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Nils-Ole Kraffts Stipendium ist nach zwei Jahren beendet.

Stipendiat des Kuratoriums Schlosskirche

Lars-Simon Sokola: Orgel-Talent aus Usingen

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Junge aufstrebende Talente spielen an der barocken Bürgy-Orgel. Das Kuratorium Bad Homburg Schloss stellt den neuen Stipendiaten Lars-Simon Sokola vor. Der 24 Jahre alte Organist stammt aus dem Taunus.

Die „Fuga super“ von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) enthebt das Publikum in der Schlosskirche am Samstagvormittag wie von selbst jeden Weihnachtstrubels. Die Reihen sind gut besetzt, die an jedem zweiten Samstag im Monat stattfindenden Orgelmatinéen haben ihr Publikum. Umso mehr, als das barocke Instrument stets von jungen Organisten gespielt wird, den Stipendiaten des Kuratoriums Schlosskirche, die hier seit 1998 die Möglichkeit haben, ihr Können an der historischen Bürgy-Orgel zu beweisen.

An diesem Samstag gibt Nils-Ole Krafft nach dem zweijährigen Stipendium seine Abschiedsvorstellung. Auf dem Programm stehen Kompositionen zum Advent von Bach – „Nun komm’ der Heiden Heiland“. Dieter Jung, Vorsitzender des Kuratoriums Bad Homburg Schloss, welches die Stipendien an jeweils zwei junge Organisten vergibt, hatte es als himmlisch entrücktes Stück ankündigt. Krafft, der seit vergangenem März als Bezirkskantor in Frankenberg/Eder tätig ist, äußert seine Dankbarkeit für die fruchtbare Zeit und lässt das schwer zu spielende Instrument mit scheinbar leichter Hand in allen seinen Facetten mit Kompositionen von Dieter Samuel Scheidt (1587 bis 1654) und Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707), dem Meister der norddeutschen Orgeltradition, erklingen.

Dann stellt Dieter Jung den neuen Stipendiaten Lars-Simon Sokola vor, der aus dem Taunus stammt. Seine Verbindung zur Orgel verdankt sich der Usinger Musiklehrerin Ursula Müller, die ihre Schüler schon als Kinder früh mit der Königin der Instrumente vertraut machte. Sokola ist jetzt 24 Jahre alt, wurde in Usingen geboren, besuchte die CWS und wechselte nach der zehnten Klasse auf das Musikgymnasium für Hochbegabte in Weimar, wo er anschließend an der Hochschule für Musik studierte. Im Jahr 2009 war er 1. Bundespreisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“. Seit 2014 gehört er zur Orgelklasse von Professor Martin Lücker an der Hochschule für Musik in Frankfurt und studiert zugleich Bio-Informatik. Er steht dem ehrwürdigen Instrument unbefangen gegenüber und sagt: „Die Bürgy-Orgel ist eine Herausforderung. Sie braucht Kraft, aber auf ihr klingt die Barockmusik wahrhaftig.“

Im Wechsel mit der anderen, bereits seit einem Jahr im Stipendium befindlichen Organistin Pia Lee wird Lars-Simon Sokola die kommenden Matinéen, jeweils am zweiten Samstag eines Monats von 11.30 Uhr an bestreiten. Für alle, die sich auf die Stücke vorbereiten möchten, weil man besser verstehe, womit man sich zuvor befasst habe, hält Mario De Pra, ein musikbegeisterter Konzertgänger, eine Homepage mit Hinweisen bereit, und zwar unter der folgenden Adresse:

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