+
Ralf Wolter

Kurdirektor reicht Klage ein

  • schließen

Streit auf offener Bühne: Der ehemalige Homburger Kurdirektor, Ralf Wolter, widerspricht OB Alexander Hetjes (CDU) und klagt gegen seine fristlose Kündigung. Man sieht sich vor Gericht . . .

Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang. In einer schriftlichen Stellungnahme wehrt sich der ehemalige Kurdirektor Ralf Wolter gegen Aussagen, die jüngst im Bad Homburger Stadtparlament von Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) gemacht wurden. Demnach soll der im Frühjahr entlassene Kurchef die Vorbereitung für eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Gestaltung des Kurhauses gestoppt und damit eine Verzögerung bei dem wichtigen kommunalpolitischen Thema verursacht haben – ein Vorwurf, den Wolter nicht auf sich sitzen lassen will. „Die Behauptung ist nachweislich unzutreffend“, heißt es in der Stellungnahme.

Der in aller Öffentlichkeit ausgetragene Streit ist ein weiterer Beleg für das zerrüttene Verhältnis zwischen OB und Ex-Kurdirektor, und es wird nicht die letzte Auseinandersetzung sein. Der ehemalige Eppsteiner Bürgermeister hat inzwischen Klage gegen seine fristlose Kündigung eingereicht. „Der Vorgang ist bei uns eingegangen, wir haben ihn an die zuständigen Anwälte weitergereicht“, bestätigt Hetjes gegenüber dieser Zeitung. Der Fall wird also vor dem Arbeitsgericht landen und nach Einschätzung von Wolter „Klarheit in die gesamten Vorgänge bringen“. In den jüngsten Äußerungen des Oberbürgermeisters sieht der gekündigte Kurchef „einen weiteren Versuch, meine Arbeit in Bad Homburg im Nachhinein zu diskreditieren und vermeintliche Gründe für die von ihm betriebene Kündigung meines Arbeitsverhältnisses zu schaffen“.

Hetjes hatte im Stadtparlament auf eine Frage der BLB geantwortet, die den aktuellen Stand in Sachen Machbarkeitsstudie wissen wollte. Daraufhin berichtete der Rathauschef von der Verzögerung und dem vermeintlichen Stopp durch den Kurdirektor.

Die Version des Kurdirektors liest sich ganz anders. Die Arbeiten zur Vorbereitung der Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie seien bis zu seinem Ausscheiden in vollem Gange gewesen, er habe auch niemanden seiner Mitarbeiter angewiesen, diese Arbeiten ruhen zu lassen. Allerdings verweist Wolter auf die hohe Arbeitsbelastung in dem dafür zuständigen Team, das auch für das Projekt „Am Wasserturm“ mit Büro-Neubau und Kinokomplex neben dem Bahnhof zuständig sei.

Bei der Machbarkeitsstudie geht es darum, was mit dem in die Jahre gekommenen Bad Homburger Kurhaus geschehen soll, von Sanierung bis Abriss und Neubau ist derzeit noch alles denkbar. Wer die aufwendige Studie erstellen soll, muss über eine europaweite Ausschreibung geklärt werden. Der für Herbst geplanten Veröffentlichung soll die Vergabe im nächsten Jahr folgen. „Mit Ergebnissen ist dann frühestens Ende 2019 zu rechnen“, erklärte Hetjes. Anschließend müssen politische Beschlüsse gefasst werden.

Welche Rolle die Kontroverse über die Vorbereitung der Machbarkeitsstudie vor einem Arbeitsgericht spielen wird, bleibt abzuwarten. Hetjes hält das Thema gerichtlich für „nicht relevant“ und verweist darauf, dass der Grund für die fristlose Kündigung ja ein anderer gewesen sei. Wie berichtet, wirft der OB Wolter vor, er habe gegen seine Anweisung gehandelt. Dabei geht es um eine von dem Ex-Kurdirektor in Auftrag gegebene anwaltliche Überprüfung, ob die beabsichtigte Eingliederung des Kurchefs in die Stadtverwaltung zulässig sei. Das entsprechende Gutachten wurde auf Kosten der Kur- und Kongress-GmbH erstellt. Hetjes betonte, dass er dies untersagt und gegenüber Wolter auf die

Zuständigkeit der Stadt

verwiesen habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare