld gerettet, indem sie sie in Eimern eingesammelt und anschließend unbeschadet in die Freiheit entlassen haben. An einem Waldweg wurde ein Krötenzaun aufgebaut. Weitere Tiere rettete der NABU in Ober-Erlenbach.

Vor vier Jahren begann die Stadt mit einer Kartierung der Amphibienbestände in städtischen Gewässern. „Wir haben zwar keine seltenen Arten wie den Kammmolch, aber diverse Frösche und Kröten“, erläutert Holger Fröhlich, Abteilungsleiter der städtischen Umwelt- und Landschaftsplanung. Damit mehr Amphibien überleben und die Biodiversität in der Kurstadt steigt, hat die Stadt nun einige Maßnahmen zum Schutz der Tiere fertiggestellt.

Wegen Krötenwanderung wird Zufahrt zum Gestüt gesperrt

In Dornholzhausen wurde das untere Ende des Grabens am Güldensöllerweg zu einem Kolk – das ist eine kleine, wassergefüllte Vertiefung – erweitert. Weil das Wasser im Graben im Bereich des Kolks nun langsamer strömt, können die im Wasser treibende Erdkröten das Ufer besser erreichen.

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Im Tannenwaldweg könnten die Frösche und Kröten in diesem Jahr von den Straßenbauarbeiten profitieren. Just wenn sie unterwegs sind – im März – werden dort keine Autos fahren, da der Tannenwaldweg grundhaft erneuert wird. Deshalb wird laut Fröhlich vom 4. März bis zum 12. April auch die Zufahrt vom Tannenwaldweg zum Gestüt Erlenhof für den Autoverkehr gesperrt. Der Zuweg vom Güldensöllerweg wird offen bleiben. Die Bauarbeiter sollen laut Fröhlich auch ein Auge auf die Tiere haben.

In den Buschwiesen wurde zudem ein Amphibienteich neu angelegt. Das Gewässer wird durch einen Abzweig aus einem vorhandenen Entwässerungsgraben gespeist. Drei weitere Amphibiengewässer sind in der Umgebung des Großen Tannenwalds entstanden. Die seit etwa 150 Jahren vorhandenen, aber seit längerem verlandeten Teiche wurden ausgebaut, so dass der Wasserspiegel um 30 bis 40 Zentimeter angehoben wurde.

Mehr als 30 000 Euro für Teiche für Kröten investiert

Die Teiche sollen Erdkröten und weiteren seltenen Amphibienarten im Frühjahr als Laichplatz dienen. Laut Fröhlich hat die Stadt in den vergangenen Jahren mehr als 30 000 Euro für den Teichbau und weitere Maßnahmen zum Amphibienschutz ausgegeben. Im Güldensöllerweg werden Abflussgitter so verdichtet, dass keine Kröten in die Gullis fallen können. Zudem werden die Wasserunterführungen verbreitert und Aufstiegshilfen aus Regenwassereinläufen eingerichtet.

Die Teiche sollen Erdkröten und weiteren Amphibienarten im Frühjahr als Laichplatz dienen. Im Herbst werden die Teiche voraussichtlich trockenfallen, was den Amphibien aber nicht schadet, im Gegenteil: Durch das Trockenfallen wird das Vorkommen an räuberischen Fischen dezimiert, die im Frühjahr Laich und Jungtiere von Amphibien fressen.

Knapp 15 000 Euro wurde zudem für Verkehrsschilder ausgegeben. Seit einigen Jahren werden während der Laichzeit Schilder mit Froschsymbol aufgestellt, außerdem Tempo-30-Schilder. Wer langsamer fährt, sieht die Tiere nicht nur besser. Auch können die Lungen der Tiere, die in der Mitte unter dem Wagen sitzen, platzen, wenn man mit größerer Geschwindigkeit über sie drüber rauscht.

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