Meisterschüler geben Abschlusskonzert

Kammermusik-Konzert begeistert Zuhörer in der Schlosskirche

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Alljährlich ein spannendes und aufregendes Ereignis ist das Abschlusskonzert des Meisterkurses für Kammermusik in der Schlosskirche. Vier Ensembles stellten das Ergebnis ihrer Arbeit vor.

Das Konzert am Samstag in der Schlosskirche war gut besucht. Das Interesse an dieser Veranstaltung wächst ohnehin schon mit jedem Jahr, aber dieses Mal war es auch Pfarrer Gerhard Blaurock, dem Initiator und langjährigen Betreuer der Reihe, gewidmet, der im Dezember vergangenen Jahres verstarb. Tonmeister Christian Starke würdigte dessen Verdienste und schilderte noch einmal, wie dieser Meisterkurs aus den Konzertreihen an der Christuskirche seinen Anfang nahm. OB Alexander Hetjes (CDU) hob die Besonderheit des Kurses hervor, die Preisträger erhalten professionell hergestellte CDs für Demonstrationszwecke.

Die jungen Musiker waren sich der Würde der Veranstaltung bewusst und gaben nicht nur im eigenen Interesse ihr Allerbestes. Mit kraftvollen Akkorden begann das Duo Josephine Bastian (Violoncello) und Jaepyo Jeong (Klavier) das Allegro con brio aus der Sonate für Violoncello und Klavier op. 6 des damals erst 16-jährigen Komponisten Richard Strauss. Lebhaft und mit großem Ton entfalteten sie die Melodiebögen. Im anschließenden Andante, geheimnisvoll romantisch der Anfang, fanden sie zu starkem emotionalem Ausdruck in breit ausgelegter Dynamik.

Das Tenero Quartett (Sophie Schüler und Natália Nagyová – Violine, Clara Holdenried – Viola, Bettina Kessler – Violoncello) stellte das Ergebnis seiner Arbeit mit dem 2. Satz des Streichquartetts B-Dur op.76, 4 von Joseph Haydn und dem 1. Satz des Streichquartetts d-Moll von Franz Schubert vor. Diese jungen Musikerinnen zeigten deutlich, wie fruchtbar ihre Arbeit mit den besonderen Möglichkeiten des Kurses war, bekamen sie doch nach jeder Arbeitssequenz eine professionelle Aufnahme für weiteres Üben vom Tonmeister mit. Großartig, wie sie innerhalb dieser wenigen Tage ihre Interpretationen weiter vervollkommnen konnten.

Die Professoren Angelika Merkle und Hubert Buchberger, letzterer mit informativer Moderation, können als künstlerische Berater sehr zufrieden sein – auch mit den Früchten ihrer Arbeit.

Eine großartige Leistung boten Julian Fahrner (Violine) und Jaepyo Jeong (Klavier) mit der Improvisation von Richard Strauss aus der Sonate Es-Dur op. 18 und noch mehr mit dem Allegro aus der Sonate A-Dur von César Franck. Die Zuhörer waren begeistert von der Ausdruckskraft, dem wunderbarem Geigenton und der einfühlsamen Begleitung.

Das Duo Dominik Manz (Violoncello) und Goun Kim (Klavier), Gewinner des Förderpreises von 2015, brachte mit Le Grand Tango von Astor Piazzolla südamerikanisches Feuer in den Raum. Meisterhaft zeigte sich das Ergebnis ihrer Arbeit an diesem Werk, die Zuhörer jubelten vor Begeisterung.

Noch niemand wusste, wer die Gewinner des 24. Förderpreises der Kamar Percy und Ingeborg John Stiftung 2016 sein würden, die Spannung stieg. Seit zehn Jahren trägt die Stiftung diesen Preis, so der Vorsitzende Wolfgang Blum. Seit 2014 hat Carl-Werner Joerg den Meisterkurs mit Konzert in seine Reihe der Schlosskonzerte aufgenommen. Und dann kam das Ergebnis: das Tenero Quartett hat den Förderpreis gewonnen. Einen weiteren Preis setzte Wolfgang Blum für dieses Jahr mit dem Gerhard-Blaurock-Gedächtnispreis aus, er ging an das Duo Fahrner/Jeong.

(gai)

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