Schutzmann im Rathaus

Michael Krietsch soll für mehr Sicherheit in der Kurstadt sorgen

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Hessen hat im Jahr 2016 mit einer Straftaten-Aufklärungsquote von 62,7 Prozent einen historischen Höchststand erreicht. Das sei Ergebnis guter Polizeiarbeit, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) im Dezember 2017. Damit das so bleibt, hat das Innenministerium ein Sicherheitsprogramm namens KOMPASS für Städte und Gemeinden aufgelegt. Ein Bestandteil ist der Schutzmann vor Ort. Den hat Bad Homburg, eine von vier Modellkommunen, jetzt im Rathaus platziert

Er ist, was man im besten Sinne ein Bär von einem Man nennt. 1,94 Meter groß und mit einem Bizeps, der auf ordentliches Training schließen lässt. Einer, dem man den Polizisten ansieht: Hauptkommissar Michael Krietsch. Seit 1. August ist er der Bad Homburger „Schutzmann vor Ort“. Gestern hat er sein Büro im Bad Homburger Rathaus bezogen. Im Rathaus deswegen, weil der „Schutzmann vor Ort“ ein Teil des Landesprojektes „KOMPASS ist, an dem Bad Homburg seit Dezember 2017 als Pilotkommune teilnimmt. Unter dem Namen „Kompass“ – steht für Kommunalprogramm Sicherheitssiegel – sollen von Polizei, Kommune, Bürgern und weiteren Akteuren passgenaue Sicherheitskonzepte erarbeitet und umgesetzt werden. Krietsch ist damit im Hochtaunuskreis der zweite „Schutzmann vor Ort“ – Kollege Siegfried Schlott ist bereits seit einigen Jahren in gleicher Position in den anderen Städten und Gemeinden des Hochtaunuskreises unterwegs.

Krietsch, der am Samstag 59 Jahre alt wird, dient im Rahmen von KOMPASS, für das er von Kriminaldirektorin Antje van der Heide, der Leiterin der Polizeidirektion Bad Homburg, von seinen anderen Aufgaben freigestellt wurde, als Ansprechpartner für die Bad Homburger Bürger, aber auch für die Stadtverwaltung. „Wir versprechen uns eine noch engere Abstimmung zwischen der Stadt und der Polizei, besonders im sensiblen Bereich Öffentliche Ordnung, und erwarten auch einen besseren Austausch mit den Bürgern Bad Homburgs“, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU).

Der Austausch, der ist bereits da. Krietsch, seit 41 Jahren Polizist, seit 38 Jahren in Bad Homburg sagt, seine Präsenz, wenn er in Uniform durch Bad Homburg und seine Stadtteile marschiere, habe einen spürbaren Effekt. „Klar, manche denken, da ist was passiert, andere finden den Anblick eines Beamten in Uniform befremdlich.“ Aber wichtig sei: „Ich komme ins Gespräch mit den Leuten und kann ein Gespür dafür entwickeln, wo der Schuh drückt. Und dann gemeinsam mit der Stadt das Problem angehen.“

Zum Beispiel das an den öffentlichen Plätzen. Gerade am Rathausplatz tummelten sich in jüngster Vergangenheit nämlich, wie berichtet, nicht nur Jugendliche, um zu „chillen“ – so nennen es die jungen Leute, wenn sie abhängen und sich ausruhen –, sondern eben auch Randalierer und Vandalen.

Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) sagt: „Wir haben da in jüngster Vergangenheit nach Rücksprache mit der Polizei auch immer wieder unsere Sozialarbeiter hingeschickt, und das hat gefruchtet.“

Kriminaldirektorin van der Heide sagt: „Das war sicher wichtig, aber gerade die Polizei hat da in den vergangenen Monaten schon Aufwand betrieben, um gerade am Rathausplatz für Ordnung zu sorgen. Unsere konsequenten Kontrollmaßnahmen haben gefruchtet, und wir haben auch wichtige Erkenntnisse – auch über die handelnden Personen – gewonnen.“ Denn, auch wenn viele junge Leute dort zum „Chillen“ hinkämen, „wir hatten dort eben auch Drogendelikte, Körperverletzungen, Schmierereien und dergleichen mehr“.

Auch Krietschs häufige Präsenz habe dazu geführt, dort für Ordnung zu sorgen. Künftig könnte van der Heide sich auch vorstellen, zusätzlich, zum Schutz vor Vandalen, Schutzgitter vor die Gebäude zu stellen.

OB Hetjes, der sagt, er habe von Anwohnern des Rathausplatzes gehört, dass sich die Lage bedeutend gebessert habe, weiß allerdings auch um die Problematik, dass junge Leute in Bad Homburg kaum einen Ort haben, an dem sie sich treffen können. Er hofft, dass sich die Lage weiter entspannt, „wenn erst das Kino und der Club“ am Bahnhof stehen. Und dann schwebt ihm vor, den Parkplatz hinter dem Technischen Rathaus „unter die Erde zu legen“ und obendrauf einen Platz zu schaffen, an dem Jugendliche sich im Freien treffen können.

Michael Krietsch ist im vierten Stock des Rathauses dienstags und freitags jeweils von 10 bis 13 Uhr zu erreichen. Ansprechbar ist er auch telefonisch unter der 01 51-51 08 23 38 oder unter (0 61 72) 100 30 06.

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