1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Bad Homburg

Integration, die lecker schmeckt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sabine Münstermann

Kommentare

Leckeres Buttergebäck haben die Flüchtlingskinder in der Bäckerei Kröger geformt und auf einem großen Blech gebacken.
Leckeres Buttergebäck haben die Flüchtlingskinder in der Bäckerei Kröger geformt und auf einem großen Blech gebacken. © Matthias Reichwein

Der Verein KulturLeben Hochtaunus fördert kulturelle Teilhabe nicht nur über kostenfreie Tickets für Kulturveranstaltungen für Menschen mit geringem Einkommen. Er unterstützt auch über seine Initiative „Kulturkinder!“ die Integration von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Kulturkreisen. Und wie gelänge das besser als damit, etwas gemeinsam zu machen? Zum Beispiel, etwas gemeinsam zu backen . . .

In Kröger’s Backstube in den Louisen-Arkaden riecht es derzeit irgendwie immer, als ob es sich hier um eine Filiale der Weihnachtsbäckerei handelt – und das ist auch kein Wunder. Plätzchenbacken in Handarbeit ist für das Bäckerei-Team schließlich die Regel. Um die Freude am Backen – und an der deutschen Backkultur – weiterzugeben, hatte Jorrit Hoffmann, Geschäftsführer der Bäckerei Kröger, die Backstube jüngst für zwölf Flüchtlingskinder geöffnet. Und was war das für ein Spaß!

15 Kilogramm Butterplätzchenteig hatten Hoffmann und sein Team vorbereitet. Der Teig wurde dann in kleine Stücke unterteilt, damit jedes Kind „sein“ eigenes Stück „bearbeiten“ konnte. Mit einem kleinen Nudelholz wurde der Teig zunächst ausgerollt – und dann ging’s ans Ausstechen. Hoffmann hatte dafür viele Backförmchen bereitgestellt, „und sogar extra noch mal ein paar Herzformen gekauft, weil die immer besonders beliebt sind“, sagt Hoffmann.

Vier Backbleche voll belegten die Flüchtlingskinder mit ihren Plätzchen, jedes wurde auf besonders gekennzeichnetes Backpapier gelegt, um hinterher ja nicht zu verwechseln, wessen Gebäck es war! Verwechslungsgefahr war ohnehin spätestens nach dem Verzieren (Hoffmann: „Das macht den Kindern beinahe noch mehr Spaß als das Ausstechen.“) ausgeschlossen. Denn jedes Kind hatte seine eigenen Vorstellungen davon, wie viele und welche Zucker-Deko-Artikel aufs Gebäck sollten.

OB Alexander Hetjes (CDU) war jedenfalls hellauf begeistert, zumal er – gar nicht so schlecht, Rathauschef zu sein – die eine oder andere Kostprobe bekam. „Das Projekt fördert nicht nur das Kennenlernen der Kulturen, sondern produziert auch noch leckere Ergebnisse“, sagte Hetjes und strich sich zufrieden über den Bauch.

Dr. Felix Blaser, Vorsitzender des Vereins Kulturleben Hochtaunus, sagte über das Integrationsprojekt „KulturKinder!“: „Derzeit wird viel von Integration geredet. Jeder weiß, dass Menschen beim Essen zusammenkommen und bei der Vorbereitung desselben voneinander lernen. Das gemeinsame Backen kann also auch zum Zusammenhalten führen.“

Dass es dazu kommen konnte, ist Jutta Kaiser zu verdanken, der ehrenamtlichen Projektleiterin der „KulturKinder!“ und Initiatorin des Back-Projektes. Sie erklärte: „Die gemeinsame Unternehmung ist es, die die Integration fördert, das gemeinsame Erleben.“

An gemeinsamen Erlebnissen für die rund 500 Flüchtlingskinder, die Kaiser im Rahmen von „KulturKinder!“ im Blick hat, mangelt es zum Glück nicht: Demnächst stehen auch ein Besuch des Heimatmuseums in Seulberg und der Krebsmühle in Oberursel an und einer im Massenheimer Weg in Ober-Eschbach. Dort hat Künstler Stephan Müller zum Specksteinschleifen eingeladen. Klingt so, als würde da zu den selbst gemachten Plätzchen gleich auch noch das selbst gemachte Weihnachtsgeschenk kommen . . .

Auch interessant

Kommentare