Damit der Betriebshof Platz für die Bodenreinigung hat, transportiert er die städtischen Blumenkübel rund um die Louisenstraße derzeit ab. Sie werden gereinigt und kehren - frühlingshaft neu bepflanzt - zurück.
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Damit der Betriebshof Platz für die Bodenreinigung hat, transportiert er die städtischen Blumenkübel rund um die Louisenstraße derzeit ab. Sie werden gereinigt und kehren - frühlingshaft neu bepflanzt - zurück.

Bad Homburger Fußgängerzone

Louisenstraße wird frühlingsfein gemacht

  • Anke Hillebrecht
    VonAnke Hillebrecht
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Grundreinigung von der Fahne bis zur Fuge - Bodenarbeiten starten um 5 Uhr früh

Bad Homburg -Das einst schicke Pflaster auf der Louisenstraße ist dunkelgrau geworden. Die Jahre intensiven Gebrauchs haben etliche Flecken hinterlassen, in den Fugen klemmen Kippen und anderer Unrat. Das soll bald anders aussehen: In den kommenden drei Wochen werden die Louisenstraße zwischen Haingasse und Rathaus samt ihrer Plätze, die Ritter-von-Marx-Brücke, die Auden- und Waisenhausstraße intensiv gesäubert.

"Von der Fuge bis zur Fahne" werde die Einkaufsmeile frühlingsfein gemacht, erklärt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Diese außergewöhnlich gründliche Aktion sei nur möglich, weil wegen der Corona-Beschränkungen derzeit weniger los ist und die Außengastronomie fehlt. Die Idee dazu hatte eine Praktikerin: Angela Bajorat, die im Tiefbauamt für "alles Technische" zuständig ist.

Zwei Abschnitte sind geplant: Damit der Boden frei ist, werden zunächst die städtischen Blumenkübel abtransportiert sowie die Fahrradständer entfernt - von Letzteren sollen aber immer welche zur Nutzung verbleiben. Dann spritzt der Betriebshof sämtliche Sitzbänke mit Hochdruckreinigern ab, frischt Verteilerkästen auf und überstreicht die Graffiti. Der Brunnen auf dem Marktplatz wird gereinigt, die Fahnen vorm Kurhaus gewaschen und die dortige Bushaltestelle aufpoliert.

Spontan hat die Stadt auch die Frankfurter Fußweg-Reinigung (FFR) engagieren können. Für deren Mitarbeiter wird es eine aufwendige Arbeit. Die rund 70 Mülleimer müssen sie abmontieren und von Hand putzen. "Die können nicht mit Heißdampf gereinigt werden, weil sonst die Hausfassaden in Mitleidenschaft gezogen würden", erläutert Bajorat. Aber so werden auch mal die Mülleimer-Böden gründlich geschrubbt.

Im zweiten Schritt der Putzaktion sind dann die fleckigen Fliesen dran. Rund 11 500 Quadratmeter Bodenfläche sind zu bearbeiten. Damit der Wochenmarkt dienstags und freitags nicht beeinträchtigt wird, werden die Frankfurter Fachleute mit ihren Reinigungsfahrzeugen zwischen 5 und 8 Uhr in der Früh unterwegs sein und sich abschnittsweise vorarbeiten. Die Fugen werden ausgesaugt und die Fliesen nass gereinigt. Dabei werde auch so mancher Fettfleck erblassen, sind Bajorat und Markus Philipp, Fachbereichsleiter Tiefbau, überzeugt. Die Kaugummiflecken werden nach Rücksprache mit den Experten aber nicht gesondert abgeschabt. "Sonst bekommt das Pflaster weiße Flecken und sieht hinterher aus wie ein Dalmatiner", veranschaulicht Angela Bajorat.

Auch die komplette Beleuchtung wird auf Vordermann gebracht. Dazu werden Mitarbeiter der Süwag-Netztochter Syna knapp 200 Lichtpunkte in der Fußgängerzone überprüfen. Die Antikleuchten werden auf ihre Funktionstüchtigkeit und intakte Verglasung hin überprüft; sie werden einzeln ausgebaut, von Hand gereinigt, gerichtet und gegebenenfalls nachgestrichen.

Signal für die Händler für die Zeit nach Corona

Die Stadt bittet Gastronomiebetriebe, für die Zeit der Arbeiten ihre Sonnenschirme abzubauen und Blumenkübel zur Seite zu räumen. Für sie sowie den Einzelhandel soll die Aktion ein Signal sein, "dass es eine Zeit nach der Pandemie geben wird, für die sich die Stadt jetzt in Schale wirft", so Citymanagerin Tatjana Baric. Betriebshof-Chef Ralf Bleser hofft, dass "wenn die Innenstadt schön hergerichtet ist, auch die Passanten dazu beitragen, dass dieser Zustand lange erhalten bleibt".

Ortsvorsteher Thomas Meye (CDU), Chef von "Feinkost Lautenschläger", sieht die Putzaktion mit Freude. "Es ist schön, dass sich die Louisenstraße für die warme Jahreszeit in einem frischen Kleid zeigt", sagt er, hoffend, dass die Läden bald wieder ganz öffnen dürfen.

Wenn die Putzaktion, für die die Stadt einen "guten fünfstelligen Betrag" ausgibt, gut ankommt, so Fachbereichleiter Philipp, könnte sie jedes Jahr stattfinden. Derzeit wird im Rathaus ein Komplettkonzept erstellt, wie die Louisenstraße nach dem Kurhaus-Umbau einmal aussehen könnte. Klar sei, so Philipp, dass bei der Gestaltung künftig auch an die Unterhaltung gedacht werden müsse - Stichwort: empfindliche Bodenfliesen. Da werde es so manchen Kompromiss zwischen Stadtplanung und Tiefbau geben. Mit dem Asphalt vor den Bushaltestellen am Kurhaus etwa habe man gute Erfahrungen gemacht - er wurde 2015 aufgebracht, nachdem das Zier-Kopfsteinpflaster der Last der Busse nicht mehr standgehalten hatte. Philipps ist sich aber sicher, dass beides möglich ist: eine ansprechend gestaltete Fußgängerzone, die aber nicht allzu wartungsintensiv ist. Von Anke Hillebrecht

Alle Mülleimer werden abmontiert und von Hand gereinigt.
Derart farbenprächtig könnte es auch bald in der Fußgängerzone leuchten: Die Blumenkübel auf der Promenade sind bereits bunt bepflanzt.

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