Ein Corona-Tester mit Röhrchen.
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Ein Corona-Tester mit Röhrchen.

Coronatests im Hochtaunuskreis

Nach dem Urlaub an der Costa Brava zum Hausarzt

  • Anke Hillebrecht
    vonAnke Hillebrecht
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Corona-Tests sind nach Reisen in Risikoländer verpflichtend. 17 Klinik-Mitarbeiter der Hochtaunus-Kliniken sind antikörper-positiv getestet. Die Klinikleitung ist aber überzeugt, dass sie sich in der Freizeit infiziert haben.

Hochtaunus - Bundesgesundheitsminister Spahn will von nächster Woche an alle Rückkehrer aus „Risikogebieten“ also Länder, in denen die Corona-Infektionsraten rasant ansteigen, auf das Coronavirus testen lassen. Betroffen sind fast alle (Urlaubs-)Länder außerhalb Europas, aber auch Albanien, Bosnien/Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Ukraine - also Heimatländer mancher hier lebenden Migranten. Zudem sind neue „Hotspots“ in Lieblings-Urlaubsländern aufgetaucht: Spaniens Nordwesten (Costa Brava, Katalonien), Kroatien, St. Wolfgang in Oberösterreich.

„Wenn Personen, die im Hochtaunuskreis gemeldet sind, am Flughafen ein auffälliges Testergebnis haben, wird das Gesundheitsamt (GA) des Hochtaunuskreises darüber umgehend informiert“, erläutert Kreissprecherin Andrea Nagell auf Nachfrage. Wer nicht geflogen ist, muss „aufgrund der aktuell gültigen Quarantäne-Verordnung des Landes Hessen die Einreise beim GA anzeigen und sich vorsorglich für 14 Tage in häusliche Isolierung begeben“ oder ein negatives Attest vorlegen. Sonst liege eine Ordnungswidrigkeit vor.

Derzeit sind laut Kreis sieben Personen im Kreis in Quarantäne. 303 waren gestern als infiziert gemeldet, 291 davon genesen, fünf sind verstorben. Die Behörde kontrolliert elektronisch via online-Tagebuch und teilweise telefonisch, dass diese auch eingehalten wird. Das GA ist unter (06172) 886850 oder per Mail an gesundheitsamt@hochtaunuskreis.de zu erreichen. Tests führt das GA nicht durch - lediglich „Massentests“, wie ein Sprecher sagt, etwa an Schulen, wie es auch schon passiert sei. Für private Tests seien die Hausärzte zuständig. Doch nächste Woche könne sich das ändern; an einer Verordnung werde gerade gearbeitet.

Auch die Corona-Schwerpunktpraxis im Gluckensteinweg in Bad Homburg testet keine Reiserückkehrer. Dort werden nur Patienten mit Covid-19-Symptomen untersucht und getestet. Mittlerweile suchen etwa 20 Personen täglich die Praxis auf, wie Mitarbeiterin Annika Steitz sagt. Mit rund 3 Prozent sei der Anteil an positiven Testergebnissen konstant.

Wegen der Urlaubszeit hat die Praxis derzeit nur montags, mittwochs und freitags, jeweils von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Patienten müssen unter (06172) 8039982 oder per Mail an corona-schwerpunktpraxis@praxis-im-web.de einen Termin vereinbaren.

Die Hochtaunus-Kliniken führen ebenfalls keine privaten Corona-Tests durch. Doch sie haben jetzt das gesamte Krankenhauspersonal auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet. Wie die Klinik mitteilt, nahmen die 1497 Mitarbeiter aller drei Standorte (Bad Homburg, Usingen und Königstein) an einem Bluttest teil. So wurde festgestellt, das sich 17 Ärzte, Pflegekräfte oder Verwaltungsmitarbeiterinnen mit dem Virus infiziert hatten.

Der Nachweis von Antikörpern gelte als Hinweis auf eine durchgemachte Infektion, die auch symptomlos verlaufen könne. Da in keinem Fall ein Kollegenkreis infiziert gewesen sei, sondern es sich um einzelne Mitarbeiter in verschiedenen Abteilungen handele, sei auch bei denen, die von ihrer Infektion nichts wussten, davon auszugehen, dass sie sich nicht in der Klinik, sondern in der Freizeit angesteckt hätten.

„Die Daten belegen, dass es kein Infektionsgeschehen innerhalb der Kliniken gegeben hat - weder unter Mitarbeitern noch zwischen Patienten und Mitarbeitern“, erklärt Klinik-Geschäftsführerin Dr. Julia Hefty. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts würden konsequent eingehalten und es sei ausreichend Schutzausrüstung vorhanden. In drei Monaten soll das Screening wiederholt werden. (Anke Hillebrecht)

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