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Isabel Gregor (mit Ball) ist eine der Spielerinnen, die für die HTG in der 2. Bundesliga und der Regionalliga auflaufen sollen.

Falcons Bad Homburg

Nachwuchsförderung mit Hindernissen

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Die „Erste“ in der 2. Liga, die „Zweite“ in der Regionalliga – die Falcons haben sich etwas vorgenommen für die Basketball-Saison. Zwei erfahrene Spielerinnen sollen den Playoff-Teilnehmer bald zu Siegen in Berlin und Osnabrück führen.

Eigentlich haben die Verantwortlichen von Bad Homburgs Basketballerinnen gute Gründe, um gut gelaunt die neue Saison – es wird die schon vierte in der 2. Liga sein – anzugehen. Mit Point Guard Sasha Polishchuk (31 Jahre/Ukraine) und Power Forward Stephanie Furr (25/USA) haben die beiden vermutlich wichtigsten Spielerinnen der vorigen Spielzeit ihre Verträge verlängert. Mit Kristin Annawald und Jordis Wächter hat die Sportliche Leitung in enger Abstimmung mit Trainer Jay Brown bereits zwei Neuzugänge an Land gezogen (siehe Extra-Text). Für Basketball-Teams fast ungewöhnlich früh, beginnt die Runde doch erst am 29. September (mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger ASC Mainz). Zudem brennen mit Isabel Gregor (17 Jahre), Emma Rhein (17), Anna Krentz (18), Lejla Jugo (16) und Emily Johanns (18) fünf Talente auf ihre Einsätze. Fast täglich zu sehen im Feri-Sportpark, der großen Hitze zum Trotz.

Was den Elangeni Falcons jedoch die gute Stimmung etwas verhagelte, ist eine Maßnahme der Geschäftsführung und des Vorstandes der „2. Damen Basketball Bundesligen“ (DBBL). Nachdem die Einteilung der beiden Staffeln neu vorgenommen wurde, müssen die Bad Homburgerinnen deutlich größere Distanzen zurücklegen, um auswärts anzutreten.

„Notwendig wurde das vor allem aufgrund der Tatsache, dass nach Auf- und Abstiegen, neuen Kooperationen und Rückzügen von Teams am Ende nur noch 8 Mannschaften der alten Nord-Staffel übrig waren“, erläutert Liz Rhein aus dem Abteilungsvorstand der HTG. „Im Süden hingegen waren es 13 Teams, nachdem der ASC Theresianum Mainz und der TV 48 Schwabach Basketball ihr Aufstiegsrecht wahrgenommen hatten und die DBBL der BSG Basket Ludwigsburg eine zusätzliche ,Wildcard‘ für den Start in der 2. DBBL gab.“

Letzteres sei ziemlich überraschend gekommen, sagt Rhein. Nicht nur, dass die 2. Mannschaft des Deutschen Meisters (und Kooperationspartners) Rutronik Stars Keltern durch diese Wildcard offensichtlich in arge Personalnöte gekommen sei und schlussendlich sein Team nach dem offiziellen Meldeschluss doch noch zurückzog. „Es bewirkt vor allem auch, dass beide Staffeln mit einer unterschiedlichen Anzahl von Teams spielen werden“, moniert Rhein. Erst seit Kurzem stünden nach langem Hin- und Her die Einteilung und der Modus fest – sechs Wochen nach dem gewohnten Stichtag.

Interventionen seitens der Falcons bei der DBBL hätten nichts gebracht: Bad Homburg wurde – ebenso wie die Krofdorf Knights aus Mittelhessen und Aufsteiger ASC Mainz in die Nordstaffel eingeteilt. Auch der nachträgliche Rückzug von Keltern II und damit verbunden eine Süd-Liga mit nur noch neun Teams veranlassten die DBBL-Verantwortlichen nicht zu einer Änderung.

Die Falcons waren „not amused“. Die Mannschaft muss kostspieligere zeitaufwändigere Fahrten zu Auswärtsspielen zurücklegen. Es geht zum Beispiel nach Berlin, Osnabrück und Rotenburg (vor Hamburg). Das sei eine zeitliche und planungstechnische Herausforderung für die Verantwortlichen, vor allem vor dem Hintergrund, dass die 2. Mannschaft der HTG in die Regionalliga aufgestiegen ist – und im Süden spiele.

„Wir haben mindestens sechs Nachwuchsspielerinnen, die in beiden Teams auflaufen sollen und müssen“, sagt Rhein (die U-24-Regelung macht’s möglich). „Geografisch gesehen ist das jetzt natürlich eine Kreuz- und Quer-Reise durch Deutschland. Von Trier (Regionalliga) bis Berlin (Bundesliga). Nachwuchsförderung mit Hindernissen“ heißt es aus dem Management.

Aufgrund des Ärgernisses über die Neueinteilung geht also die Freude über die personellen Neuigkeiten fast etwas unter. Trainer Brown („Wir freuen uns, die beiden wieder an Bord zu haben“) zeigt sich voll des Lobes über seine beiden Führungsspielerinnen.

Sasha Polishchuk sei die beste Assistgeberin der vergangenen Saison und belege Platz sieben bei den Steals, „unser erfahrener General auf dem Feld“, sagt Brown. „Und Steph Furr ist unsere Arbeiterin – bei den Rebounds in der Liga auf Platz drei und beim Scoring auf Rang zehn.“

Die neue Einteilung, Staffel Nord (11 Teams): Elangeni Falcons Bad Homburg, Bender Baskets Grünberg, Krofdorf Knights, ASC Theresianum Mainz, GISA Lions SV Halle, BG 89 Avides Hurricanes (Rotenburg), GiroLive Panthers Osnabrück, ALBA Berlin, TG Neuss Tigers, BBZ Opladen, SG Bergische Löwen.

Süd (9 Teams): Rhein Main Baskets, SG Weiterstadt, TSV Towers Speyer-Schifferstadt, AXSE Bascats USC Heidelberg, BSG Basket Ludwigsburg, Burger Estriche Jahn München, DJK Don Bosco Bamberg, TV 48 Schwabach, TG Sharks Würzburg.

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