Villa Wertheimber

Jawort in historischem Ambiente

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Weil es diverse schöne Locations anbietet, kann sich das Homburger Standesamt kaum vor Hochzeitsanfragen retten, auch aus dem Umland. Jetzt kommt als weiterer Ort die frisch sanierte Villa im Gustavsgarten hinzu. Doch um sie zu mieten, muss man schnell sein – und das nötige Kleingeld haben.

Bereits seit vorigen Sommer können historisch Interessierte im ersten Stock der Villa Wertheimber in alten Handschriften lesen. Wer in den diversen Lesesälen des Stadtarchivs dann und wann den Blick hebt, kann ihn bis zum Feldberg schweifen lassen. Gewiss, das Archiv ist in der grünen Idylle des Gustavsgartens bestens platziert. Und für die Räume im Erdgeschoss der frisch sanierten Villa hat die Stadtverwaltung nun auch eine Nutzungsart gefunden, die die gewährleistet, dass die historische Einrichtung bewahrt wird, dass zum anderen aber auch Geld in die Stadtkasse kommt.

Für 7 Millionen Euro erwarb die Stadt 2011 das Grundstück mit baufälliger Villa, weitere 5,6 Millionen steckte sie in die Sanierung. Im ersten Stock ist seit vergangenen Sommer das Stadtarchiv untergebracht; die Sanierung im Haus wurde kürzlich abgeschlossen. In diesem Jahr wird noch Geld in die Außenanlagen fließen. Nach Worten des scheidenden Stadtkämmerers Karl Heinz Krug (SPD) entstehen jährlich zwischen 250 000 und 300 000 Euro an Kosten für die Instandhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes.

Deshalb wäre es allein aus finanziellen Gründen schade, nicht auch das Erdgeschoss der Villa zu nutzen. Nach diversen Gesprächen mit dem Denkmalschutz hat die Stadt das schöne, um 1900 entstandene Gebäude als weiteres Standesamt auserkoren. An fünf Samstagen im Jahr wird die Etage an jeweils ein Hochzeitspaar vermietet. Weitere Termine sind laut Stadt aus personellen Gründen nicht möglich.

In der großen holzgetäfelten Halle mit angrenzendem Wintergarten findet zwischen 10 und 16 Uhr der standesamtliche Akt der Eheschließung statt. Dafür muss das Paar das Gebäude für den kompletten Tag anmieten – und hat gleich einen gediegenen Ort zum Feiern. Für 2018 sind sämtliche Termine (19. Mai, 9. Juni, 7. Juli, 4. August, 15. September) bereits ausgebucht. „Die meisten waren schon weg, kurz nachdem wir das Angebot im Dezember online gestellt hatten“, berichtet Krug. „Und das, obwohl das Haus in Gänze angemietet werden muss.“ Auch 2019 soll es wieder fünf Termine in der Villa geben.

Die Räume im Erdgeschoss werden aber auch für andere Feierlichkeiten vermietet. Das kostet – egal ob für eine Hochzeits- oder Geburtstagsfeier – derzeit 1000 Euro; vom 1. April an, wenn die neue Nutzungssatzung in Kraft tritt, werden es 1300 Euro sein. Ginge es nach Kämmerer Krug, so wäre die Miete noch höher. „Wir haben wir uns an den Kosten für den Louissaal im Schloss orientiert – dort ist es noch etwas teurer“, erläutert der Kämmerer.

In der Villa Wertheimber müssen zudem eine Kaution von 5000 Euro hinterlegt und eine Haftpflichtversicherung nachgewiesen werden. „Und es gibt eine strenge Abnahme“, ergänzt der städtische Hochbau-Leiter Enzo Spadano. Mit Blick auf die Nachbarn muss jede Feier um 1 Uhr nachts enden. Ansonsten werden die Räumlichkeiten der Villa nur für Vorträge Lesungen, etwa beim Poesie- und Literaturfestival, für städtische Empfänge oder vom Stadtarchiv genutzt (siehe auch Text unten).

„Die Nachfrage nach außergewöhnlichen Orten zum Feiern ist ungebrochen“, weiß Krug. Ebenfalls gut angenommen würden die Standesämter im Schloss und im Kaiser-Wilhelms-Bad (Kosten nur für die Eheschließung: jeweils 300 Euro). 64 Euro kostet das Jawort im Standesamt Schulberg, im Rathaus wird keine Miete erhoben.

Als Pluspunkt für die Villa als Hochzeitsort spricht nicht nur der herrliche Garten, sondern auch die Größe der Räumlichkeiten. Mit Bestuhlung fassen sie 150, ohne Stühle sogar mehr als 400 Gäste. Die anderen drei Orte können nur Hochzeitsgesellschaften mit bis zu 40 Personen aufnehmen.

Auch die Termine im Schloss (sieben pro Jahr mit jeweils vier Trauungen) und im Kaiser-Wilhelms-Bad (16 pro Jahr mit jeweils fünf Trauungen) sind für das laufende Jahr bereits fast alle vergeben. Auch die acht Termine am 18.8.18 sind bereits weg. Noch zu haben waren bis gestern Termine im Standesamt am Schulberg: am Samstag, 11. August, 18.15 und 19 Uhr.

Wer doch noch auf die Villa Wertheimber hofft, kann sich unter Telefon (0 61 72) 1 00–33 33 oder per Mail an standesamt@bad-homburg.de melden. Denn jene Paare, die die fünf Samstage in diesem Jahr reserviert haben, müssen sich zur Eheschließung angemeldet haben, um den Raum auch tatsächlich zu bekommen. Für Paare, die 2019 heiraten wollen, hat Standesamt-Leiterin Gabriele Caspari einen Tipp: „Bald nach den Sommerferien 2018 im Standesamt anfragen.“

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