1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Bad Homburg

Hugenottenmarkt in Friedrichsdorf erfolgreich

Erstellt:

Von: Xenia Schein

Kommentare

Der Hugenottenmarkt am Samstagabend: Die warmen Temperaturen lockten tausende Besucher auf das Fest.
Der Hugenottenmarkt am Samstagabend: Die warmen Temperaturen lockten tausende Besucher auf das Fest. © ys

Der 39. Hugenottenmarkt war in Friedrichsdorf ein voller Erfolg. Die Gäste freuten sich über ein vielfältiges Angebot.

Friedrichsdorf -Der Verein "Hugo" hatte sich neu gegründet und konnte am Wochenende erstmals seit 2018 den Hugenottenmarkt ausrichten. Und der war, zieht man eine Zwischenbilanz für die erste Fest-Hälfte, ein Erfolg: Es herrschte Aufbruchsstimmung und die Freude über das entspannte Zusammensein unter den Gästen.

Der Start am Freitag mit abendlicher Livemusik lief prima: "Die Leute waren alle zufrieden", erzählt Johanna Gruner. Sie ist wie Vater Ernst und Schwester Louisa Vorstandsmitglied im neu gegründeten Verein, der insgesamt zehn Mitglieder zählt. Ernst Gruner hat die Position des ersten Vorsitzenden übernommen, Simone Rikert - als einzige schon dem "alten" Verein zugehörig -, ist zweite Vorsitzende. Neue Interessenten sind herzlich willkommen, denn nach erfolgreicher Organisation des diesjährigen Festes hat man bei "Hugo" schon das nächste Jahr im Blick: Für 2023 planen die Vereinsmitglieder den vierzigsten Hugenottenmarkt mit einigen Neuerungen.

Doch zurück ins hier und jetzt: Die Gäste freuten sich, endlich wieder die Veranstaltung besuchen zu können, die Vereine waren teilweise noch etwas zögerlich, berichtet Ernst Gruner. Das Interesse war zwar groß, angemeldet haben sich dann aber doch nicht alle.

Das Angebot war trotzdem vielfältig - Essen und Getränke es an jeder Ecke, ebenso nette Mitbringsel, Mode und Handgefertigtes. Außerdem haben die Organisatoren für ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm gesorgt. Solokünstler auf der Bühne am Landgrafenplatz, mehrere Bands sowie die Tanzgarde Rodheim machten ordentlich Stimmung. Dazu auch manch exotisches Angebot, Lachyoga und Quigong etwa. Nicht lustig, sondern eher bedenklich waren die Tipps, die es dazu gab: Handmassage zur Heilung von Covid-19 oder eine Klopfmassage aus dem Quigong bei Bewusstlosigkeit.

Diese Tipps zu befolgen wäre fatal. Wer einen Bewusstlosen findet, prüft die Vitalzeichen wie Puls und Atmung und ruft einen Rettungswagen - oder winkt eine der zahlreichen Fußstreifen des DRK heran, die auf dem Fest ebenso Präsenz zeigten wie die Polizei.

Schmuck und Musik für den guten Zweck

Die Rotarier verkauften Schmuck, der Andrang war groß. "Wir haben auf dem letzten Hugenottenmarkt viel verkaufen können und hoffen dieses Jahr auf ein ähnlich gutes Ergebnis", bestätigt Jermyn Brooks vom Rotary Club den Eindruck eines gut laufenden Geschäfts. Der gesamte Erlös fließt in gemeinnützige Projekte, regionale wie internationale. Auch "Leierkastenmann Anton" widmet seine Arbeit einem guten Zweck: Der Erlös aus seinem Spiel kommt der Jugendarbeit in Friedrichsdorf zugute. Schön ist es zu sehen, wie fasziniert die Kinder von dieser alten Kunst sind, sie laufen dem Leierkasten hinterher und lassen sich alles genau zeigen.

Derweil bietet die evangelische Kirche eine willkommene Abwechslung zum Trubel in der Sommerhitze; Schüler der Jahrgangsstufe elf der Philipp-Reis-Schule hatten eine Ausstellung zum Thema "Wie die Hugenotten nach Friedrichsdorf kamen" gestaltet, die sich Besucher in der stillen und kühlen Kirche ganz in Ruhe anschauen können, um sich dann wieder ins Getümmel des gut besuchten 39. Friedrichsdorfer Hugenottenmarkt stürzen zu können.

Tag der offenen Tür bei der MbW

Parallel zum Hugenottenmarkt öffnete die musisch-bildnerische Werkstatt (MbW) am Wochenende ihre Türen für interessiertes Publikum, für Kaffee und reichlich Kuchen war gesorgt. Im Haus mit dem schönen Innenhof gab es Werke von Teilnehmern der zahlreichen Kurse. Der Kurs von Gabriele Bertram zum Thema selbst gestaltete Kunstbücher etwa hatte sich beispielsweise mit "Frauen in der Kunst" beschäftigt. Der Nachsatz der Kursleiterin "Frauen in der Kunst - im Schatten der Männer" löst sogleich eine Diskussion unter den Anwesenden aus, inwieweit Frauen im Bereich Kunst noch immer mehr zu kämpfen haben. Fakt ist: Es gibt wenig bekannte Künstlerinnen, aber viele, die mehr Menschen bekannt sein sollten. Dazu tragen die sorgfältig gestalteten Bücher, teilweise aus handgeschöpftem Papier, der Kursteilnehmer bei, die mit Zeichnung, Schrift oder auf sogenannten "Zentangeln" - ursprünglich aus Telefonkritzeleien entstanden --, an Persönlichkeiten wie Meret Oppenheim, Frida Kahlo oder Gabriele Münter erinnern.

Letztere hat gesagt: "Malen ist wie plötzlich in tiefes Wasser springen. Ich weiß vorher nie, ob ich werde schwimmen können." Ins tiefe Wasser zu springen kann sich aber sehr lohnen. "Man muss nichts mitbringen, um hier dabei zu sein", ermutigt Gabriele Bertram alle diejenigen, die es immer schon mal selbst versuchen wollten mit der Kunst.

Wer sich für die Kurse und Veranstaltungen der musisch-bildnerischen Werkstatt (Hugenottenstraße 90) interessiert, findet auf www.mbw-ev.de nähere Informationen. Das Büro ist donnerstags (außer in den Ferien) von 9 bis 12 Uhr erreichbar unter (0 61 72) 13 78 58.

Auch interessant

Kommentare