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Auch der Wartebereich auf der Halteinsel ist großzügig bemessen. Elektronische Infotafeln zeigen an, wann der nächste Bus kommt.

Omnibusbahnhof eingeweiht

Knotenpunkt in Bad Homburg ist fit für die Zukunft

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Es war eine komplexe und daher langwierige Baustelle, doch seit gestern können die Busse die neue Station am Bahnhof anfahren. Sie ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im Vordertaunus ist. Technik soll den Ablauf erleichtern.

Dienstag, 11.15 Uhr: Schwungvoll biegt der 51er-Bus von der Basler Straße um die Ecke auf den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Er hält am für ihn vorgesehenen Haltesteig 4 vor dem Bahnhofsrestaurant. Ein Dutzend Fahrgäste steigt aus und zieht seiner Wege, als wäre nichts geschehen. Doch dies ist ein historischer Moment in der Homburger Stadtgeschichte: Dieser Bus, der in Weilrod losgefahren ist, weiht den neuen ZOB ein.

Er muss kein rotes Band durchfahren; Mitarbeiter der Stadt haben lediglich die weißroten Warnbaken zur Seite gerückt, die seit zweieinviertel Jahren das Bild am Homburger Bahnhof prägten. Im September 2015 hatte die Modernisierung des Bahnhofsvorplatzes begonnen, deren finaler Bauabschnitt die Vergrößerung des einstigen Busbahnhofs war. Bei der sehr komplexen Baustelle waren diverse externe Planungsbüros und gefühlt die halbe Stadtverwaltung beteiligt. Mehrfach wurde die Eröffnung nach hinten verschoben. Nun ist eines der größten Bauprojekte abgeschlossen. Der Bad Homburger Busbahnhof, einer der wichtigsten Knotenpunkte im Vordertaunus, ist für die Zukunft gerüstet.

Das ist gut, denn die Fahrgastzahlen der Linienbusse sind in den vergangenen Jahren auf 24 000 pro Tag gestiegen, wie Frank Denfeld, Leiter des Produktbereichs ÖPNV im Rathaus, sagt (siehe auch Text rechts). Die meisten steigen am Bahnhof um – in die S-Bahn Richtung Frankfurt oder in einen anderen Bus. Jede Linie hat ihren festen Halteplatz – entweder an der großen Mittelinsel oder am Rand.

Die Mittelinsel war Anfang des Jahres von geplanten 80 auf 65 Meter verkürzt worden, nachdem aufgefallen war, dass die Busse nicht um die Ecke kommen würden. Einfluss auf die Baukosten hatte der Planungsfehler offenbar nicht: Der gesamte Umbau schlug mit 7,5 Millionen Euro zu Buche; das Projekt wurde mit 1,5 Millionen durch das Land Hessen gefördert.

Nun sind die Fahrspuren geräumig, und auch auf der Mittelinsel ist Platz für mehrere wartende Kindergruppen. Das Dach des riesigen Unterstands ist so konstruiert, dass die historischen Gebäude nicht verdeckt werden. Wer dort wartet, sieht nach oben auf Faserzementplatten in heller Farbe. Auf schwere Elemente wurde verzichtet.

Über den Köpfen der Wartenden signalisieren elektronische Anzeigetafeln in LCD-Technologie, in wie viel Minuten der nächste Bus fährt. Bemerkt ein Busfahrer, dass er sich verspätet, kann er dies ins System einpflegen, so dass die Fahrgäste am Bahnhof die reelle Ankunftszeit sehen. In einer zweimonatigen Probezeit wird das System bei laufendem Betrieb getestet.

Eine größere Tafel mit Abfahrtszeiten steht vorm Bahnhofsgebäude; wer vom ZOB kommt, sieht darauf, ob er sich beeilen muss, um die S-Bahn noch zu erwischen. Sehbehinderte finden an der Seite der Tafel ein Taste; sie erhalten die Informationen über Lautsprecher.

„Der Bahnhof ist unsere Visitenkarte“, sagte OB Alexander Hetjes (CDU). Nun sei er der Kurstadt würdig. Es sei ein richtiger Schritt für die Stadt gewesen, dass sie vor Jahren den Bahnhof gekauft habe.

„Ein gelungenes Werk und höchste Zeit“, dass es fertig wurde, befand Dr. Karl Alexander Rastädter (CDU), Ortsvorsteher von Gonzenheim, auf dessen Gemarkung der Knotenpunkt liegt. In Kürze sollen noch die Toiletten für die Busfahrer fertig werden. Autofahrer können die Basler Straße wieder in beide Richtungen befahren.

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