Melanie Zöller (re.) und Nici Merz belegten mit ihrem MGA (Bj. 1959) Platz 3 der Gesamtwertung.
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Melanie Zöller (re.) und Nici Merz belegten mit ihrem MGA (Bj. 1959) Platz 3 der Gesamtwertung.

Rallye

Kult trifft Eleganz

Eine Veranstaltung mit Stil war die Premiere der Rallye „Weißer Turm Klassik 2015“. 70 blankpolierte Oldtimer verwandelten den Schlosshof in ein Eldorado für Auto-Liebhaber.

Von Carla Marconi

Sie glänzten und strahlten mit ihren Fahrern um die Wette: die rund 70 blank polierten Oldtimer, die am Samstagnachmittag in den Hof des Schlosses einfuhren. Elegante Rolls-Royce, schnittige Porsches, Ferraris und Jaguars oder kultige VW-Käfer gaben sich hier ein Stelldichein, wobei ihr Anblick nicht nur für Fans eine wahre Pracht war. Sie alle hatten an der ersten Rallye „Weißer Turm Klassik 2015“ teilgenommen, einer gemeinsamen Veranstaltung des Fördervereins des Rotary Clubs Bad Homburg-Schloss, des Zonta Clubs Bad Homburg und des Lions Clubs Bad Homburg-Weißer Turm.

Unter den Teilnehmern war auch das aus England stammende Ehepaar Chris und Ellen Strakosch, das mit seinem roten Flitzer, einem Aston Martin von 1961, in den Schlosshof einfuhr. „Unser Auto ist ein Modell, das vor dem berühmten James-Bond-Aston Martin, gebaut wurde“, erklärt Chris Strakosch stolz. Der DB 5 gehörte nach seinem Auftritt in Goldfinger 1964 wohl zu den bekanntesten Bond-Autos, der rote Aston Martin in Bad Homburg hingegen ist ein DB 4. „Unser Aston hat in den 60er und 70er Jahren Bergrennen gemacht, er hat daher auch 260 PS und bringt es bis zu 225 Kilometer pro Stunde“, erzählt der 63-Jährige. Sie seien mit dem Oldtimer viel unterwegs, Ellen würde immer navigieren. „Das Faszinierende an Oldtimern ist, dass sie nicht so viel Elektronik besitzen“, meint Chris und scherzt: „Außerdem ist es spannend, denn man weiß nie, ob man ankommt.“

„Beim Fahren mit einem Oldtimer kann man die Landschaft genießen, man hört die Motorengeräusche, es ist ein besonderes Gefühl“, sagt Melanie Zöller, die mit Freundin Nicole Merz in einem hellblauen MGA von 1959 anrauschte. Beide zeigten sich nicht nur begeistert von der 150 Kilometer weiten Rallye-Strecke durch den Taunus, sondern auch von dem Fahrgefühl in einem Oldtimer und hatten sich auch entsprechend mit Sonnenbrille und gepunktetem Tuch gekleidet. „Diese Autos haben einfach ein Gesicht, nicht wie der Einheitsbrei der Wagen von heute“, betonen die beiden Frauen.

Diese Meinung teilten wohl auch die Besucher, die den Oldtimern bewundernde Blicke zuwarfen und mit Handys und Kameras die geparkten Fahrzeuge ablichteten. „Die Autos sind in einem sehr guten Zustand“, stellte der 71-jährige Norbert Gold fest. Der Bad Homburger sei immer mit von der Partie, wenn es um alte Autos gehe, und war entzückt von der Menge der Oldtimer. Eine Gruppe junger Motorradfahrer machte ebenfalls große Augen beim Anblick der Wagen. „Die sehen toll aus, obwohl sie schon so alt sind“, meinten der 15-jährige Jan Thomas und sein 17-jähriger Kumpel Lukas Kramer.

Das älteste Fahrzeug in der Runde war ein Benz aus dem Jahr 1906, ein offener Tourenwagen mit rund 40 PS. „In der Spitze erreicht er bis zu 100 Kilometer pro Stunde“, erzählte Besitzer Dieter Dressel. Sein Wagen soll von Prinz Heinrich auf seiner Herkommerfahrt, einer Art Testfahrt, gefahren worden sein. Der Prinz sei für seine rasante Fahrweise bekannt gewesen. Neben der alten Technik der Oldtimer sei Dressel vor allem an der Historie der Wagen interessiert.

„Wir sind mit dem Verlauf der Rallye sehr zufrieden“, sagte Brigitte Milse-Dressel, Präsidentin des mitorganisierenden Zonta-Clubs. Der Erlös kommt dem Kinderheim der Landgräflichen Stiftung von 1721 in Bad Homburg zugute. Eine Wiederholung der Veranstaltung in zwei Jahren ist angedacht, steht aber noch nicht endgültig fest.

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