Hessenring Bad Homburg

Nachverdichtung ist in

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Nachverdichtung heißt das Zauberwort, das für die optimale Ausnutzung von Flächen innerhalb bestehender Bebauung steht. Auch in der Kurstadt wird eifrig nachverdichtet. Und obwohl die innerstädtischen Eigentumswohnungen nicht billig sind, ist die Nachfrage riesengroß.

In Zeiten niedriger Zinsen und steigender Nachfrage nach Wohnraum liegt es auf der Hand, freie Flächen im Innenstadtbereich mit Wohngebäuden zu bebauen. So ist Nachverdichtung ein wichtiges Thema für die Stadtplaner – doch „nicht jede freie Fläche ist geeignet. Wir müssen die städtebauliche Qualität gewährleisten, damit nicht später Problemfelder auftreten“, so Holger Heinze, Fachbereichsleiter der Stadt für Bauen und Planen. „Dabei gilt es, mit Augenmaß die Schaffung von Wohnraum in ein hochwertiges städtebauliches Umfeld einzupassen und dabei die Interessen von Stadt und Investoren abzuwägen“, erläutert er die Komplexität der Thematik. Diese Maßstäblichkeit in Sachen Nachverdichtung gilt für private Projekte ebenso wie für Baumaßnahmen der öffentlichen Hand.

Die enorm hohen Grundstückspreise, die in der Kurstadt aufgerufen werden, führen dazu, dass die Investoren ein Maximum an Wohnfläche aus den Grundstücken herausholen wollen. Und um der Stellplatzordnung gerecht zu werden, sind bei Neubauprojekten Tiefgaragenplätze Usus – die die Bauvorhaben nochmals verteuern.

Doch es gibt offensichtlich eine große Nachfrage nach hochwertigen Eigentumswohnungen im innerstädtischen Bereich, wie zwei Projekte zeigen, die derzeit am Hessenring realisiert werden. Kaum einer wird sich erinnern, was bis vor Kurzem unter der Hausnummer 78 zu sehen war: ein unbewohntes, baufälliges Wohngebäude, im Hof einige Garagen und ungenutzte Nebengebäude. Schon seit 1995 stand das schmale, aber tiefe Gelände zum Verkauf, doch lange wollte sich kein Investor an die gut 2000 Quadratmeter trauen.

Jetzt tut sich endlich etwas: Jeannette Kerstan, die sich mit ihrer Firma „Design for the Soul“ unter anderem darauf spezialisiert hat, die „Seele von Immobilien zu erspüren und zu entwickeln“, hatte die Idee zum „

Hofgarten 78

“-Konzept. Dieses knüpft an die historischen Stadtvillen des angrenzenden Sträßchens Im Hasensprung an, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der Gartenstadtbewegung entstanden waren und als erste Nachverdichtung bezeichnet werden könnten. Kerstan konnte mit ihrer Idee den Frankfurter Investor Gemi Wohnbau überzeugen, der die drei Stadtvillen mit insgesamt 16 Wohneinheiten von 50 bis 160 Quadratmetern nun realisiert.  

Zu einem „für die Lage und Ausstattung moderaten Quadratmeterpreis zwischen vier- und fünftausend Euro“, so Kerstan, sollen die barrierefreien Wohnungen 26 Tiefgaragenplätze, großzügige Terrassen und Südbalkone, viel Privatsphäre und geschützte Gartenhöfe bieten. Obwohl an der Hauptverkehrsstraße gerade erst der Spatenstich erfolgt ist, sind bereits 40 Prozent der Wohnfläche verkauft.

Ähnlich sieht es wenige Meter weiter auf der anderen Straßenseite aus. Am Hessenring 95 werden unter dem Projektnamen „Cube 38“ auf einem 2500 Quadratmeter großen Grundstück zwei Stadthäuser mit 38 barrierefreien Wohneinheiten von 54 bis 142 Quadratmetern und mit 57 Tiefgaragenplätzen gebaut. Wo zuletzt eine einzelne Person in einem Einfamilienhaus auf großem Grundstück lebte, entstehen insgesamt 3700 Quadratmeter Wohnfläche zu einem Durchschnittspreis von 4100 Euro pro Quadratmeter. Auch hier kann sich Projektentwickler Hähnlein & Krönert nicht über mangelnde Nachfrage beklagen, denn „mit Baubeginn sind bereits 34 der 38 Wohnungen verkauft“.

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