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Die Corona-Maßnahmen im Rhein-Main-Gebiet werden bei Bedarf verschärft.

Corona

Kreise einigen sich auf Maßnahmen

  • Harald Konopatzki
    vonHarald Konopatzki
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Sperrstunden ab 50er-Inzidenz, Empfehlung zu Schul- und Amateursport

Bad Homburg – Zur jüngsten Entwicklung der Corona-Lage hatte sich der Hochtaunuskreis am Donnerstagnachmittag zu Wort gemeldet und Maßnahmen angekündigt, die von kommender Woche an gelten sollen. "Gemeinsam mit dem Ministerium, den Städten Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt sowie dem Landkreis Groß-Gerau, dem Main-Taunus-Kreis, dem Main-Kinzig-Kreis und dem Rheingau-Taunus-Kreis, die von der erhöhten Inzidenz betroffen sind, will der Hochtaunuskreis schnell und regional handeln, um die steigenden Zahlen der Neuinfektionen in der Corona-Pandemie niedrig zu halten", heißt es dazu.

"Mir ist bewusst, dass vor uns die schwierigere Zeit der Herbst- und Wintermonate liegt", sagte Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Thorsten Schorr (CDU). Die steigenden Infektionszahlen seien Grund zur Sorge., doch man könne sich mit den richtigen Maßnahmen auch dem Virus entgegenstellen. Nun sei ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt worden. Operative Hektik sei das falsche Signal. Wichtig und effektiv seien gemeinsam koordinierte Maßnahmen, die man den Bürgern der Region senden könne.

Zu den Maßnahmen, die der Kreis gemeinsam mit allen Beteiligten festgelegt hat, gehören:

Sperrstunden

Diese werden ab einer Inzidenz von 50 erforderlich und in den Gebietskörperschaften einheitlich von 23 Uhr bis 6 Uhr umgesetzt.

Verstärkte Maskenpflicht

Die Maskenpflicht soll für alle Schüler von der 5. Klasse an für zunächst 14 Tage nach Ende der Herbstferien gelten. Schulsport soll zunächst 14 Tage nach Ende der Herbstferien nur kontaktlos und im Freien stattfinden. Für Grundschüler wird nur kontaktloser Sport empfohlen.

Besuchsregelung für Altenheime

Ab einer Inzidenz von 50 soll die Besuchsregelung in Alten- und Pflegeheimen auf maximal drei Besuche pro Woche mit maximal zwei Personen für jeweils eine Stunde begrenzt werden.

Regeln für Sportveranstaltungen

Es wird empfohlen, Amateur-Sportveranstaltungen ab einer Inzidenz von 35 ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. Ausnahme sind ein Erziehungsberechtigter pro jugendlichem Teilnehmer sowie Trainer und Betreuer.

Hinzu kommen weitere Regeln, die sich aus dem Bund-Länder-Treffen von Mittwoch ergeben. Das Kreis-Gesundheitsamt teilt mit, dass derzeit "keine örtlich zu begrenzenden Infektionsherde auszumachen sind". Sei ein Hotspot erkennbar, werde das Gesundheitsamt darüber hinaus gezielt reagieren und gegebenenfalls Einrichtungen, Betriebe, Begegnungsstätten und Angebote schließen oder einstellen und Zusammenkünfte untersagen.

In den meisten Kreisen handele es sich zumeist um ein diffuses Geschehen mit vermehrten Häufungen von Infektionen, die im Zusammenhang mit Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis oder auch bei jüngeren Reise-Rückkehrern stehen. "Uns ist bewusst, dass den Bürgern derzeit sehr viel abverlangt wird. Gerade wenn es etwas zu feiern gibt, kommt man gerne mit Familie und Freunden zusammen. Wir bitten jedoch auch um sorgfältige Prüfung und kritisches Abwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten im Hinblick auf die derzeitige Situation vertretbar sind", betont Gesundheitsdezernent Schorr.

Aktuelle Meldungen werden regelmäßig über die App des Hochtaunuskreises versendet und sind unter www.soziales.hessen.de/gesundheit einsehbar. Informationen und wichtigen Kontakte rund um das Coronavirus finden die Bürger zudem auf www.hochtaunuskreis.de.

Der Hochtaunuskreis wird im Laufe des Freitags die Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro sieben Tage und 100 000 Einwohner überschreiten und damit offiziell als Risikogebiet gelten. Das ergaben die bis zum Nachmittag gemeldeten Neuinfektionen, die in die Statistik am Freitag einfließen und die Neuinfektionen vom vergangenen Donnerstag in der Berechnung ersetzen. hko

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