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Mittlerweile ist klar ersichtlich, dass hier am Rande von Ober-Eschbach eine Tankstelle gebaut wird. Mitte März soll sie eröffnet werden.

Langes Warten 

Jahre später als geplant: Tankstelle am Ortsausgang von Ober-Eschbach soll endlich eröffnen

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Nach jahrelangem Vorlauf soll die Tankstelle am Ortsausgang Ober-Eschbach im Frühjahr endlich eröffnet werden. Außer Sprit bietet die Hessol-Filiale noch einiges mehr – und zwar rund um die Uhr.

Bad Homburg - Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund. Im Sommer 2016 berichtete diese Zeitung über die Pläne des Bad Vilbeler Familienunternehmens Hessol, in Ober Eschbach (an der Kreuzung, wo der Südring auf den Ostring trifft und die Ober-Eschbacher Straße beziehungsweise die L 3003 Richtung Frankfurt kreuzt) eine große neue Tankstelle zu eröffnen. „Wenn alles nach Plan läuft, können wir im Februar 2017 eröffnen“, wurde Geschäftsführer Dr. Claus Fischer seinerzeit zitiert.

Eröffnung der Tankstelle am Ortsausgang von Ober-Eschbach für Mitte März geplant

Nicht nur die Eschbacher freuten sich schon, bald nicht mehr in die Innenstadt, nach Ober-Erlenbach oder gar nach Frankfurt fahren zu müssen, um zu tanken, ihr Fahrzeug waschen zu lassen oder den Reifendruck zu kontrollieren; vom bequemen „sonntags mal schnell einen Liter Milch, Brot und notfalls auch mal Eier holen“ mal ganz abgesehen.

Zu früh gefreut, denn es lief nicht alles nach Plan, und so gingen dieMonate und Jahre ins Land . . . Aber jetzt ist Licht am Ende des „Tanktunnels“ zu sehen: Die Bauarbeiten schreiten sichtbar voran, und so ist – Stand jetzt – die Eröffnung für Mitte März geplant. „Aber es kann sich noch etwas verschieben, denn wir sind auch von der Witterung abhängig. So können beispielsweise Asphaltierarbeiten erst ab einer bestimmten Außentemperatur erledigt werden“, erläutert Andreas Fischer. Der Sohn des Hessol-Geschäftsführers wird die neueste der mehr als 20 Tankstellen des Familienunternehmens als Pächter führen, so wie er es bereits bei der Filiale in Massenheim tut.

Waschanlage auf der Tankstelle am Ortsausgang von Ober-Eschbach geplant

Ähnlich wie im Bad Vilbeler Stadtteil wird bald auch in Ober-Eschbach einiges mehr als nur Sprit geboten: Außer vier Zapfsäulen mit jeweils zwei Zapfpunkten für Personenwagen wird es eine eigene Säule für Lastwagen geben und – wenn auch nicht von Anfang an – eine Zapfstelle für Wasserstoff. Außerdem können Fahrer von Elektrofahrzeugen an einer Schnelllade-Station innerhalb von 30 bis 45 Minuten rund 80 Prozent ihrer Batterien aufladen. Im zweiten Bauabschnitt soll im hinteren Teil des Grundstücks eine große SB-Waschanlage mit Staubsauger-Station entstehen.

Der Shop wird neben dem ohnehin schon breit aufgestellten Sortiment einen ausgeweiteten Bistro-Bereich mit vielen frischen Produkten bieten. Und wer neben seinem Auto wartend steht, während sich der Tank füllt, erfährt auf dem modernen Zapfsäulen-Display beispielsweise, dass in einer Minute die Croissants frisch aus dem Ofen kommen.

Paketshop und Lottostelle sollen in die Tankstelle am Ortsausgang von Ober-Eschbach kommen

„Das wird die digitalste Tankstelle Deutschlands werden, denn alles ist vernetzt und kommuniziert miteinander, die Abläufe werden energiesparend optimiert“, freut sich der 36 Jahre alte Betriebswirt, dem Umweltschutz ein wichtiges Anliegen ist. Außerdem werden ein Paketshop („wahrscheinlich DHL“) und eine Lottoannahme integriert.

Der Pächter rechnet damit, für die Tankstelle inklusive Teilzeitkräften rund 30 Mitarbeiter einzustellen. Klingt viel, doch die Station wird rund um die Uhr geöffnet haben, in den Nachtstunden allerdings über einen Nachtschalter bedient, durch den vielleicht nicht jedes Paket durchpasst.

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Bleibt die Frage, warum sich die Bauarbeiten um satte zwei Jahre verzögert haben. „Die Baugenehmigung hat wegen des Wasserschutzgebiets und der damit verbundenen besonderen Auflagen um einiges länger gedauert als geplant. Außerdem hatten wir es hier nicht nur mit den Kelten, sondern dann auch noch mit den Römern zu tun“, erklärt Dr. Claus Fischer. Weil das Denkmalamt wertvolle Funde oder Gräber aus römischer Siedlungsgeschichte vermutete, wurde der Boden ein weiteres Mal freigelegt. Gefunden haben die Archäologen tatsächlich ein paar Tonstücke, allerdings nichts Wertvolles und auch keine Gräber. Die Scherben, die jetzt katalogisiert werden, haben das Familienunternehmen eine sechsstellige Summe sowie ein Jahr Verzögerung gekostet.

Die Eschbacher jedenfalls freuen sich darauf, nach mehr als 20 Jahren endlich wieder eine Tankstelle in ihrem Ortsteil zu haben.

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