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Die 123 Plätze hinterm Technischen Rathaus ist derzeit noch für städtische Mitarbeiter reserviert. Sie müssen durch die Schranke links.

Parkplatz am Technischen Rathaus

Noch mehr Plätze am Bahnhof

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Ein Gastronom findet, dass am Bahnhof Parkplätze fehlen – daran ändert auch das Parkhaus jenseits der Gleise nichts. Die Politik will stadteigene Stellplätze opfern. Doch es gibt noch technische Hindernisse.

Ein Lokal im Bahnhof sollte eigentlich genug Kundschaft von Leuten haben, die mit der Bahn kommen. Sollte man meinen – vor allem abends, wenn auch mal das eine oder andere alkoholische Getränk konsumiert wird. Ins „Kofler & Kofler“ im Homburger Kulturbahnhof kommen aber offenbar die meisten Gäste mit dem Auto. Wenn sie denn kommen, denn finden sie in der Nähe keinen Parkplatz, suchen sich manche auch eine andere Gelegenheit zu speisen.

„Wenn am Bahnhof nicht bald weitere Parkplätze eingerichtet werden, mach’ ich abends zu“, erklärt Hausherr Peter Kofler. Wer ein À-la-Carte-Restaurant richtig betreiben will, braucht eine gleichmäßige Auslastung.“ Im Moment wisse er nicht, wie viele Köche er für einen Abend brauche, weil nie klar sei, ob er vier oder vierzig Gäste hat. Am Kulturprogramm im Speicher liege es nicht, das laufe gut – aber über Parkplatznot klagen die Gäste.

Die Homburger CDU hat sich Koflers Sorgen angenommen und in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses einen Antrag präsentiert, der einstimmig (eine Enthaltung) durchging. Demnach soll der Parkplatz hinter dem Technischen Rathaus, der derzeit von städtischen Mitarbeitern genutzt wird, abends und am Wochenende auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. „Damit nicht bis zum Morgen weitergeparkt wird, ist allerdings eine Bewirtschaftung, etwa durch die Kur- und Kongreß-GmbH, nötig“, präzisiert der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Roland Mittmann.

Im Moment kommen die Rathaus-Mitarbeiter mittels einer Karte durch die Schranke – und durch eine Lichtschranke wieder hinaus. In der angedachten Abendregelung müsste es andersherum sein: Die Schranke geht automatisch auf, und hinaus kommt der Besucher mit einem bezahlten Ticket. „Wir würden uns einen Entwerter ins Lokal stellen“, so Kofler. „Unsere Kunden könnten kostenlos parken.“

Folgt auch das Stadtparlament dem Votum des Ausschusses – vermutlich kommt es bereits am 9. Februar auf die Tagesordnung – , würde die Stadt den Platz an die Kur- und Kongreß GmbH verpachten. Diese müsste Ticketgeber und Kassenautomaten aufstellen sowie eine neue Schranke montieren, denn laut Peter Obrist, bei der Kur für die Parkhäuser zuständig, kann die jetzige Schranke nicht für die gewünschten Zwecke umgebaut werden.

Diese Investition muss die Kur wieder reinholen. Daher würde von 18 Uhr bis 6 Uhr der Nachttarif gelten – den übrigens auch die städtischen Mitarbeiter bezahlen müssen, denn sie haben den Stellplatz nach Worten von Rathaussprecher Andreas Möring nur während der Arbeitszeit gemietet. Laut Obrist ist auch angedacht, den Besuchern des Kulturspeichers einen Parkrabatt zu gewähren.

Der Parkplatz am Technischen Rathaus hat 123 Stellplätze, davon sind 107 an Rathaus-Mitarbeiter vermietet, sowie weitere fünf Behindertenstellplätze (drei vermietet). Die restlichen Plätze sind für Besucher vorgesehen.

Der Zeitpunkt für den politischen Vorstoß ist nicht ganz unlogisch: Der Parkplatz werde „ja relativ sicher nicht bebaut“, so Mittmann – wie berichtet, hat sich der Magistrat bereits gegen einen Neubau für die Stadtverwaltung an dieser oder einer anderen Stelle ausgesprochen. Auch denkt die CDU bereits an die Zeit, wenn am Bahnhof einmal der geplante Kino-Komplex steht: „Dann müssen wir entsprechend weniger Parkplätze bauen“, so Mittmann. Auch fielen ja bald die Parkplätze hinter der Post weg, wenn das Gebäude abgerissen wird.

Das extra vor einigen Jahren errichtete Parkhaus auf der anderen Seite der Gleise, das 24 Stunden geöffnet hat, scheint vielen Gästen zu weit weg zu sein; auch liegt ja ein dunkler Tunnel dazwischen. „Es ist ein Verschiebespiel“, weiß Obrist. „Die Menschen suchen immer den nächsten Platz.“ Apropos: Kofler kann sich auch vorstellen, Gäste direkt vor seinem Wintergarten parken zu lassen.

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