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Die Volkshochschule Bad Homburg hat in ihrem Hauptgebäude in der Elisabethenstraße den Präsenz-Betrieb wieder aufgenommen. Im Eingangsbereich gibt es eine Wegetrennung.

Bad Homburger VHS öffnet

Lernen mit Klemmbrett und ohne Tische

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Volkshochschule nimmt ihren Präsenz-Betrieb wieder auf

Bad Homburg -Rainer Schmitz ist erleichtert, auch wenn die Rahmenbedingungen für "seine" Volkshochschule alles andere als optimal sind. Seit gestern darf in den Räumen der VHS in der Elisabethenstraße wieder gelehrt und gelernt werden.

Nachdem Schmitz und sein Team "Woche für Woche auf eine Genehmigung gewartet hatten, liegt hinter ihnen nun eine Woche, die geprägt war von professioneller Vorbereitung auf der einen und hemdsärmeliger Improvisation auf der anderen Seite. "Es war ein Kraftakt, aber wir haben es hinbekommen und sind motiviert. Handeln ist ein besseres Gefühl als Stillstand", zieht Schmitz eine positive Zwischenbilanz.

Bis Freitag wurde an dem detaillierten Hygienekonzept gearbeitet, parallel dazu überlegte das VHS-Team, wie man unter Einhaltung der vorgegebenen Regeln eine möglichst optimale Ausnutzung erreichen kann. "Wir haben zum Beispiel aus den Seminarräumen die Tische rausgeschmissen", erklärt Schmitz. So können je nach Raum ein bis zwei Teilnehmer mehr untergebracht werden. "Dafür werden Klemmbretter zur Verfügung gestellt, das klappt auch."

Ganz abgemeldet war die VHS freilich nicht. Einige Kurse liefen als Online-Seminare weiter, andere Angebote wurden gleich ganz als Video-Konferenz konzipiert. Eine Entwicklung, die mit der Öffnung der VHS für Präsenz-Kurse nicht abebben und auch in der Nach-Corona-Zeit bleiben wird, ist sich Schmitz sicher. "Die Frage nach dem richtigen Umgang mit der Krise wird uns durch das Jahr begleiten und wir werden das beste daraus machen- daraus ergeben sich auch neue Perspektiven", sagt Schmitz. Der Digitalisierungsschub, den die VHS bereits seit rund anderthalb Jahren erlebe, sei "jetzt eben mit der Brechstange" vorangetrieben worden. Und viele Teilnehmer, die sich bislang einem Online-Angebot verschlossen, hätten sich arrangiert und die neue Technik angenommen. Nun sei man in beide Richtungen flexibel. So könnten geplante Präsenz-Kurse, die aufgrund der Auflagen nicht stattfinden können, möglicherweise als Online-Seminar organisiert werden. "Wenn Teilnehmer eines laufenden Online-Angebots aber sagen, dass sie jetzt lieber wieder in die VHS kommen möchten, werden wir auch das versuchen, immerhin ist das gemeinsame persönliche Lernen eines der zentralen Elemente der VHS." Trotzdem wolle man weiter auf solche Online-Formate setzen.

Längst nicht alle Angebote können anlaufen, nicht nur wegen der Vorgaben zu den maximalen Teilnehmerzahlen (15 pro Kurs) oder den Auflagen für Sport- und Gymnastikkurse. Schmitz: "Uns fehlen schlicht Räume. Wir können etwa die Räume, die uns der Kreis in den Schulen zur Verfügung stellt, noch nicht nutzen." Und für andere Flächen bräuchte es genau zugeschnittene Hygienekonzepte.

"Ich bin gespannt, wie viele Leute kommen", so Schmitz. Denn immerhin müsse man bedenken, dass ein gewisser Teil der Teilnehmer der Risikogruppe angehört.

Fest steht: Die VHS wird sich nur langsam mit Leben füllen. "Die Fachbereichsleiter arbeiten mit Hochdruck daran, alles zu organisieren. Von Tag zu Tag werden neue Kurse hinzukommen." Dabei ist es auch hilfreich, wenn die angemeldeten Teilnehmer aktiv werden und sich melden, wenn sie auf einen Kurs, der für eine größere Gruppe geplant war, verzichten wollen. Dann könnte dieser mit maximal 15 Teilnehmern stattfinden und müsste nicht ausfallen. Zu klein dürfen die Kurse allerdings auch nicht werden. "Wir tragen 70 Prozent unserer Kosten selbst, ein Kurs muss also mehr einbringen als das Honorar für den Dozenten." Wenn aufgrund der räumlichen Beschränkungen nur sechs Teilnehmer mitmachen könnten, rechne sich der Kurs jedoch nicht mehr. Was in der Akutphase noch zu verschmerzen sei, müsse spätestens bei der Planung für das Herbstsemester berücksichtigt werden.

Auf die Hygiene wird schon jetzt geachtet. Zweimal am Tag werden die Räume gereinigt und desinfiziert, die Lüftung ist genau geregelt. Auch die Wegeführung im Gebäude wurde angepasst und entsprechend beschildert.

Wer zu einer Veranstaltung angemeldet ist, die unterbrochen oder verschoben wurde, wird individuell kontaktiert, ob und wann der Unterricht (wieder-) beginnen kann. Dabei sei es möglich, dass es zu geringfügigen Verlegungen von Kursraum und Zeit kommen kann, damit sichergestellt ist, dass alle notwendigen Hygienevorschriften eingehalten werden können.

Zunächst finden noch keine persönlichen Beratungen statt, telefonisch ist die VHS montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer (0 61 72) 2 30 06 erreichbar. Anfragen können auch per Mail an info@vhs-badhomburg.de gestellt werden. Alle Infos zu Kursen, Rahmenbedingungen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Webseite www.vhs-badhomburg.de.

Bei der Volkshochschule Hochtaunus in Oberursel sind die ersten Präsenz-Kurse bereits angelaufen. "Wir haben direkt nach der Entscheidung des Landes mit der Organisation begonnen und ein entsprechendes Konzept entwickelt", erklärt VHS-Sprecherin Doris Schramen. In der Hauptstelle, der Alten Post in der Füllerstraße, kann bereits seit dem 12. Mai wieder gelehrt und gelernt werden - allerdings mit großen Einschränkungen. "Es sind längst nicht alle Kurse angelaufen, sondern einzelne - unter anderem wegen der erlaubten maximalen Teilnehmerzahl."

Der Blick geht nun nach vorne: Es gibt verstärkt Online-Angebote und -Kurse, das Programm auf der Homepage www.vhs-hochtaunus.de wird ständig aktualisiert und auf der Internetseite sind auch wieder Anmeldungen möglich. "Wir sortieren uns noch, deswegen sollten Anmeldungen momentan nur auf diesem Weg gemacht werden", so Schramen, die darauf hinweist, dass Interessierte auch in bereits laufende Kurse einsteigen können.

Persönliche Beratungen in der Geschäftsstelle gibt es noch nicht, aber der Telefon-Service unter (0 61 71) 58 48- 0 ist wieder hochgefahren worden. Einen Hoffnungsschimmer gibt es auch für die Dependancen. "Zwar stehen uns die Räumlichkeiten noch nicht zur Verfügung, aber für Schmitten tut sich zum Beispiel etwas."

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