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Die Saalburg ist auch für die allerkleinsten Ausflügler ein attraktives Ziel.

Ausflugsziel

Leichter Besucherrückgang für die Saalburg

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118 000 Besucher wollten im vergangenen Jahr sehen, wie die Römer auf der Saalburg lebten, was sie aßen, wie sie Wolle herstellten. In diesem Jahr können sie das Soldatenleben hautnah erleben. Dabei wird das Wetter eine entscheidende Rolle spielen.

Zwei Männer im Minikleid, die sich balgen – das Titelbild auf dem Prospekt ist ein Hingucker, auch wenn es sich um das Römerkastell handelt und das Kleid wohl eine Tunika darstellt. Dieses Jahr wird sich die Saalburg dem Lagerleben der römischen Soldaten widmen, es ist einer der Schwerpunkte im neuen Jahresprogramm. Bei einem Soldatenlager Ende April erfährt man Wissenswertes über das Leben am Limes – auch, ob die römische Kleidung warm genug für die Taunuswinde war. Und ein Soldatentraining kann man absolvieren.

Auf Zeitreise können Fans der Antike im Sommer auf der Saalburg gehen. Die Sonderausstellung „Rom lebt . . . und wir mittendrin!“ will Szenen aus dem römischen Leben nahebringen, mit Gemälden und 3D-Bildern. Römische Esskultur kann verkostet und Reitkunst bewundert werden. Spezielle Mitmachaktionen für Kinder sowie Führungen für Ältere runden das Programm 2018 ab. Nächste Woche wird es im Detail vorgestellt.

Trotz einem für alle Altersgruppen geeigneten Programm hatte das Römerkastell im vergangenen Jahr weniger Besucher als im Jahr zuvor. 118 000 Personen kamen 2017 auf die Saalburg; 2016 waren es 124 000. Es gab 2600 Führungen (2016: 2800). Die Zeiten, in denen jährlich bis zu 240 000 Gäste in der Anlage auf römischen Spuren wandelten, sind vorbei. „Das war in den 1990ern, als noch mehr Schulklassen kamen“, sagt Saalburg-Direktor Dr. Carsten Amrhein.

Den leichten Rückgang jetzt findet er nicht bedenklich. Die Besucherzahl schwanke stets um die 120 000; in den vergangenen Jahren ist sie dank der Aktionen, Führungen und weiterer Ausstellungsstücke kontinuierlich leicht angestiegen. Für einen Rückgang dagegen reiche „ein verhagelter Thementag“, so Amrhein. „Wir sind ein Schönwetter-Ausflugsziel.“ Gerade die Ferienmonate Juli und August seien im vergangenen Jahr ziemlich verregnet gewesen. Doch deshalb habe man ja auch in der Vergangenheit die „Indoor“-Erlebnisse, sprich, die Ausstellungshallen, ausgebaut. Wie Amrhein berichtet, hat das Museum steigende Kosten, vor allem für Energie und Personal. 14 Personen sind in der Saalburg tätig, einige von ihnen in Teilzeit.

Ungebremst, so Amrhein, war im vorigen Jahr die Nachfrage nach Veranstaltungen mit persönlicher Betreuung wie Führungen und Aktivprogrammen. Besonderer Beliebtheit hätten sich jene Tage erfreut, an denen die Besucher probieren konnten, was sich die Römer im Taunus schmecken ließen. Sie konnten erleben, wie man mit der römischen Reibschale Pasten zubereitete und im Lehmkuppelofen Brot buk, während die Feuerstellen in Betrieb waren und es brodelte und bruzzelte. Am Pfingstwochenende im Mai wird man die „Culinaria“ wieder erleben und dabei Interessantes über antike Esskultur erfahren können. Dazu wird wieder die 1. Römercohorte Opladen ihre Versorgungszelte aufbauen. Erfolgreich war laut Amrhein auch die letztjährige Sonderausstellung „Vom Schaf zur Tunika“ über die Wollverarbeitung.

Da sich 2018 die Abdankung Kaiser Wilhelms II. zum 100. Mal jährt, werden sich Veranstaltungen auch mit dem letzten deutschen Monarchen befassen – schließlich war er es, der den Wiederaufbau des Römerkastells um die Jahrhundertwende in die Wege geleitet hat.

Fortführen will der Saalburg-Direktor die Zusammenarbeit mit anderen Museen. An einem verlängerten Wochenende im Mai vergangenen Jahres boten Akteure der Römerstadt Augusta Raurica in der Schweiz, des Museums Schwarzenacker im Saarland, des Rheinischen Landesmuseums Trier, des Fördervereins Museum Schloß Fechenbach, des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes und vom nahen Hessenpark spannende Mitmach-Aktionen an. „Die Kooperation mit den benachbarten Museen war für diese Veranstaltung eine ungeheure Bereicherung und lässt auf weitere gemeinsame Projekte hoffen“, so Amrhein.

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