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Junge Satelliten-Bauer bieten bald eigene AG an

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Von: Katja Schuricht

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Sebastian Fischer ist stolz auf die vier Satelliten-Bauer Boris, Linus, Hongye und Lennard (v.li), die den zweiten Platz beim Wettbewerb CanSat erreicht haben.
Sebastian Fischer ist stolz auf die vier Satelliten-Bauer Boris, Linus, Hongye und Lennard (v.li), die den zweiten Platz beim Wettbewerb CanSat erreicht haben. © ksp

Ein KFG-Quartett erringt beim bundesweiten Wettbewerb "CanSat" den zweiten Platz und gibt die Erfahrungen gerne an die folgenden Jahrgangsstufen weiter.

Bad Homburg - So sehen Sieger aus: Auch wenn es "nur" der zweite Platz geworden ist, können Lennard Voigt, Linus Habetha, Hongye Zhang und Boris Kantor (alle Schüler der Q2) stolz auf sich sein. Die vier Oberstufenschüler des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums (KFG) haben bei ihrer ersten Teilnahme am bundesweiten "CanSat" Wettbewerb die Jury beeindruckt.

Der Pokal der Vize-Meister hat jetzt in einer Vitrine vor den Naturwissenschafts-Räumen des Gymnasiums einen Ehrenplatz bekommen. Außerdem darf sich das Quartett auf einen Ausflug nach Bremen freuen: Im Herbst geht es zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Wir freuen uns schon sehr darauf, dort hinter die Kulissen schauen zu dürfen", meint Lennard Voigt. Wie bereits berichtet hat das Quartett für den Wettbewerb in monatelanger Arbeit einen Minisatelliten in der Größe einer Getränkedose gebaut.

Der Deutsche CanSat Wettbewerb, der seit 2014 jährlich in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen der Luft- und Raumfahrtindustrie stattfindet, richtet sich an technikbegeisterten Jugendlichen. Die KFG-Schüler gehörten schon nach dem harten Auswahlverfahren zu den zehn besten deutschen Teams, die nicht nur einen Minisatelliten gebaut haben, sondern sich auch der Herausforderungen stellten, für die Umsetzung des kostspieligen Projekts Sponsoren zu suchen. Denn auch im Miniaturformat ist ein Satellit eine teure Angelegenheit.

"Astra Aether" haben sich die vier experimentierfreudigen Schüler als Team genannt, für den Wettbewerb ein eigenes Logo und Sweatshirts entworfen und zudem eine eigene Homepage erstellt. Zudem haben sie ihre Fans in den sozialen Medien stets über den Verlauf informiert. Der Erfolg von Lennard, Linus, Hongye und Boris wird am Gymnasium, das steht jetzt fest, nachhaltige Spuren hinterlassen, wie Sebastian Fischer, Physik- und Mathematiklehrer am KFG, der seine Schüler zur Teilnahme inspiriert hatte, erzählt: "Das Tolle ist, das sich die Vier entschieden haben, ihre Erfahrungen an andere interessierte Schüler weiterzugeben. Sie werden im neuen Schuljahr eine AG anbieten", berichtet Fischer.

Dass Schüler für Schüler eine Arbeitsgemeinschaft leiten, sei ein Novum. "Das Ganze betten wir ein in unser LemaS-Projekt", erläutert Fischer. LemaS steht für "Leistung macht Schule".

"Drehtürmodell" gibt's seit 2018

An diesem bundesweiten Projekt nimmt das KFG seit 2018 teil. Ziel ist die Förderung leistungsstarker Schüler, mit dem Schwerpunkt auf fächerübergreifende Angebote. "Dahinter verbirgt sich das so genannte Drehtürmodell, bei dem Schüler aus dem regulären Unterricht herausgenommen werden um sich mit eigenen Projekte zu befassen", fügt er hinzu.

Fachwissen weitergeben lautet die Devise. "Wir haben so viel gelernt, beispielsweise wie man einen Prototypen baut. Das alles wollen wir gerne weitergeben", meint Boris Kantor. Und wer weiß, vielleicht findet sich in der AG auch schon die nächste Schülergeneration Tüftler und Programmierer, die sich durch das Quartett "Astra Aether" im kommenden Schuljahr zur Teilnahmen am CanSat Wettbewerb 2023 inspirieren lassen.

Ein weiterer Effekt der außergewöhnlichen Wettbewerbsteilnahme ist, dass die Schüler für ihre Schule jede Menge neues Ausrüstung anschaffen konnten, von der jetzt auch alle anderen profitieren. Dazu gehört auch ein neuer 3-D-Drucker. "Wir haben dank des CanSat Wettbewerbs viel mehr als nur das Fachliche oder Wissenschaftliche zum Thema 'wie baut man einen funktionstüchtigen Mini-Satelliten gelernt", resümiert Linus Habetha. "Wir haben Erfahrungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Sponsorensuche gesammelt und insgesamt, wie man sich selbst organisiert", berichtet er.

Eins steht außerdem fest: Wenn die Vier im kommenden Jahr mit ihrem Abitur in der Tasche das KFG verlassen, haben sie auf jeden Fall prägende Spuren hinterlassen und ein neues Kapitel in Sachen "Wettbewerbe" aufgeschlagen.

Der Mini-Satellit der KFG-Schüler hat in einer Vitrine einen Ehrenplatz gefunden.
Der Mini-Satellit der KFG-Schüler hat in einer Vitrine einen Ehrenplatz gefunden. © ksp

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