Oberbürgermeisterwahl in Bad Homburg

Jetzt ist es ein Dreikampf

  • schließen

Bürgermeister Karl Heinz Krug will es noch mal wissen: Wie 2009 bewirbt er sich um das Amt des Oberbürgermeisters – und rechnet sich gute Chancen aus.

Lange Zeit hatte er nicht nur die Bad Homburger und die SPD-Mitglieder, sondern auch seine Frau, SPD-Chefin Elke Barth, im Ungewissen gelassen. Tritt er zur OB-Wahl (14. Juni) an oder nicht? Jetzt hat Bürgermeister Karl Heinz Krug die Katze aus dem Sack gelassen: „Ich steige ein und kämpfe um das OB-Amt. Ich gehöre in dieses Rennen.“ Nachdem bereits Amtsinhaber Michael Korwisi, der als Parteiloser antritt, und Alexander Hetjes (CDU) ihre Kandidatur bekanntgegeben haben, erwartet die Kurstadt wie schon 2009 ein Dreikampf um den Chefsessel im Rathaus.

Lange habe er mit sich gerungen. Der Stachel der Enttäuschung über die Degradierung im vergangenen Jahr durch OB Korwisi habe tief gesessen. „Das war eine schwierige Zeit. Da habe ich mich schon auch mal gefragt, ob ich mir das noch mal antun will“, erklärt der 43-Jährige. Letztlich habe es mehrere Gründe gegeben, warum er nun doch wieder antrete.

Da wäre die zum Beispiel die „Verantwortung für die Stadt“. Das Haushalt-Chaos der vergangenen Monate habe gezeigt, dass die kurstädtischen Finanzen in kompetente Hände gehörten. Krug: „Die – immer noch ungelöste – Problematik mit den Finanzen der Kur wurde nicht seriös angegangen. Und auch von Wahrheit und Klarheit war im Haushalt nichts zu sehen.“ Jetzt sei ein „aktives Finanzmanagement mit ruhiger Hand“ gefordert. Dass er das könne, habe er in seiner Zeit als Kämmerer unter Beweis gestellt.

Seine Degradierung durch den OB habe ausschließlich eine machtpolitische Komponente und habe der Stadt geschadet. Fast sämtliche von ihm angestoßenen Projekte (Initiative Innenstadt, regelmäßige Unternehmensbesuche, Projektgruppe Finanzsteuerung) seien mittlerweile eingeschlafen.

Aber auch der Zuspruch aus der Bevölkerung habe ihm seine Entscheidung erleichtert. „Nach der emotionalen Achterbahnfahrt der vergangenen Monate habe ich unheimlich viel Zuspruch erhalten. Diese Menschen möchte ich nicht enttäuschen“, sagt Krug. Das gelte auch für seine Partei, die immer noch eine „zentrale Volkspartei“ sei und zur OB-Wahl einen Kandidaten aufstellen müsse. „Und wenn wir einen Kandidaten aufstellen, dann war klar, wer das sein muss: Karl Heinz Krug kann OB“, sagt SPD-Chefin Barth. Die Partei habe gewollt, dass ihr Mann antritt. Fraktionschef Jürgen Stamm haut in die selbe Kerbe: „Es ist für unsere Mitglieder enorm wichtig, dass mit Krug nicht irgendein, sondern ein guter Kandidat antritt.“

„Jetzt kann der Wahlkampf beginnen“, scharrt Krug schon mit den Hufen. Vorstand und Beirat der SPD haben seine Kandidatur bereits abgesegnet. Ein positives Mitgliedervotum, das am 20. März ansteht, ist ihm wohl zu 100 Prozent sicher. Er wolle keinen Wahlkampf gegen jemanden führen, sondern auf die eigenen Stärken setzen. Und dabei rechnet er sich „gute Chancen“ aus. Schließlich könne er auch im konservativen Lager punkten. „Ich habe immer über alle Lager hinweg gearbeitet, keine Lager- oder Machtpolitik betrieben“, sagt der Bürgermeister. Er erwartet einen spannenden Wahlkampf mit „drei staken Kandidaten“.

Bei der Wahl 2009 holte Krug, damals noch ein Nobody in Bad Homburg, aus dem Stand beachtliche 21,7 Prozent – und schied dennoch im ersten Wahlgang aus. Das soll diesmal anders laufen. „Wenn Korwisi in der ersten Runde rausgeflogen ist, schauen wir weiter.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare