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Symbolbild: Merenberg lehnt Windkraft ab- +++(c) dpa - Bildfunk+++

Beschluss gegen Windkraft

Mehrheit des Homburger Parlaments will keine Anlagen im Taunus

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Im Parlament wurde fast schon ideologisch über Windkraft diskutiert. Am Ende erhielt ein Koalitions-Antrag die Mehrheit, der sich gegen Windkraft in den Taunuswäldern ausspricht.

Schaufensterantrag oder Entscheidung mit Symbolcharakter? Auf Antrag von CDU und SPD hat sich das Stadtparlament mehrheitlich gegen Windkraft in den Wäldern des Taunus ausgesprochen. CDU-Fraktionschef Oliver Jedynak warnte vor einem nicht wiedergutzumachenden Eingriff in die Ökologie der Waldgebiete auf dem Taunuskamm und in dem Gebiet unterhalb des Sandplackens. „Das diese Gebiete auch nach der ersten Offenlage noch immer im Regionalen Flächennutzungsplan enthalten sind, verspricht nichts Gutes“, so Jedynak. Er warb für ein „starkes Signal“ gegen Windkraft in den Taunuswäldern.

Unterstützung erhielt der Antrag der Koalition von der FDP. „Wir wären saublöd, wenn wir das zulassen würden“, formulierte es Philipp Herbold recht drastisch. Aber kein Wunder, da ihm bei dem Gedanken an Windkraft auf dem Taunuskamm „der Kamm schwillt“. Man dürfe jetzt nicht für Symbolpolitik den Natur- und Tierschutz opfern, dafür wehe der Wind in dieser Region einfach zu selten. Aber da man ja Oppositionspartei ist, nutzte Herbold seinen Beitrag schnell noch dazu, Kritik an CDU und SPD loszuwerden, die ja in der entscheidenden Verbandskammer die Mehrheit hätten. Dem Homburger Magistrat warf er vor, sich nicht genügend für eine Streichung der fraglichen Gebiete eingesetzt zu haben.

Das wollte OB Alexander Hetjes (CDU) so dann doch nicht stehen lassen. Zunächst einmal wäre es unsinnig, gegen eine Offenlage zu stimmen. Die wirklich wichtige Abstimmung sei erst die nächste, wenn über den endgültigen Inhalt des Flächennutzungsplans abgestimmt würde. „Und da werde ich nicht zustimmen, wenn diese beiden Flächen noch im Plan stehen“, so Hetjes.

BLB, Grüne und Linke warfen der Koalition vor, die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben und nach dem St.-Florins-Prinzip zu handeln. So nannte Armin Johnert (BLB) den Antrag „populistisch“. Die Grünen stehen laut ihrer Fraktionsvorsitzenden nach wie vor zur Energiewende. Und Okan Karasu fragte, ob denn ein Atomkraftwerk im Taunus besser aussehe als Windkraftanlagen – denn irgendwo müsse der Strom ja herkommen.

Die Grünen mussten sich von SPD-Chefin Elke Barth dann noch anhören, dass auch Ex-OB Michael Korwisi, bekanntlich auch ein Grüner, gegen Windkraft im Taunus gewesen sei.

(col)

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