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Der Pferdekopf von Waldgirmes beschäftigte Saalburgdirektor Dr. Carsten Amrhein und sein Team im vergangenen Jahr am intensivsten. Schließlich galt es, eine neue Dauerausstellung zu konzipieren.

Sensationsfund

Das Römerkastell Saalburg und das Jahr im Zeichen des Pferdekopfes

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Auf ein ebenso aufregendes wie spannendes Jahr blickt das Römerkastell Saalburg zurück. Im Mittelpunkt stand dabei zweifelsohne die neue aufsehenerregende Dauerausstellung mit dem Pferdekopf aus Waldgirmes. Dennoch sind die Besucherzahlen leicht rückläufig gewesen.

Das Römermuseum Saalburg hatte im vergangenen Jahr bei der Zusammenstellung ihres Jahresprogramms Kreativität bewiesen: Eine bemerkenswerte Sonderausstellung „Rom lebt! … und wir mitten drin!“, bei der sich die Besucher selbst in eine antike Szenerie einbringen konnten, ein Soldatenlager oder der Thementag zu Pferd und Reiter in der Antike. Doch das alles wurde zweifelsohne überstrahlt von der Eröffnung der neuen Dauerausstellung rund um den vergoldeten Pferdekopf aus Waldgirmes.

Und doch gibt es einen leichten Wehmutstropfen, denn die Besucherzahlen sind im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen: 115 000 Besucher wollten im vergangenen Jahr der römischen Vergangenheit auf die Spur kommen – 3000 weniger als 2017. Möglicherweise hat ja da der heiße Sommer ein wenig die Statistik verhagelt, in der viele den Aufenthalt im Freien scheuten und erst gar nicht den Weg zum Museum auf dem Taunuskamm antraten.

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Weiterhin setzt die Saalburg auf eine persönliche Betreuung ihrer Besucher. So gab es im vergangenen Jahr mehr als 2700 Führungen, Aktiv- und Ferienprogramme, Thementage und Abendevents. Auf diese Weise sollen Interessierten Inhalte vermittelt werden, die sich bei einer einfachen Betrachtung der Ausstellungstücke nicht sofort erschließen.

Im Mittelpunkt stand aber für die Saalburg die Konzeption der neuen Dauerausstellung zum Pferdekopf, der seit dem 19. August der Öffentlichkeit gezeigt wird. Sie wurde in enger Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern, den Ausgräbern der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts und den Museumspädagogen der Saalburg konzipiert. Die Saalburg bietet mit ihrer Expertise ein ideales Ausstellungsumfeld für den Pferdekopf und die weiteren Funde aus Waldgirmes. In der neuen Dauerausstellung sind die Funde der Grabungen in Waldgirmes im Original zu sehen. Moderne Medien ermöglichen den Besuchern ein neues Erleben, unter anderem kann mittels eines 3D-Animationsfilms die virtuelle Rekonstruktion der einstigen Siedlung nachvollzogen werden.. Zu der neuen Ausstellung ist auch ein neuer Museumsführer mit dem Titel „Rom in Germanien. Waldgirmes – Dauerausstellung im Römerkastell Saalburg“ erschienen.

Historische Reitkunst

Dazu passend zur neuen Dauerausstellung ging es beim Thementag Ende August um Pferde und Reiter. Versierte Darsteller historischer Reitkunst sorgten mit spektakulären Vorführungen für eine spannende Gegenüberstellung der verschiedenen Reit- und Kampftechniken.

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Von April bis Oktober war die Sonderausstellung „Rom lebt!… Und wir mittendrin!“ zu sehen. Großformatige Ölgemälde mit 3D-Effekten zeigten Szenen aus dem Alltag, intim oder spektakulär, und reizten zum Eintauchen in die lebendige Welt der Römer. Die Besucher stellten sich zu den Bildern und vervollständigten die Szenerie. Schnell waren die Smartphones gezückt und Schnappschüsse gemacht. Auf den Fotos verwandelten sich die Besucher dann von bloßen Betrachtern in einen Teil der Ausstellung. Diese interaktive Zeitreise regte zum Mitmachen und Fotografieren an. Eine Auswahl der lustigsten Fotos und Selfies, die uns die Besucher zuschickten, wurde im Anschluss prämiert.

Römische Küche

Auch im vergangenen Jahr erfreuten sich Veranstaltungen, die auf angenehme Weise kulinarische Genüsse und spannende Informationen zur Kultur der Römer verbanden, besonderer Beliebtheit. Während des Thementags „Culinaria – Antike Esskultur“ am Pfingstwochenende erlebten die Besucher römische Gastlichkeit und was man dazu alles wissen muss. Die I. Römercohorte Opladen hatte ihr Versorgungszelt aufgebaut, überall im Kastell waren Feuerstellen in Betrieb, die Öfen rauchten und es brodelte und brutzelte in Töpfen und Pfannen. Aber auch der Klassiker unter den Culinaria, der „Römische Abend“, zog im letzten Jahr wieder viele Weinliebhaber, Feinschmecker und Wissensdurstige in das Museumscafé Taberna.

Neugierige konnten dort auch am „Römischen Buffet“ zu verschiedenen Terminen römische Speisen probieren. Einen Blick auf den Teller der römischen Nachbarn warf der Vortrag „Von Getreidebrei und Honigwein – Speisen bei den Kelten“.

(aw)

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