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Joey Kelly: Nicht jammern, weiterkämpfen!

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Von: Monika Melzer-Hadji

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Die Promis geben sich an der Maria-Ward-Schule die Klinke in die Hand. Gestern war Joey Kelly zu Besuch. Sein Vortrag über Ausdauer und Motivation hat Eindruck hinterlassen – nicht nur bei den Schülerinnen.

Die Mädchen kennen ihn alle, nämlich aus den „TV total“-Events, bei denen der 42-Jährige regelmäßig an den Wettkämpfen von Stefan Raab teilnimmt und mehr als einmal ganz oben auf dem Siegertreppchen stand („Mein erstes Ziel heißt: gewinnen; wenn das nicht gelingt: wenigstens besser als Stefan Raab abzuschneiden!“). Dass Joey als Mitglied der „Kelly Family“ auch auf 20 extrem erfolgreiche Jahre als Musiker zurückblicken kann, wussten die meisten der 13 bis 18 Jahre alten Schülerinnen der Maria-Ward-Schule bis gestern Vormittag nicht.

Joey Kelly ist auf Einladung von Oliver Sieper gekommen. Der stellvertretende Schulleiter ist mit dem Künstler und Sportler befreundet, seitdem er in den 1990er Jahren die großen Tourneen der „Kelly Family“ mitorganisiert hat. Bei Stefan Raabs „WOK WM“ gehört Sieper zu Kellys Team.

Ausgesprochen sympathisch tritt Joey Kelly auf und hat sofort die volle Aufmerksamkeit der Schülerinnen von der achten Klasse bis zur Oberstufe. Selbstironisch („Bei den Bravo-Wahlen zum beliebtesten Mitglied der ,Kelly Family‘ war ich immer der Letzte.“) erzählt er aus seinem Leben. Den schweren Zeiten, als sich die damals zwölfköpfige Familie als Straßenmusiker gerade so über Wasser hielt („ ,Der Hut lügt nicht; ist man gut, überlebt man‘ hat unser Vater immer gesagt.“). Vom berühmten Doppeldeckerbus über das Hausboot bis zur ausverkauften Berliner Waldbühne („Wenn du da auftrittst, hast du es geschafft.“) und 20 Millionen verkaufter Schallplatten: „Wahnsinn, was für einen Mut meine Eltern hatten!“

Diesen Mut, Herausforderungen anzunehmen, sich Ziele zu stecken und nicht wegen jeder Kleinigkeit aufzugeben, hat Joey Kelly zweifellos geerbt. Nachdem er bei seinem ersten – aus einer Wette entsprungenen – Triathlon gescheitert war („Ich musste mich an der Schwimmtonne festhalten, sonst wär’ ich abgesoffen und ihr hättet jetzt Unterricht.“), hatte ihn der Ehrgeiz gepackt. Fortan trainierte er nachts nach den Konzerten („In Peking hab’ ich mich verlaufen und meinen persönlichen Vier-Stunden-Peking-Marathon erlebt.“).

Er kennt keine Grenzen, „no limits“ lautet sein Motto: Unzählige Marathons, Triathlons, Iron-, Ultraman- und Extremläufe, aber auch „24 Stunden gegen die Rolltreppe“ – es gibt praktisch keine sportliche Herausforderung, der sich Joey Kelly in den vergangenen 20 Jahren nicht gestellt hätte. Und wenn er an einem Wettbewerb zum wiederholten Mal teilnimmt, dann immer mit dem Ziel, diesmal noch besser abzuschneiden. Fast nebenbei erwähnt er, dass er dabei über eine Million an Spendengeldern für wohltätige Zwecke eingesammelt hat („Und die zweite Million will ich in fünf Jahren schaffen.“).

Das Leben – ein Marathon

Das Jammern einstellen, nicht aufgeben, sondern weiterkämpfen, ist seine Botschaft. Und zwar in allen Lebensbereichen: „Das ganze Leben ist ein Marathon, glaubt an Euch, es lohnt sich“, ruft er den Schülerinnen zu und zeigt eindrucksvolle Filmausschnitte. Auch vom Marathon des Sables, als er am zweiten Tag kurz vorm Aufgeben war („Mein innerer Schweinehund war größer als die Schule hier.“), dann aber doch weitergelaufen ist. „Als ich nach unvorstellbaren Strapazen und 240 Kilometern durch die Wüste am Ziel war, war das ein größerer Erfolg, als vor 50 000 Zuschauern aufzutreten. Kämpfen zahlt sich aus.“

Seine Survival-Deutschlandtour und den Wettlauf zum Südpol im Team von Markus Lanz bezeichnet der dreifache Vater als Höhepunkte seines sportlichen Lebens: „In Extremsituationen zeigt sich der Charakter.“ Und er weiß: „Man kann nicht immer gewinnen. Aber es ist wichtig, dass man aus Niederlagen seine Lehren zieht und immer wieder aufsteht. Es wird nämlich auch anerkannt, wenn jemand kämpft und alles gibt.“ Die Schülerinnen bedanken sich mit lange anhaltendem Applaus für einen Vortrag der besonderen Art: „Ich bin sehr beeindruckt und finde es toll, dass er uns richtig Mut gemacht hat, unsere Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn’s mal schwer ist“, begeistert sich Julia (17), ihre Freundin Celine (18) ergänzt: „Das ist ein ganz toller Mensch, der hat mich jetzt ganz krass motiviert.“

Auch Schulleiterin Michaela Eder ist sichtlich angetan: „Ich bin beeindruckt – no limits – es ist eine wahnsinnige Ehre, neben so einer Persönlichkeit zu stehen.“

Und auch wenn sie die Musik der „Kelly Family“ bis dato nicht kennen, reißen sich die Schülerinnen um die CDs, die der Künstler ihnen schenkt.

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