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Dr. FrankBlechschmidt

Dr. Frank Blechschmidt (FDP) zieht in den Landtag

Interview: "Die Lust ist auf jeden Fall noch vorhanden"

Er ist wieder da – also im Landtag sitzt er wieder, der Dr. Frank Blechschmidt. Der bisherige Fraktionschef der FDP in Wiesbaden, Florian Rentsch, hatte vergangene Woche seinen Wechsel in die freie Wirtschaft verkündet – und Blechschmidt war der erste Nachrücker in der Fraktion der Liberalen. TZ-Redakteur Marc Kolbe hat mit dem Rechtsanwalt mit Kanzlei in Bad Homburg über die Lust an der Politik, mögliche Koalitionen und Personenkult gesprochen.

Herr Dr. Blechschmidt, wie sah Ihre erste Reaktion auf den angekündigten Rückzug von Florian Rentsch aus: Bedauern über den Verlust eines Vorzeige-Liberalen oder Freude über ihr Comeback im Landtag?

DR. FRANK BLECHSCHMIDT: Es ist sehr schade, dass Florian Rentsch die Fraktion verlässt, wo er eine wichtige Position inne hatte.

Und gar keine Freude?

BLECHSCHMIDT: Auf jeden Fall. Ich bin nun mal ein sehr politischer Mensch. Und auch der Zeitpunkt stimmt gerade.

Beruflich ist der erneute Einzug in den Landtag aufzufangen?

BLECHSCHMIDT: Das wird noch flotter als 2009 gehen, als ich das erste Mal in den Landtag eingezogen bin. Meine Mitarbeiter und auch meine Kollegen kennen das also schon. Das ist damals fünf Jahre lang bestens gelaufen und wird auch diesmal gut laufen. Die elektronischen Medien machen es möglich.

Die Lust auf die Politik ist also immer noch vorhanden?

BLECHSCHMIDT: Die Lust ist auf jeden Fall noch vorhanden. Als ich vom Rückzug von Florian Rentsch gehört habe, bin ich in mich gegangen und spürte, dass ich noch mal will. Auch wenn in den vergangenen Jahren mein Beruf im Vordergrund stand, habe ich den Kontakt nach Wiesbaden nicht abbrechen lassen, sondern Kontakt in die Fraktion gehalten.

Nun mal zur „großen“ Politik: Macht Ihnen der Personenkult um den Vorsitzenden Christian Lindner Sorge? Es soll ja mitunter schiefgehen, nur auf ein Pferd zu setzen . . .

BLECHSCHMIDT: Nein, Christian Lindner hat in den vergangenen dreieinhalb Jahren alles richtig gemacht, hat Kärrnerarbeit für die FDP geleistet. Er war gut beraten, viel Präsenz zu zeigen – gerade auch in den Talkshows. Das Auftreten von ihm war eine außerparlamentarische Notwendigkeit. Und keine Sorge, die FDP ist breit genug aufgestellt.

Wenn Sie die Wahl hätten, was wäre Ihnen nach der Bundestagswahl lieber: eine Ampel (SPD, Grüne, FDP) oder eine schwarz-gelbe Koalition (CDU und FDP)?

BLECHSCHMIDT: Am liebsten ist mir eine starke FDP. Regierungsbeteiligung ist hier absolut nachrangig, ansonsten hat zu diesem Thema jeder seinen Standpunkt. Ich habe zum Beispiel auf Kreisebene über viele Jahren eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der CDU erlebt. Aber natürlich hat auch eine sozial-liberale Zusammenarbeit in der Vergangenheit in Hessen funktioniert. Aber erste Priorität hat ein gutes Ergebnis für die FDP.

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