Kurstift-Geschäftsführerin Yvonne Haschke freut sich, dass mit der Lieferung der Mini-Laternchen von Klaus Hübner ein wenig Feststimmung in das Pflegeheim einzieht. Hübners Opa hat die Laternchen vor 70 Jahren erfunden.
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Kurstift-Geschäftsführerin Yvonne Haschke freut sich, dass mit der Lieferung der Mini-Laternchen von Klaus Hübner ein wenig Feststimmung in das Pflegeheim einzieht. Hübners Opa hat die Laternchen vor 70 Jahren erfunden.

Laternenfest in Bad Homburg

Das Laternchen wird 70

  • vonMonika Melzer-Hadji
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Hersteller des nostalgischen Bad Homburger Fest-Accessoires beschenkt Kurstift

Bad Homburg -Das Laternenfest "am fünften Wochenende im August" gehört für viele Bad Homburger zu den Höhepunkten im Jahr. So auch für die Bewohner des Kurstifts, von denen viele aus der Kurstadt kommen und denen das traditionelle Heimatfest auch im Alter noch immer eine Herzensangelegenheit ist. Dementsprechend hat man sich im Kurstift auch Jahr für Jahr ein tolles Programm rund ums Laternenfest ausgedacht, dessen Höhepunkt der Besuch der Laternenkönigin war.

Dass es im Corona-Jahr 2020 kein Laternenfest geben wird, bedauern alle, doch zumindest im Kurstift wird gefeiert. Sabine Richter-Hänel, Leiterin des Bereichs Kultur und Betreuung, hat sich Gedanken gemacht und recherchiert. Über einen Artikel in der Taunus Zeitung aus dem August 2013 ist sie auf Klaus Hübner gestoßen. Der Neu-Anspacher vertreibt mit seiner Firma Illuart Leuchtobjekte.

Angefangen hat alles allerdings in der Mühlgasse mit dem Bad Homburger Laternchen: Dort in der Altstadt kam Großvater Adolf Hübner, Schmuckstanzer aus Gablonz, nach dem ersten Nachkriegs-Laternenfest 1949 auf die Idee, ein Miniatur-Laternchen aus Messing zu entwickeln. Zum Heimatfest 1950 erstmals angeboten, wurde es ein echter Verkaufsschlager und entwickelte sich zum Symbol des Laternenfestes.

In diesem Jahr feiert das Laternchen somit 70. Geburtstag, und zwar in unveränderter Form und Technik: "Ich habe in den vergangenen Jahren alles ausprobiert: LED-Lämpchen, Knopfzell-Batterien ... Aber die Menschen wollen dasnostalgische Lämpchen mit diesem besonderen warmen Licht", erzählt der 64-Jährige, der in normalen Sommern an jedem Wochenende mit bis zu 20 freien Mitarbeitern vom Tegernsee bis nach Hamburg unterwegs ist und auf Festen moderne Leuchtobjekte verschiedenster Art vertreibt. "Ich verstehe die Welt nicht mehr", beschreibt er seine Situation.

Dass vom Kurstift nun ein Auftrag über 180 Laternchen kam, rührt ihn an: "Das ist das Herz unseres Familienunternehmens. Mit ist jetzt in der Zeit klargeworden, wie sehr wir an Traditionen hängen."

Filigrane Handarbeit mit Setzen und Löten

Eigentlich wollte er die Laternchen-Produktion schon vor Jahren einstellen; die Nachfrage nach dem nostalgischen Licht, das von der doch etwas klobigen Flach-Batterie gespeist wird ("Die haben wir der DDR-Taschenlampen-Technik zu verdanken") ging von Jahr zu Jahr zurück: Gefragt waren grellbunte Leuchtartikel, die möglichst auch noch blinken.

"Dann habe ich zufällig eine Stanzerei bei Bonn entdeckt und noch einmal 25000 Rohlinge aus dem bewährten MS63-Messing produzieren lassen." Aus denen hat er mit den alten Maschinen des Großvaters inzwischen rund 1500 geformt und die aus acht Teilen bestehenden Laternchen in filigraner Handarbeit zusammengesetzt und gelötet.

180 davon hat er nun ans Kurstift geliefert, und die werden am 31. August an die Bewohner verteilt. "Abends spielt dann eine Band im Innenhof, und die Bewohner können von ihren Balkonen oder - unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes auch unten - mit den Laternchen für Feststimmung sorgen", erzählt Sabine Richter-Hänel von den Plänen.

Auch die mit dem Laternchen bestickten Stoffmasken, die Hübner bislang in einer ganz kleinen Prototyp-Auflage produzieren ließ, könnten für die Bewohner ein in diesen Zeiten attraktives Accessoire sein, glaubt Geschäftsführerin Yvonne Haschke, die sich von Herzen freut: "Das wird richtig toll, wir freuen wir uns schon so drauf, ein wenig Laternenfest ins Kurstift zu holen!"

Die Senioreneinrichtung zwischen Louisenstraße und Promenade sei bislang "ganz gut durch Corona gekommen", erzählt Yvonne Haschke: "Mit Veränderungen tun sich gerade ältere Menschen ja oft schwer, aber wir sind dankbar, dass bis heute alle Bewohner und Mitarbeiter und Corona-frei durchgekommen sind, toi-toi-toi!" Das Team des Kurstifts ist trotz aller Einschränkungen und Auflagen bemüht, den Bewohnern ein attraktives Angebot zu machen, wozu ganz bestimmt auch die Veranstaltung an Laternenfestmontag gehört.

Hier gibt's die Laternchen

Von März bis September verkaufen Klaus Hübner und seine Mitarbeiter - normalerweise - Leuchtartikel auf Märkten und Festen. Ihren Ursprung hat das Familienunternehmen in den nostalgischen Laternchen, die Großvater Hübner im Winter 1949/50 entwickelte und an Laternenfest 1950 erstmals verkaufte. Zudem bietet er sogenannte "Licht-Events" an, bei denen Parks illuminiert werden und die Besucher mit Leuchtbällen selbst zur Lichtkunst beitragen können. Im Winter verkauft Hübner auf romantischen Weihnachtsmärkten Wollmützen mit auswechselbaren Bommeln - und Bad Homburger Laternchen, die nämlich auch in vielen Krippen zum Einsatz kommen.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, auch sein privates Laternenfest mit einem nostalgischen Laternchen (4 Euro inklusive Batterie) zu feiern, schreibt eine Mail an info@illuart.com (ab vier Lämpchen liefert er versandkostenfrei selbst aus) oder kann über die Website www.illuart.com (Link im Shop) bestellen. Auch bei Elektro Eichhorn in der Thomasstraße ist die Laternenfest-Nostalgie zu haben. Und für Kindergruppen hat Hübner vorbereitete Lämpchen-Sets zum Fertigbauen vorbereitet. Ob die schicken Laternenfest-Masken in Klein-Produktion gehen, steht indes noch nicht fest.

Von monika melzer-hadji

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