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Kronenhof braut Laternenfestbier

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Unter Anwesenheit von Braumeister Ochs, Dr. Meier und Präsident Dr. Zekorn segnet Laternenkönigin Lisa I das diesjährige Festbier.
Unter Anwesenheit von Braumeister Ochs, Dr. Meier und Präsident Dr. Zekorn segnet Laternenkönigin Lisa I das diesjährige Festbier. © Niklas Müller

Laternenkönigin gibt ihren Segen, Präsident schaut nach langer Pause positiv in die Zukunft

Bad Homburg -Der Biergarten des Kronenhofs ist dieser Tage gut besucht. Bei den hohen Temperaturen schmeckt den Gästen das gut gekühlte Bier offensichtlich noch besser. Ein ganz besonderes Bier, das auch mit vielen Erwartungen verknüpft ist, entsteht derzeit im Inneren des Brauhauses. Am Mittwoch wurde in feierlicher Atmosphäre das Laternenfestbier für das diesjährige Laternenfest eingebraut. Endlich, denn in den vergangenen zwei Jahren saßen die Bad Homburger auf dem Trockenen - nicht nur was das Bier angeht. Das ganze Fest musste aus fallen.

Dieses Jahr soll es, vom 2. bis 5. September, wieder klappen - mit dem Fest, das sich vom Rummelplatz über Altstadt, beziehungsweise Ritter-von-Marx-Brücke, bis zur Louisenstraße erstreckt, und mit dem Bier. 1000 Liter des würzigen Trunks sollen dann zum Ausschank bereitstehen. Angeboten wird die besondere Bierspezialität auch dieses Jahr wieder vom Lions Club Bad Homburg. Doch vor dem Genuss steht die Arbeit und zu diesem besonderen Arbeitstermin waren neben Braumeister Christian Ochs auch Präsident Dr. Christoph Zekorn und die designierte Laternenkönigin Lisa I gekommen. Dieser kam die Ehre zuteil, die vier mit Hopfen gefüllten Gläser, die Braumeister Ochs vorbereitet hat, in die großen bronzefarbenen Braukessel zu geben, um die "Segnung" des heiligen Gerstensaftes zu vollziehen.

Fruchtig-bitterer Genuss

Der Hopfen verleiht dem Bier später die charakterliche Würze. Die diesjährige Laternenhoheit, die hauptberuflich in der Geldwäscheprävention bei einer Bank in Frankfurt arbeitet und mit 28 Jahren an der Grenze zur Königinnenwürde steht, trinkt im Gegensatz zu einigen Vorgängerinnen, die eher zum Wein griffen, gerne Bier. Bei der Sorte will sie sich nicht festlegen, findet aber an warmen Sommertagen zur Erfrischung ein schönes Helles perfekt.

Und wie schmeckt das Bier nach einer ersten Kostprobe? "Das Bier ist sehr lecker. Kann man sehr gut trinken", ist die einhellige Meinung. Wie ein stark angebrautes Export soll es werden, gebraut mit Malz von der Gerste vom Kronenhof. Für den gewissen Festbiercharakter wird noch Wiener Malz dazugegeben, sagt Braumeister Ochs. Dies verleiht dem Bier eine milde Bittere Grundnote.

Durch Zugabe von Aromahopfen soll das Bier später einen leicht fruchtigen Charakter bekommen. Der noch sehr helle Gerstensaft ist optisch kaum vom herkömmlichen Bier des Kronenhofes zu unterscheiden, soll aber durch die Zugabe der unterschiedlichen Malztypen später noch einen etwas dunkleren Ton bekommen. Wie ein stärkeres Export wird der Hopfentrunk später 5,3 bis 5,4 Volumenprozent Alkohol aufweisen.

Der Preis für den goldenen Saft steht noch nicht fast, er soll aber nicht hoch ausfallen, betont Zekorn. "Wir wollen es ganz bewusst im Rahmen halten. Wir sind ja nicht das Oktoberfest, wo automatisch jedes Jahr die Maß wesentlich teurer wird." Die Leute sollten gerne zum Fest kommen und dort verweilen, ohne auf das Geld achten zu müssen.

Mit Vollgas wieder durchstarten

Das Laternenfestbier wird beim Fest in der Dietigheimer Straße am Stand der Lions neben der Tombola verkauft werden. Der Erlös fließt wie in der Vergangenheit wieder zu 100 Prozent in wohltätige Aktivitäten. Zum Beispiel neue Musikinstrumente für Schulen, oder auch einen neuen Kühlschrank für eine Familie - die Bandbreite ist groß, sagt Zekorn.

Die beiden vergangenen Jahre seien nicht einfach gewesen. Deswegen sei es jetzt nach so langer Pause um so schöner, wieder mit Menschen zusammenzukommen, gemeinsam zu feiern und Zeit zu verbringen - auch wenn man natürlich die Vorsicht nicht außer Acht lassen sollte, wie Zekorn betonte.

Auch der Wegfall der Tombola 2020 und 2021, immerhin eine der Grundlagen der Arbeit des Clubs, habe eine schwierige Zeit bedeutet. "Ohne Tombola kein Verdienst, ohne Verdienst kein Geld für wohltätige Aktivitäten." Aber man habe versucht, diese Zeit so gut es geht zu überbrücken. Nun sei er umso optimistischer, dass die 1 000 Liter "ganz spielend" an den Mann und Frau gebracht werden.

Man werde nun wieder "mit Volldampf Gas geben" und sich mit der veränderten Situation arrangieren. Diese als Chance zu nutzen, Neues zu schaffen und die veränderten Gegebenheiten anzuerkennen. Wieder "als Menschen mit Menschen zusammenzukommen", sei deshalb auch ein ganz wichtiger, vorrangiger Aspekt beim diesjährigen Laternenfest. "Zurück zur alten Normalität ist jedenfalls der falsche Weg."

Verglichen mit dem Fest, das 1935 erstmals gefeiert wurde, hat die Tradition des Festbiers eine vergleichsweise junge Geschichte: 2014 wurde es erstmals angesetzt und ausgeschenkt. Nicht die einzige "Spezialanfertigung" des Kronenhofs. So gab es auch Festbiere zum 100-Jährigen der Erlöserkirche oder zu Jubiläen des Homburger Carnevalsvereins Niklas Müller

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