+
Fußgänger aus Dornholzhausen kommen auf dem rechten Gehweg gar nicht mehr bis zum Kreuzungsbereich. Sie müssen die linke Seite oder die Fußgängerampel am Kälberstücksweg benutzen, um die B456 zu queren.

Verkehrslage

Jeden Tag zeigt sich eine andere Verkehrssituation an der PPR-Kreuzung

  • schließen

Heute ist bereits der fünfte Tag, an dem die PPR-Kreuzung umgebaut wird. Jeden Tag ist die Verkehrslage eine andere. Gestern stauten sich die Autos bis weit ins Usinger Land, Mittwoch gab es fast keine Wartezeiten, und am Dienstag war die Verkehrslage chaotisch. Gründe dafür gibt es viele.

Schnell noch einen Blick in den Rückspiegel geworfen und den Lippenstift nachgezogen – perfekt. Andere Autofahrer haben ihre Aufmerksamkeit nach unten gerichtet: Ihre Körperhaltung und die Bewegungen der Arme lassen vermuten, dass sie E-Mails checken oder per WhatsApp Nachrichten versenden. Ein Fahrer kramt auf dem Beifahrersitz in der Tasche. Ein anderer nutzt die Zeit, um einen Kaffee zu trinken und ein Croissant zu frühstücken. Es hat einen gewissen Reiz zu beobachten, womit sich die Pendler im Stau vor der PPR-Kreuzung die Wartezeit vertreiben.

Dumm nur, dass sich diese gerade dadurch oft verlängert. Denn immer wieder übersieht ein Fahrer, dass sich die Autoschlange vor ihm in Bewegung setzt. „Beim abfließenden Verkehr während einer Grünphase entstehen ganz schnell große Lücken zwischen zwei Fahrzeugen“, sagt Angela Bajorat. „Dann entsteht der typische Ziehharmonika-Effekt: die Lücken zwischen den Autos werden größer und größer. Das hat wiederum zur Folge, dass viel weniger Autos während eines Ampeltakts über die Kreuzung kommen, als es eigentlich möglich wäre.“

Die für Ampelanlagen in der Kurstadt verantwortliche Mitarbeiterin aus dem Technischen Rathaus beobachtet seit Montag im morgendlichen Berufsverkehr an der Behelfsampel der PPR-Kreuzung genau dieses Phänomen immer wieder. Sie dokumentiert die Lücken, aber auch die Staulängen an den einzelnen Straßenzweigen – mit dem Ziel, die Ampeltaktung zu verbessern.

An der Baustellenampel ist eine sensorgesteuerte Kamera montiert, die genau den Verkehrsfluss registriert. Bei zu großen Lücken zwischen den Autos wird die Ampel automatisch umgestellt – das Programm geht davon aus, dass kein Auto mehr kommt. So ist es den Verantwortlichen der Projektleitung möglich, die Ampelphasen anders einzustellen.

Doch es gibt noch ganz andere Faktoren, die die Verkehrsdichte und Staulänge beeinflussen. So hatte sich gestern im morgendlichen Berufsverkehr zusätzlich ein Unfall an der Saalburg ereignet. Der allmorgendliche Saalburg-Stau im Usinger Land begann deshalb bereits mitten auf der Wehrheimer Umgehung.

Für die Fahrt von Usingen über die Saalburg nach Bad Homburg benötigten die Pendler glatt eine Stunde. Ebenso lange benötigten Arbeitnehmer aus Usingen, die das Chaos an der PPR-Kreuzung umfahren und über den Sandplacken und Oberursel nach Bad Homburg zur Arbeit fuhren. Auch am Dienstagmorgen herrschte völliges Chaos an der Kreuzung, weil sich ein langer Stau auf der A5 umgehend auf die Verkehrsdichte auf der B456 auswirkte. Erst gegen 10.30 Uhr entspannte sich die Lage.

Am Mittwochmorgen hingegen lief alles völlig entspannt. Gegen 7.45 Uhr benötigten die Dornholzhäuser vom Stau-Ende in der Saalburgstraße bis zum Passieren der Behelfsampel lediglich zwei Ampeltakte. Und das obwohl statt drei Spuren nur eine zur Verfügung steht.

Zwischen acht und zwölf Fahrzeugen fahren während der gut 20 Sekunden dauernden Grünphase über die Kreuzung. Die aus Dornholzhausen kommenden Stadtbusse hatten an der Haltestelle am Polizeipräsidium nur eine geringe Verspätung von drei Minuten. Aus dem Usinger Land kamen die Pendler – wieso auch immer – gänzlich ohne Staubildung hinauf auf die Saalburg.

Talabwärts verlangsamte sich der Verkehrsfluss zwar – doch ohne Rückstau floss der Berufsverkehr zügig über die Ampel an der PPR-Kreuzung ab. In gerade einmal 15 Minuten war das sonstige Nadelöhr durchfahren, in gerade einmal 35 Minuten war man von Usingen in Bad Homburg.

Über den Ablauf des Großprojektes und die verschiedenen Bauphasen mit der jeweils geänderten Verkehrsführung informiert die Stadt Bad Homburg ausführlich im Internet unter .

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare