Tschaka! OB Alexander Hetjes (CDU, vorne) konnte seinen haushohen Sieg gestern Abend im Rathaus noch gar nicht recht fassen. Seine Herausforderer Armin Johnert, Alexander Unrath und Dr. Thomas Kreuder (von rechts) trugen das Ergebnis mit Fassung.
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Tschaka! OB Alexander Hetjes (CDU, vorne) konnte seinen haushohen Sieg gestern Abend im Rathaus noch gar nicht recht fassen. Seine Herausforderer Armin Johnert, Alexander Unrath und Dr. Thomas Kreuder (von rechts) trugen das Ergebnis mit Fassung.

Kommunalwahl

OB-Wahl: Hetjes holt knapp 60 Prozent in Bad Homburg

  • Anke Hillebrecht
    vonAnke Hillebrecht
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CDU-Oberbürgermeister Hetjes bleibt im Amt. Die Wahlbeteiligung der OB-Wahl in Bad Homburg liegt bei über 50 Prozent.

Bad Homburg -Alexander Hetjes bleibt Bad Homburgs Oberbürgermeister. Bei der OB-Wahl am gestrigen Sonntag setzte sich der CDU-Politiker (41) mit deutlichen 59,6 Prozent durch. Seine drei Herausforderer blieben abgeschlagen: der Kandidat der SPD, Dr. Thomas Kreuder, holte 15,7 Prozent, Alexander Unrath von den Grünen 13,7 und Armin Johnert, Fraktionschef der Bürgerliste Bad Homburg (BLB), 11,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,9 Prozent.

Still waren die drei Herausforderer in den Sitzungsraum im Rathaus gekommen, wo sich alle vier mit FFP2-Masken den Fragen der Journalisten stellte: Kreuder mit Eintracht-Schal, Unrath mit grünem Fahrradhelm; alle im schicken blauen Zwirn. Mit den Worten "Einen wunderschönen guten Abend!" und erhobenen Armen erschien sodann der Wahlsieger; nun wurden Fotos gemacht, im Hintergrund der enorm hohe schwarze Balken für Hetjes in der Präsentation der Ergebnisse.

"Bürgerbeteiligung hat zu Erfolg geführt"

Auch wenn von den 50 Wahlbezirken jenes im Kaiserin-Friedrich-Gymnasium erst am späten Sonntagabend ausgezählt war, so war schon kurz nach Schließung der Wahllokale klar: Hetjes hat einen souveränen Sieg eingefahren. "Sensationell" nannte er es selbst und "ein historisches Ereignis". Denn seitdem die Rathaus-Oberhäupter in Hessen direkt gewählt werden - seit 26 Jahren -, war in Bad Homburg kein Oberbürgermeister in eine zweite Amtszeit gegangen.

Hetjes machte vor allem den "neuen Politikstil" für seinen Erfolg verantwortlich: "Man muss die Bürger in politische Entscheidungen einbinden", sagte er. "Das müssen andere noch lernen - auch in meiner eigenen Partei", sagte er mit Blick auf Landes- und Bundespolitik. "Bad Homburg ist keine Schlafstadt", bekräftigte er. Die Kurstadt habe ein bundesweit einmaliges Potenzial, "das zu heben wir erst begonnen haben".

Der CDU-Politiker gestand aber auch ein, dass die Pandemie schwierige Rahmenbedingungen für seine Herausforderer geschaffen hatte. Für sie sei es schwierig gewesen, eine politische Öffentlichkeit zu schaffen. Die meisten Fraktionen hatten sich aus Vorsicht gegen einen Straßenwahlkampf entschieden.

Unter diesen Bedingungen sei er mit seinem "zweiten Platz eigentlich ganz zufrieden", sagte der SPD-Herausforderer Kreuder, der nicht einmal eine gewisse Bekanntheit durch ein Mandat im Stadtparlament hatte. In Bad Homburg sei es ihm geglückt, "entgegen dem Bundestrend" die Grünen zu überholen. Seiner Fraktion würde er eine Weiterführung der Koalition mit der CDU empfehlen.

Doch auch Alexander Unrath (Grüne) klang nicht allzu enttäuscht. Er freue sich, so der 35-Jährige, "als junger Kandidat so viele Stimmen bekommen zu haben". Die Themen Klimaschutz und Verkehrswende hätten doch viele Menschen bewegt. Als Stadtverordneter werde er weiterhin schauen, ob Versprochenes auch umgesetzt wird.

Das Ziel von Armin Johnert (BLB) war gewesen, Hetjes zumindest in eine Stichwahl zu bringen. Die wird es nun aber nicht geben, da der CDU-Politiker die absolute Mehrheit der rund 21 000 gültigen Stimmen holte. Er sei schon ein wenig enttäuscht, gab Johnert zu, "ich habe mir einen Tick mehr Stimmen erhofft". Er will Hetjes' "erster Kritiker" bleiben. "Sie werden mich nicht los." Gleichwohl sage ihm das Wahlergebnis, dass die BLB künftig die Mitte der Gesellschaft besser abdecken und mehrheitsfähiger werden müsse.

Alle vier Politiker bedankten sich beieinander, dass ein fairer Wahlkampf geführt worden sei. Das war vor sechs Jahren anders, als sich der damals noch nicht sehr bekannte Hetjes mit 61,5 zu 38,5 Prozent in einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Michael Korwisi (unabhängig/Grüne) durchsetzte. Anke Hillebrecht

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