In der Stadtverwaltung werden die Zuständigkeiten in den einzelnen Dezernaten umverteilt. Anlass ist das Ausscheiden von Meinhard Matern vom Posten des Bürgermeisters und die anstehende Wahl seines Nachfolgers. Matern wird sich nämlich auch künftig als Chef der U2-Gesellschaft weiter um die Finanzen der Stadt kümmern. Ein neuer Bürgermeister wird also nicht als Kämmerer fungieren. Archivbild: Reichwein
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In der Stadtverwaltung werden die Zuständigkeiten in den einzelnen Dezernaten umverteilt. Anlass ist das Ausscheiden von Meinhard Matern vom Posten des Bürgermeisters und die anstehende Wahl seines Nachfolgers. Matern wird sich nämlich auch künftig als Chef der U2-Gesellschaft weiter um die Finanzen der Stadt kümmern. Ein neuer Bürgermeister wird also nicht als Kämmerer fungieren. Archivbild: Reichwein

Änderungen in Bad Homburger Verwaltung

Im Rathaus werden die Dezernate umverteilt

  • VonAlexander Schneider
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Nachhaltigkeit wird ein eigener Bereich, der dem neuen Bürgermeister untersteht, der kommende Woche gewählt werden soll.

Großes Stühlerücken in der Chefetage des Bad Homburger Rathauses: Wohin sie gerückt werden und wer ab dem 15. Juli darauf Platz nehmen wird, erläuterten gestern Oberbürgermeister Alexander Hetjes, der scheidende Bürgermeister Meinhard Matern (beide CDU) und Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD). Hetjes nannte die Dezernatsumverteilung "moderat". Ausgelöst wurde die Neuverteilung von Zuständigkeiten durch den Wechsel Materns in die Geschäftsführung der Stadtbahngesellschaft und dessen Weiterbeschäftigung auf der dem OB direkt zugeordneten Stabsstelle Kämmerei (TZ berichtete). Für Materns Nachfolger musste wegen der Ausgliederung des Finanzressorts ein neues Pflichtenpaket geschnürt werden, das aber, so Hetjes, nicht nur der Optimierung von Arbeitsabläufen diene, sondern für den neuen Bürgermeister eine wahre Herkulesaufgabe bereithalte. Homburg werde mit dem neuen Kollegen zu den wenigen Städten in Deutschland gehören, die einen "Nachhaltigkeitsdezernenten" haben.

Aus den Produktbereichen Umwelt- und Landschaftsplanung, Natur- und Landschaftsschutz, Grünflächen, Straßenverkehr und ÖPNV, die bisher unterschiedlichen Fachbereichen zugeordnet waren, entsteht der neue Fachbereich "Klimaschutz, Umwelt und Mobilität". Hetjes sagte, der Zuschnitt des neuen Dezernats spiegele die wachsende Bedeutung jedes Teilbereichs für die künftige Stadtentwicklung, deren Ziel es sei 2035, spätestens aber 2040, Bad Homburg zur klimaneutralen Stadt zu erklären, "eine riesige Herausforderung für den neuen Kollegen, aber auch für die gesamte Verwaltung", so Hetjes, der diese Aufgabenbündelung "alternativlos" nannte.

Deshalb sei es auch richtig gewesen, mit der Bekanntgabe der Dezernatsumverteilung nicht bis zur Bürgermeisterwahl, die am 15. Juli im Parlament durchgeführt wird, zu warten. Sechs Bewerbungen liegen dem Wahlausschuss vor, dennoch steht zu erwarten, dass die Koalition ihren Kandidaten, den derzeitigen CDU-Fraktionschef Dr. Oliver Jedynak, durchbringen wird. Hetjes: "Wer es auch immer wird, die Entscheidung über das Aufgabenportfolio wäre ohnehin in dieser Form so gefallen, nur so können wir das hochgesteckte Ziel Klimaneutralität erreichen", sagte Hetjes, der darin auch ein starkes Signal an die Bevölkerung dergestalt sieht, "dass wir das Thema sehr ernst nehmen". Für bloße Absichtserklärungen und "Sonntagsreden" sei da kein Raum. Über den Schreibtisch des "Neuen" werden außerdem die Bereiche Recht, Bürgerservice, Revision, Bevölkerungsschutz sowie der Eigenbetrieb Stadtwerke gehen.

Veränderungen wird es ab 15. Juli auch im Dezernat von Lucia Lewalter-Schoor geben. Eine Organisationsuntersuchung hatte ergeben, dass das Referat "Asyl, Obdachlosenangelegenheiten und Bad Homburg-Pass" aufgelöst und die bisherigen Aufgaben in den neuen Arbeitsbereich "Soziales und Gesundheit" integriert werden sollten. "Zur Optimierung der Abläufe und Zuständigkeiten sollen auch die Büros für Interkulturelle Angelegenheiten, Behindertenberatung, Soziale Erwachsenenarbeit und Schuldnerberatung in diesem neuen Bereich zusammengeführt werden", sagte Lewalter-Schoor. Sie ist der Auffassung, dass nur eine enge Vernetzung der unterschiedlichen Hilfen "passgenaue Unterstützung für die Bevölkerung in allen Lebenslagen" ermöglicht. Für den größten Bereich der Verwaltung, die Kindertagesstätten, in denen zwischen 300 und 400 Beschäftigte die größte Personalgruppe innerhalb der Stadtverwaltung bilden, wird noch ein eigener Fachbereich gebildet werden müssen. Wer diesen Bereich leiten wird, steht noch nicht fest, "die Ausschreibung der Stelle läuft noch", sagte Lewalter-Schoor.

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