1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Bad Homburg

Der Kaufhausmensch

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sabine Münstermann

Kommentare

Mittendrin statt nur dabei: der neue Karstadt-Chef Thomas de Buy.	Foto: Reichwein
Mittendrin statt nur dabei: der neue Karstadt-Chef Thomas de Buy. Foto: Reichwein © Jochen Reichwein

Das Bad Homburger Karstadt-Warenhaus hat seit kurzem einen neuen Chef. Und der hat gleich ein klares Bekenntnis zum Standort abgelegt.

Thomas du Buy ist durch und durch ein Kaufhausmensch. Das stellt er gleich beim Fototermin mit der TZ unter Beweis. Er lässt sich zwar zunächst am Schreibtisch ablichten, sagt dann aber, ganz der Verkäufer: „Was hielten Sie denn davon, wenn wir ein Foto mit der Ware machten?“ Spricht’s und marschiert in den ersten Stock, um dort zwischen den mit neuer Ware ausstaffierten Modepuppen zu posieren. Kein Zweifel, der Mann liebt sein Kaufhaus. Und einen Blick fürs Optische hat er auch.

Das verwundert allerdings nicht, denn der 51-jährige Mönchengladbacher ist sozusagen ein echtes Karstadt-Gewächs. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Aachen stieg er bei Karstadt ein, zunächst drei Jahre als Abteilungsleiter, danach als Assistent der Geschäftsführung. Es folgten mehrere Filial-Geschäftsführer-Stellen, zum Beispiel in Wiesbaden, Düsseldorf und in Münster, wo er zuletzt tätig war. Das Angebot, nach Bad Homburg zu wechseln, war für den Vater dreier Söhne – der Jüngste ist gerade mal zwei Jahre alt – erfreulich: „Das Haus ist ein toller Standort mit viel Potenzial.“

Herausforderungen gibt es für ihn und sein 130 Mann starkes Team natürlich trotzdem viele. Und die größte heißt Internet. „Das ist für den gesamten stationären Handel die größte Herausforderung“, so du Buy. Er sagt aber auch: „Der Vorteil des stationären Handels gegenüber dem Einkauf im Netz ist der, dass der Einkauf im Internet zumeist der reinen Bedarfsdeckung dient, also überhaupt nichts Emotionales ist – im Gegensatz zum Shoppen in der Stadt.“ Letzteres könne beinahe als Freizeitbeschäftigung angesehen werden, die man zugleich mit anderen Tätigkeiten wie etwa Kaffeetrinken verbindet. „Genau hier muss man ansetzen, da muss das Angebot dem Bedürfnis folgen“, sagt der Filialleiter.

In seinem Haus habe man in den vergangenen Jahren „ordentlich daran gearbeitet“. Das mache sich auch am Angebot und dem Service bemerkbar. „Wir setzen zum Beispiel im Modebereich auf Marken, die bei den Homburgern wie den Kurgästen nachgefragt sind und orientieren uns dabei durchaus am Ansprechen der Sinne. Im Mittelpunkt steht immer auch die Beratung unserer Kunden. Service wird bei uns großgeschrieben.“ Das gelte auch für die Feinkostabteilung (siehe ZUM THEMA) und die erst vor zwei Jahren renovierte Gastronomie (die TZ berichtete).

Natürlich müsse ein Kaufhaus auch Produkte des täglichen Bedarfs im Angebot haben– wie eben Kurz- oder Schreibwaren. „Nähgarn und Schreibblöcke sind auch unser Geschäft.“

Handel koordinieren

Du Buy hält es aber auch für wichtig, dass „die Stadt ihren Handel ganzheitlich betrachtet“. Kunden kämen schließlich nicht nur zu Karstadt, sondern nach Bad Homburg zum Einkaufen. Deswegen zolle er dem Zusammenführen aller Akteure in diesem Bereich, wie die Aktionsgemeinschaft das initiiere, auch großen Respekt. „Dieses Aktionsbündnis für den Handel koordiniert und bündelt die verschiedenen Funktionen und Energien im Bereich Handel in der Kurstadt, und natürlich wird Karstadt innerhalb dieser Gruppe weiterhin seine Rolle einnehmen.“ Das zu hören dürfte nicht nur Jörg Hölzer, den Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft, freuen.

Auch interessant

Kommentare