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Melodischer Gewittersturm

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Von: Jan O. Deiters

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Schottland, Dudelsack, keltische Musik und ein kraftvolles Gesamtpaket: „Celtica Pipes Rock“ waren am Donnerstag zu Gast in der Englischen Kirche. Der Band-Name ist Programm. Die Wirkung hypnotisch. Das Publikum außer Rand und Band.

Dudelsäcke waren neben ihrer Funktion als traditionelle Musikinstrumente immer auch ein Element der Kriegsführung. An der Spitze der Kämpfer sorgten sie für beängstigenden Lärm, der den Gegner einschüchtern sollte. Gleichzeitig sorgten sie für Motivation unter den eigenen Kämpfern und gaben den Takt vor, mit dem vorgerückt wurde.

In der traditionellen Musik beherrscht die Bagpipe alle Spielarten von schnell und gewaltig bis langsam und melancholisch. Was auf der Bühne der Englischen Kirche gezeigt wurde, war eine neue Verschmelzung all dessen mit „Hard’n Heavy“. Diese Neuinterpretation war absolut überzeugend. Für Freunde des Hard-Rock genauso wie für Anhänger der traditionellen Dudelsack-Musik.

Es entfaltete sich eine Reise durch keltische Musik, schottische Tänze mit Jigs und Reels, klassische Adaptionen von Johann Sebastian Bach bis hin zu Interpretationen von Filmmelodien aus Hollywood à la „Fluch der Karibik“ oder „Star Wars“. Und das alles mit Dudelsäcken als beherrschendem Instrument.

Langweilig? Ermüdend? Keineswegs. Es war wirklich überraschend, wie man zwei Stunden Dudelsack vielseitig, abwechslungsreich und in einer verblüffenden Bandbreite erlebbar machen kann.

Allesamt sind es hervorragende Musiker. Jane Espie beispielsweise ist als „The Phantom Piper“ weltweit auf den Bühnen daheim. Und der Schotte Duncan Knight aus Edinburgh gehört zu den renommiertesten Spielern, die Schottland zu bieten hat. Beide spielen die Great Highland Bagpipe, die locker gegen eine E-Gitarre bestehen kann. Und Gajus Stappen aus Wien ist ein echter Gitarrenheld.

Und schließlich ist da der einzigartige Sound. Es ist eine glückliche Verknüpfung von exzellentem „Hard’n Heavy“, druckvollen Drums und den sehr traditionellen Bagpipes. Da seit kurzem auch noch eine Fiddlerin dabei ist, ermöglicht das zusätzlich einen fast schon sinfonischen Ansatz.

Eine gelungene Mischung, immer mit einem klaren Bezug zu Schottland und dessen ruhmreicher Vergangenheit. Entsprechend handelten die Stücke von Excalibur, von Königen, von weiten Reisen, der Trauer bei Kriegen und den Tänzen bei Siegen. Selten erlebte man in der Englischen Kirche ein so begeistertes Publikum. Bereits mit den ersten Power-Akkorden ging es rund. Das Publikum tanzte und hüpfte im Takt, sang Refrains mit wie beispielsweise bei „Whiskey In The Jar“ oder „What Shall We Do With The Drunken Sailor“, während auf der Bühne im Wechsel getanzt und geheadbangt wurde.

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