Sportaerobic

Der Lohn für die Leiden

Annika Junck ist die Vorzeigeathletin einer Bad Homburger Sportschule. Die 14 Jahre alte Oberreifenbergerin hat es in die Weltspitze der Sportaerobic geschafft.

Sportaerobic – das klingt im ersten Moment nach Turnmatten und Kunststoffbällen. Weit gefehlt. Dahinter verbirgt sich eine knallige Mischung aus Kunstturnen, Akrobatik, Rhythmische Sportgymnastik und Tanz, und das alles zu fetziger Musik. Wer Sportaerobic professionell betreibt, wie die Bad Homburger Leistungsgruppe von Trainerin Michaela Steyer, hat die Chance, bei Weltmeisterschaften um Medaillen zu kämpfen. Drei ihrer Schützlinge haben es erneut geschafft , beim alljährlichen Großereignis für Deutschland starten zu dürfen.

Ab kommenden Dienstag sind Annika Junck (14) aus Oberreifenberg sowie Olivia Kern (12) und Natalie Schwerdtfeger (12) aus Bad Homburg dabei, wenn sich die besten Athletinnen der Welt in Leiden in den Niederlanden messen. Kurioserweise passt der Name der WM-Stadt zur Sportaerobic wie die Faust aufs Auge. Denn leiden müssen die Mädchen und jungen Frauen ebenfalls nicht selten, um der Weltspitze angehören zu können. Das beste Beispiel ist Annika Junck, der nur wenige Monate nach einem Kreuzbandriss schon wieder turnte. Wenn sie nicht in der Schule lernt, übt sie ihre Choreographie vor den breiten Spiegeln in der Bad Homburger Sportschule Farnung. Auch wenn kein europäischer Wettkampf vor der Tür steht, trainiert sie hier fünfmal in der Woche – unter den strengen Augen ihrer Trainerin Michaela Steyer.

Annika Junck gehört in der Altersklasse Kadett zum erweiterten Favoritenkreis. Was die 14-Jährige drauf hat, bewies sie jüngst bei den Czech Open in Louny bei Prag. Das renommierte Turnier nutzten einige Talente aus der Sportschule, um internationale Wettkampferfahrung sammeln. Für Annika war es die WM-Generalprobe, und sie hat diese mit Rang drei gegen 22 Konkurrentinnen mehr als bestanden.

„Nach der ersten Runde war sie auf Platz zwei, nur knapp hinter eins. Wir haben gejubelt und hatten gleichzeitig

Tränen in den Augen

“, schwärmt Trainerin Steyer. Annika sei eine so elegante junge Dame mit viel Power und führe die Übung perfekt aus. Auch Natalie Schwerdtfeger nutzte die Czech Open als Härtetest. Im Mai war sie bereits EM-Fünfte geworden. Mit neuer Choreographie reichte es für die Zwölfjährige in der Altersklasse Junior zu einem guten zehnten Platz. Bereits für die WM 2018 nominiert, verrät Steyer, sei die Bad Homburgerin Ella Luz (12), die ebenfalls in Louny startete. Das Mädchen habe sich in kurzer Zeit sehr gesteigert und mit ihrer „sehr guten Artistik alle verzaubert“.

Bei den Junior Newcomer schaffte es Nina Thorne (13) aus Bad Homburg in ihrem zweiten Wettkampf überhaupt unter die Top Ten. Bei den Neulingen verpassten die Königsteinerin Emma Bünnemeyer (11) und die Homburgerin Cosima Steyer (10) nur knapp das Finale der besten Zehn. Weitere Starterinnen der Homburger Sportschule waren Luisa Pareti, Charlotte Schwiersch, Lenya Zulauf und mit nur acht Jahren „Nesthäkchen“ Isabella Grotjahn. rem

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