App für Bad Homburg

KFG-Schüler haben Stolperstein-App programmiert

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Sie machen nächstes Jahr Abitur und haben schon mal bewiesen, dass Informatik das richtige Studium für sie ist: Felix Hanau (18) und Jeremy Miller (15) haben dem Verein „Initiative Stolpersteine Bad Homburg“ einen nützlichen Dienst erwiesen.

Wer durch die Wallstraße läuft, stößt seit wenigen Monaten auf goldene Quadrate im Boden, die Aufmerksamkeit fordern. Es sind Bad Homburgs erste „Stolpersteine“; sie wurden vor Wohnhäusern ins Pflaster eingelassen und erinnern an einstige Bewohner, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden. Weitere sollen folgen (siehe „Info“). Name, Geburtsjahr und Datum der Deportation sind auf den Steinen zu lesen – mehr über die Todgeweihten erfährt man nur, wenn man die Broschüre dabei hat, die der Verein „Initiative Stolpersteine Bad Homburg“ hat drucken lassen.

Felix Hanau (18) und Jeremy Miller (15), Schüler des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums (KFG), haben eine App für Android-Smartphones programmiert, mit der Interessierte die kompletten Biografien aus dem Heftchen im Design von Ariane Golestan auf dem Handy lesen können. Nach dem Besuch von einem Großneffen eines Deportierten im Mai am KFG hatten sie dem Verein dies angeboten.

„Wir wollen beide Informatik studieren – dies ist unsere erste App“, erläuterte Felix Hanau einigen Vereinsmitgliedern am Dienstag in deren Sitzung. Leider hätten sie im Betriebssystem iOS noch keine Erfahrung, daher gebe es die App bislang nur in Android.

Die App sei „so simpel wie möglich“, ergänzte Jeremy Miller. Die Namen sind alphabetisch sowie nach Straßen sortiert; auch gibt es einen Stadtplan mit den goldenen Symbolen, die man anklicken kann, um zu Fotos und Geschichte der jeweiligen Person zu kommen. Im Google-Play-Store ist die App noch nicht zu finden. Auf seiner Homepage (ür-android/ ) hat der Verein einen Link platziert. Den kopiert man oben ins Adressfeld seines Internet-Browsers (nicht ins Suchfeld). Die App importieren. Damit sie sich öffnen lässt, muss man noch in den Einstellungen per Haken bestätigen, dass man eine nicht geprüfte Quelle übernimmt – das soll sich noch ändern, erklärte Jeremy. „Die App wird bald im Store zu finden sein.“ Auch eine Version für iPhone soll folgen.

Vom Vereinsvorsitzenden Wolfram Juretzek und den anderen Geschichtsforschern ernteten die Jungs Applaus und bewundernde Blicke. Zumal sie sich dieses Jahr aufs Abitur vorbereiten – Felix mit den Leistungskursen Mathe und PoWi, Jeremy hat Englisch und Physik belegt. Weil bei beiden im März 2017 das schriftliche Abitur ansteht, müssen sich andere darum kümmern, dass die neuen Stolpersteine, die im März verlegt werden, in die App aufgenommen werden.

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