Im Außenbecken der Taunus Therme laufen die Fontänen wieder.
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Im Außenbecken der Taunus Therme laufen die Fontänen wieder.

Bad Homburg

Nach Corona-Pause: Taunus Therme öffnet mit zahlreichen Veränderungen

  • Anke Hillebrecht
    VonAnke Hillebrecht
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Die Taunus Therme öffnet nach einer langen Corona-Pause wieder ihre Türen. Doch es gibt zahlreiche Veränderungen.

Bad Homburg - Nach acht Monaten Corona-Zwangspause ging es plötzlich ganz schnell: Seit Anfang Juli empfängt die Taunus Therme wieder Badegäste. Und auch die Sauna hat geöffnet. Man kann zuvor ein Zeitfenster buchen, muss es aber nicht. Es werden allerdings nur 500 Gäste gleichzeitig eingelassen, 100 weniger als derzeit zulässig. Früher waren bis zu 1000 Besucher gleichzeitig im Gebäude.

Einen Euro Preisnachlass gibt es zurzeit, da die Duschräume noch umgebaut werden und man auf mobile Duschen im Außenbereich ausweichen muss - oder man braust sich im Hamam ab. Im Winter, als die Therme geschlossen haben musste, und zuvor wurde der komplette Wellnesstempel auf den Kopf gestellt: Alle Becken, auch die der Whirlpools und in der Sauna, wurden neu gefliest und mit neuen Umwälzpumpen ausgestattet, die Toiletten im Eingangsbereich renoviert.

Im Außenbecken sprüht jetzt die zweistrahlige Fontäne wieder - sie war jahrelang außer Betrieb. Auch der Wasserfall am Badesee soll demnächst wieder laufen. Der Natursee neben dem Becken ist grundsätzlich wieder offen; nach Regentagen kann es jedoch sein, dass er aus Gründen der Wasserqualität abgesperrt ist.

Taunus Therme in Bad Homburg öffnet nach Corona-Pause: Sicherheitskräfte mit Rettungsschwimmer

Neu sind auch die Herren in rotem Shirt, die ernst aufs Becken schauen. Es sind Sicherheitskräfte mit Rettungsschwimmerqualitäten. "Wir haben immer mehr älteres Publikum sowie viele Familien mit Kindern", erläutert Bad-Leiterin Sonja Kortz. Alle Gäste sollen sich sicher fühlen - und am Beckenrand stets Ansprechpartner finden.

Oben auf der Sauna-Ebene fallen neue Reetdächer ins Auge - sie geben den stilisierten Holzhütten neben dem gemütlichen nun auch noch einen exotischen Flair. Noch im Entstehen ist eine "Hexenküche". "Unsere Mitarbeiter haben sich einen eigenen Raum gewünscht, in dem sie die Aufgüsse herstellen", so Kortz. Durch eine Scheibe werden die Saunagäste ihnen zuschauen können. Und auch im Damenbereich wurde einiges gemacht.

Badleiterin Sonja Kortz in der Herren-Dusche, die gerade renoviert wird.

In der Sauna generell gibt es weitere Veränderungen: Seit Anfang August müssen Gäste beim Umherwandeln sowie an der Bar einen Bademantel tragen. "Das ist stilvoller und hygienischer", erklärt Kortz. In den Gängen komme es doch zuweilen zu Armkontakt. "Außerdem kann man seine Maske in die Tasche stecken." Die muss man auf den Laufwegen ebenfalls tragen. Bademäntel kann man für 4 Euro ausleihen.

Bad Homburg: Taunus Therme nur noch bis 22 Uhr geöffnet - Weniger Mitarbeiter wegen Corona

Als das Bad nun wieder öffnete, stellte sich heraus, dass weitere Baumaßnahmen anstehen. Wegen des langen Stillstands waren Mitte Juli einige Wärme- und Chlorpumpen kaputtgegangen. Zudem wird im laufenden Betrieb die Sicherheitsbeleuchtung erneuert. Das Dach über der Sauna-Etage zeigt marode Holzbalken, und auch die Fensterscheiben werden ausgetauscht. Wobei das, was in neue Technik fließt, das Fünffache dieser Kosten sei, so Kortz.

Es sind Investitionen, die die neuen Chefs der Wicker-Gruppe - zwei Enkel des vor einem Jahr verstorbenen Therme-Gründers Werner Wicker - derzeit schultern müssen. Doch diese seien energiegeladen, was die Weiterführung der Einrichtung ganz im Sinne ihres Großvaters betreffe, erzählt die Bad-Leiterin. "Wir wollen wieder zurück zum Gesundheitsschwerpunkt, weg vom Spaßbad." Deshalb will Kortz im Bad auch den Reha-Sport fördern und ausbauen: Physiotherapie soll es in der Taunus Therme künftig nicht nur im Wasser geben. Der asiatische Baustil indes bleibt.

Die Öffnungszeiten wurden gestrafft: Die Therme hat nun täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet und nicht mehr bis Mitternacht. Seit Anfang August sind die 96 Mitarbeiter - 15 weniger als vor der Pandemie - aus der Kurzarbeit. Gäste, die in die Therme möchten, müssen doppelt geimpft, genesen sein oder einen Corona-Test mitbringen. Ein Testzelt befindet sich gleich auf dem Parkplatz. (Anke Hillebrecht)

Auch die Rhein-Main-Therme in Hofheim bei Frankfurt hat nach der Corona-Pause wieder geöffnet.

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