Blick auf den im Zentrum des Areals liegenden Quartiersplatz, der laut städtebaulichem Konzept zwischen dem bisherigen Haus Ostpreußen und der Liegend-Aufnahme/Notfall-Ambulanz der ehemaligen Klinik entstehen soll.
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Blick auf den im Zentrum des Areals liegenden Quartiersplatz, der laut städtebaulichem Konzept zwischen dem bisherigen Haus Ostpreußen und der Liegend-Aufnahme/Notfall-Ambulanz der ehemaligen Klinik entstehen soll.

Bad Homburger Klinik-Areal hat neuen Besitzer

"Louis" soll in Bad Homburg bald wachsen und gedeihen

  • Harald Konopatzki
    VonHarald Konopatzki
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Die Wohnkompanie Rhein-Main hat mit demQuartier am südlichen Stadteingang Bad Homburgs großes vor und gibt ihm gleich einen neuen Namen

Bad Homburg -Während die Bürger im März ihre drei Kreuze auf dem Wahlzettel setzen konnten, dürften etliche Kreistagspolitiker schon nach der Februarsitzung des Kreistag die sprichwörtlichen "drei Kreuze" gemacht haben: Bei nur einer Gegenstimme votierte das Gremium für den seit sechs Jahren avisierten Verkauf des ehemaligen Klinik-Areals in Bad Homburg. Gegen 50,4 Millionen Euro sollten rund 28 500 Quadratmeter Bauland den Besitzer wechseln. Insgesamt hatten zuvor 43 Interessenten fristgerecht Gebote abgegeben. "Unter externer rechtlicher Begleitung wurde gemeinsam mit Vertretern der Stadt Bad Homburg ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchgeführt", fasst Kreis-Sprecherin Andrea Nagell den Weg zur Auswahl eines Käufers zusammen.

Jetzt sind die Verträge unterschrieben und notariell bekundet, der neue Eigentümer, die Wohnkompanie Rhein-Main meldete gestern Vollzug. Mit Wirkung zum 24. August habe man das Grundstück zwischen Urseler Straße, Taunusstraße und Jacobistraße erworben, meldete das Unternehmen, das zur Bremer Zech-Group gehört.

Und man hat dem "Kind", das dort entstehen soll, auch gleich einen Namen gegeben: "Louis" soll "ein attraktives Wohnquartier mit einem Mix aus Wohnen und Gewerbe sowie einer Kita" werden. Die Rahmenbedingungen sind klar: Auch wenn noch kein Bebauungsplan auf dem Gelände liegt, sondern es 2012 nur einen Aufstellungsbeschluss gab, steht nach dem Votum der Stadtverordnetenversammlung vom November 2017 schon fest, dass das städtebauliche Konzept umgesetzt werden soll, das insgesamt rund 270 Wohneinheiten und eine Kita vorsieht. "Der neue Bebauungsplan wird nun vorangebracht", erklärt Stadtsprecher Marc Kolbe. Man werde das Vorgehen und die Detailplanung mit dem Investor abstimmen.

Zu dem Projekt heißt es von der Wohnkompanie beinahe poetisch: "Auf dem Areal entstehen unterschiedliche Wohnwelten, die sowohl Familien und Paaren, als auch Singles ein neues Zuhause mit Wohlfühlfaktor bieten sollen - angefangen mit den großzügigen Stadt- und Reihenhäusern im Zentrum des Areals sowie den frei stehenden Stadtvillen an der Taunusstraße bis hin zu den Mehrfamilienhäusern und letztlich einem Quartiershaus mit Café in dessen Erdgeschoss, das zum Verweilen einlädt. Darüber hinaus besticht das künftige Zentrum des Areals mit einem Quartiersplatz, der für eine hohe Aufenthaltsqualität bei Bewohnern und Besuchern steht. In dem ansonsten autofreien Quartier bieten zwei Tiefgaragen ausreichend Parkgelegenheiten."

Iris Dilger, geschäftsführende Gesellschafterin des Projektentwicklers sagt dazu: "Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, dieses im Herzen von Bad Homburg gelegene Grundstück zu erwerben und bin froh, dass wir gemeinsam mit der Stadt ein attraktives Quartier schaffen."

Beim Kreis ist man ob der Realisierung des Verkaufs erleichtert. "Der Hochtaunuskreis ist im Finanzhaushalt auf die Einnahmen angewiesen, um mehrere Schulen in Bad Homburg zu bauen. Die kommen allen Bevölkerungsschichten zugute. Gerade sozialschwache Familien sind auf ein leistungsfähiges öffentliches Schulsystem angewiesen. Gleiches gilt für ein Krankenhaus in öffentlicher Trägerschaft, das mit dem Neubau der Hochtaunus-Kliniken errichtet worden ist", so Nagell.

Auch Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) zeigte sich gestern zufrieden und sprach von einem "guten Signal". Man brauche in Bad Homburg weiterhin dringend Wohnraum. "Wir freuen uns, dass jetzt auch das südliche Stadt-Entree in Form gebracht werden kann."

Dabei soll noch in diesem Jahr mit dem Abbruch des alten Kreiskrankenhauses begonnen werden, das seit dem Umzug der Hochtaunus-Kliniken Anfang 2014 leer steht, beziehungsweise zwischenzeitlich als Lager fungierte und in der Flüchtlingskrise als Sammelunterkunft zur Diskussion stand.

Die Wohnkompanie Rhein Main ist im Kreis nicht unbekannt. In Oberursel entwickelte das Unternehmen jüngst in der Erich-Ollenhauer-Straße unter dem Namen "Freiraum" 107 Mietwohnungen, in der Kronberger Straße 30 Wohnungen.

2018 bewarb sich das Unternehmen zudem für die Bebauung des sogenannten Gleisdreiecks in der Brunnenstadt. 128 Wohneinheiten plus etwa 19 gewerbliche Wohneinheiten, sollten entstehen. Die Planung kam bei einer von der Stadt initiierten Bürgerbeteiligung am besten an, am Ende unterlag die Wohnkompanie jedoch.

Seit 2014 liegt das Krankenhaus-Areal brach, diesen Februar stimmte der Kreistag dem Verkauf für 50,4 Millionen Euro zu.

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