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In den Bad Homburger Seitenstraßen tut sich was

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Von: Christiane Paiement-Gensrich

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Das Team vom neuen "Stadtcafé und Restaurant Bad Homburg" in der Dorotheenstraße (von links): Maya Aryal, Koch Edmilson de Souza (genannt "Chef Dimi") und Sonia Borges.
Das Team vom neuen "Stadtcafé und Restaurant Bad Homburg" in der Dorotheenstraße (von links): Maya Aryal, Koch Edmilson de Souza (genannt "Chef Dimi") und Sonia Borges. © Christiane Paiement-Gensrich

"Sängers" öffnet demnächst in der Altstadt. Das "Stadtcafé und Restaurant" ist seit 20. Juli am Start.

Bad Homburg -Sie liegen ein bisschen versteckt abseits der großen Einkaufsmeile Louisenstraße. Aber das macht sie oft umso gemütlicher. Wir haben nachgeschaut, was sich in jüngster Zeit bei den Seitenstraßen-Restaurants in der Bad Homburger Innenstadt verändert hat.

An der Ecke Dorotheenstraße/Waisenhausstraße ist seit gut einem Monat das neue "Stadtcafé und Restaurant Bad Homburg" geöffnet. Früher war hier, gegenüber der St. Marienkirche, das "Himalayan Restaurant" mit indischer und nepalesischer Küche. Jetzt gibt es internationale Speisen, bunt gemischt sowie Kaffee und Kuchen und am Wochenende auch Frühstück.

"Wir haben ein Crossover-Konzept und möchten, dass jeder bei uns etwas Leckeres findet", sagt Sonia Borges, die das Lokal zusammen mit Maya Aryal neu gestartet hat. Angeboten werden Gerichte aus Portugal, Brasilien und Nepal, aber auch Klassiker wie Rumpsteak und Wiener Schnitzel oder Salat mit Lachs und Mango-Chutney. Für Aryal ist es ein Neuanfang am alten Standort. Zuvor hatte sie, zusammen mit ihrem Mann, das Himalayan Restaurant geführt. Jetzt gibt sie den Köchen bei den nepalesischen Gerichten Tipps und leitet sie an.

Anständige Bezahlung

Den Koch Edmilson der Souza stellt Borges als "Chef Dimi" vor. Er kommt aus Brasilien und Köchin Henriqueta da Costa ist Portugiesin. Borges hat ebenfalls portugiesische Wurzeln und war mehr als zehn Jahre lang als Sozialpädagogin in Frankfurt beschäftigt. "Während des Studiums habe ich viel in der Gastronomie gearbeitet", erzählt sie. Besonders wichtig seien ihr und Aryal gute Verträge mit anständiger Bezahlung für die Angestellten, betont sie. Und ab und zu backt sie auch selbst einen Kuchen für's Lokal.

In der Altstadt, Obergasse 1, wird unterdessen noch eifrig gewerkelt. "Seit einem Monat sind wir am Aufräumen", berichtet Klaus Sänger am Telefon. Der Chef von "Sängers Restaurant" will das Gourmet-Lokal Anfang September am neuen Standort wieder eröffnen. Ende März hatte er sein Restaurant in der Kaiser-Friedrich-Promenade schließen müssen, weil der Pachtvertrag ausgelaufen war.

In der Obergasse war vor einigen Jahren schon einmal ein Restaurant mit gehobener Küche angesiedelt, das Oberle's. Später gab es dort ein libanesisches Lokal, dann zog "Die Küche" ein, den Gästen auch als "ehemalige Kartoffelküche" bekannt. Deren Betreiber Jutta und Klaus Debus hatten ihre Gaststätte früher in den Räumen der "Kartoffelküche Schenk ein" in der Audenstraße. Insgesamt 33 Jahre lang haben sie Bad Homburger und Auswärtige mit Kartoffelgerichten in allen erdenklichen Varianten bekocht. "Und vielleicht geht es ja auch demnächst in Bad Homburg irgendwo weiter", schreiben sie.

Kartoffelküche geschlossen

Wer nun zum Trost die "Kartoffelküche Schenk ein" in der Audenstraße besuchen möchte, der wird enttäuscht. Auch dort gibt es derzeit nichts zu essen. "Dauerhaft geschlossen", ist im Internet zu lesen. Und vor der Tür lagert Baumaterial. Wie es weitergehen soll, ist gegenwärtig nicht bekannt. Auch das Restaurant des Hotels "Zur Traube" im Schwedenpfad ist zu, schon seit mehr als einem Jahr. "Wir suchen einen Pächter, der deutsche oder europäische Küche anbietet", heißt es von dort.

In den 1950er- und 1960er-Jahren waren Fernsehstars in dem Gasthaus ein- und ausgegangen. Conny Froboess, damals Kinderstar, war dabei, ebenso Hans-Joachim Kulenkampff und der Kölner Schauspieler und Komiker Willy Millowitsch. In den vergangenen gut 20 Jahren hatte Familie Corkovic das Restaurant gepachtet und bot kroatische Küche an. Im Sommer 2021 verabschiedete sie sich lediglich lapidar mit einem Papier-Schild an der Tür des bekannten Lokals. Darauf hieß es: "Leider werden wir unser Restaurant, auch nach einer Aufhebung der aktuell geltenden Corona-Maßnahmen, nicht weiterführen können. Wir haben uns und Ihnen einen schöneren Abschied als dieses von Unsicherheit und Angst geprägte vergangene Jahr gewünscht."

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