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Cara hat bunte Scherben auf eine Scheibe geklebt und so ein Glasmosaik angefertigt. Foto Jochen Reichwein

Kreativwoche

24 Kinder schaffen kleine Kunstwerke

Bei der Kreativwoche der Stadt Bad Homburg konnten 24 Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Kunstwerke aus verschiedenen Materialien erschaffen.

Das Korbflechten erfordert die volle Konzentration, denn die Rohre sollen mit regelmäßigen Abständen ineinander greifen. Doch nach etwas Übung ist das Flechten kein Problem mehr. Fleißig verweben kleine Kinderhände die Peddigrohre miteinander. Am Ende haben alle Kinder der Kreativwoche der Stadt einen eigenen ovalen Korb hergestellt. Angeleitet wurden sie dabei von Christa Gierth aus Usingen.

Sie ist eine von drei Künstlern, die in der ersten Woche der Herbstferien 24 Kindern im Peter-Schall-Haus das Erschaffen eigener Kunstwerke aus verschiedenen Materialien näherbringen. Zum Team gehören außerdem Kunstglaserin Christa Murk sowie Holzbildhauer Matthias Schmitt. Dieser probiert gerade mit den Kindern die Wasserrädchen im Wald aus, die sie zuvor selber hergestellt haben.

Indes stehen die Körbchen von Julian (10), Una (10) und Odysseas (11) kurz vor der Vollendung, und Christa Gierth hilft ihnen dabei, die Abschlussknoten hinzubekommen. „Das ist ein bisschen zu schwer für uns“, sagt Julian, der zu den Dauergästen der Kreativwoche zählt. „Ich bin immer wieder hier, weil es einfach Spaß macht“, sagt der Zehnjährige aus Dornholzhausen. Die Betreuer seien sehr nett und das, was man herstellen würde, sei toll. Mittlerweile schmückten bereits ein Mosaikspiegel, diverse Holztiere und Marionetten sein Heim. Alle selbst produziert während diverser Ferienwochen.

Auch Uno zeit sich begeistert von dem Angebot, daher sei sie bereits zum zweiten Mal dabei. „Die Seidenmalerei vom letzten Mal war toll“, sagt sie. Schön sei zudem, dass man hier viele Gleichgesinnte sowie bekannte Mitstreiter treffen würde.

Odysseas hingegen ist das erste Mal beim Kreativworkshop dabei. Eigentlich war er gar nicht so erpicht darauf, hier mitzumachen. „Aber meine Mutter hat mich hergeschickt, damit ich nicht so viel vor meinem Handy abhänge und spiele“, erzählt der Elfjährige. Und mittlerweile finde er es auch ganz „cool“. Er sei beschäftigt, langweile sich nicht und das Handy vermisse er gar nicht mehr so sehr wie daheim. „Außerdem kann ich Sachen basteln und meiner Mutter schenken, da freut sie sich“, erklärt er weiter.

Im Nebenraum werden ebenfalls Geschenke hergestellt. Kleine Mosaiksteinchen, die bunt glitzern, liegen in verschiedenen Reihen, Ecken und Kreisen zum Trocknen auf der Fensterbank. Andere Steine warten auf dem Tisch darauf, in fantasievolle Motive für Teelicht-Halter verwandelt zu werden. „Ich habe lauter bunte Streifen gemacht, dahinter kommt dann ein Teelicht und wenn es an ist, wird es schön aussehen“, erklärt Fatima (8). Sie ist zum ersten Mal bei der Kreativwoche dabei, sonst sei ihr daheim immer langweilig, hier mache es einfach Spaß.

Das findet der achtjährige Felix auch. „Es ist schön, dass wir jedes Mal etwas anderes machen dürfen“, meint er. Denn die Kinder sind in verschiedenen Gruppen eingeteilt, so dass jeden Tag eine andere Aktion an der Reihe ist.

Bereits zum zehnten Mal wird die Kreativwoche veranstaltet. Organisatorin ist Annette Kra von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt. Die Veranstaltung sei in Erfolgsmodell. „Bereits am ersten Tag ist die Woche komplett ausgebucht; wir haben etliche Kinder auf der Warteliste“, erzählt Kra. Den Erfolg führt sie vor allem auf das gute Team sowie auf die Mischung aus Kunst, eigenem Schaffen sowie Bewegung im Freien zurück. Denn Nachmittags geht es immer mit den Kindern hinaus an die frische Luft. Und am Ende der Woche werden alle Werke der kleinen Künstler ausgestellt. Das sei immer ein Höhepunkt, an dem sie das Erlernte Eltern und Verwandten präsentieren dürften.

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