Wo sind in Bad Homburg die Orte, an denen der Nachwuchs mal eben eine frische Windel bekommen kann? Um diese Frage zu klären, arbeitet die Stadt derzeit an einer Karte.
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Wo sind in Bad Homburg die Orte, an denen der Nachwuchs mal eben eine frische Windel bekommen kann? Um diese Frage zu klären, arbeitet die Stadt derzeit an einer Karte.

Orte zum Stillen und Wickeln gesucht

Neue Karte soll Eltern von Kleinkindern helfen

  • vonNadine Klein
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Wer in Bad Homburg mit Säugling oder Kleinkind unterwegs ist, braucht ab und an einen sauberen Rückzugsort. Die Stadt will diese Informationen nun zusammentragen und in einer Karte veröffentlichen.

Bad Homburg -Stillen gilt als die natürlichste und beste Säuglingsernährung und fördert zudem die Gesundheit der Mütter - darin sind sich Experten einig. Fest steht auch: Wenn das Baby Hunger hat, will es jetzt und gleich etwas zu essen bekommen. Doch das Stillen in der Öffentlichkeit findet noch immer keine ungeteilte Akzeptanz. Dass sich das ändert, dazu wollen die Frühen Hilfen - das Netzwerk bietet Unterstützung und Hilfe in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren des Kindes - und das Stadtteil- und Familienzentrum Mitte beitragen: Mit einer Karte, die Plätze zum Stillen und Wickeln aufzeigen soll.

"Wir haben das Thema schon länger im Visier", sagt Barbara Martens, Neztwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen. Es gehe darum, dass es selbstverständlich werde, in der Öffentlichkeit zu stillen. "Die Stillbereitschaft in Deutschland liegt nur im Mittelfeld", führt Martens aus. Je selbstverständlicher das Stillen in der Bevölkerung werde, desto mehr werde es auch präferiert.

Auf der entstehenden Stadtkarte sollen Eltern außer geeigneten Orten zum Stillen auch solche zum Wickeln finden. Die Karte soll visuell ansprechend sein und auf die teilnehmenden Institutionen, Geschäfte, Cafés und Restaurants verweisen. "Unser gemeinsames Ziel ist es, unsere familienfreundliche Innenstadt für Bad Homburger sowie Besucher noch bekannter und attraktiver zu machen", sagt Daniel Matuschewski, Koordinator des Stadtteil- und Familienzentrums.

"Aktuell befinden wir uns in der Phase der Informationssammlung und erfragen bei unseren Kollegen von Stadt und Kur sowie anderen öffentlichen Institutionen, aber auch den Geschäften und Restaurants unserer lebenswerten Stadt entsprechende Voraussetzungen und Möglichkeiten", ergänzt Martens und führt weiter aus: "Interessierte Geschäfte und Institutionen, die mitwirken möchten und in die Stadtkarte aufgenommen werden wollen, können sich gerne bei uns melden." Wünschenswert sei, dass sich auch Orte finden, an denen Mütter nichts verzehren müssen. Aber klar sei auch, dass nicht überall die Möglichkeiten dazu gegeben seien, etwa weil gar kein Platz für ein oder mehrere Kinderwagen sei, weiß Martens um die Problematiken.

Auch in öffentlichen Gebäuden besteht Handlungsbedarf. "Im Rathaus gibt es in den Toiletten der Ladengalerie einen Wickelplatz, im Kurhaus leider noch nicht", nennt Martens ein Beispiel. Besser sieht es in der Stadtbibliothek aus. "Dort gibt es an beiden Standorten neben Wickelmöglichkeiten auch Rückzugsorte und eine Willkommenskultur zum Stillen", erläutert Martens.

Die Karte solle möglichst bald erscheinen, sagt Martens. Wünschenswert sei, dass sie sowohl digital als auch gedruckt publiziert werde. Doch das stehe noch nicht genau fest.

Erreichbar sind die Ansprechpartner für das Projekt wie folgt telefonisch oder per E-Mail:

Barbara Martens (Frühe Hilfen/Netzwerkkoordinatorin): (0 61 72) 9 08 31 76, barbara.martens@bad-homburg.de; Daniel Matuschewski (Koordinator Stadtteil- und Familienzentrum Mitte): (06172) 2 65 73 88, daniel.matuschewski@bad-homburg.de.

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