Kuiose Debatte um ein Kunstwerk in Bad Homburg

Ein Fuß ohne Bestimmungsort

Die PPR-Kreuzung ist als Standort im Magistrat durchgefallen. Hier konnte sich die CDU nicht durchsetzen. Nun wird spannend, wie sich die anderen Parlamentarier verhalten. Es gibt einen neuen Favoriten...

Bad Homburg -Wo wird das von Stadt angekaufte "Blickachsen"-Kunstwerk "Big Half Foot" künftig stehen? Das ist weiterhin ungewiss, nachdem am vergangenen Montag in der Magistratssitzung der vom Kulturausschuss empfohlene Standort PPR-Kreuzung durchgefallen ist. Anders als im Ausschuss hat die CDU dort nicht die absolute Mehrheit, und da sich niemand außerhalb der CDU mit der vielbefahrenen Kreuzung als Kunst-Standort anfreunden kann, scheiterten die Christdemokraten.

Den sechs CDU-Stimmen (eine Unionsvertreterin fehlte) standen sieben Anti-Stimmen gegenüber: Die beiden Grünen sowie Stadträtin Beate Fleige (BLB) votierten für den Hindenburgring/Ecke Heuchelheimer Straße als Standort; die drei SPD'ler sowie Ulrich Cannawurf (FDP) machten sich für den Philippsgarten stark.

Spannend wird nun das Stimmenverhältnis in der Stadtverordnetenversammlung. Dort stimmen auch die acht Fraktionslosen mit. Wären sämtliche Stadtverordneten am 25. Juni anwesend und votierten alle außerhalb der CDU gegen die PPR-Kreuzung, so wäre das Stimmenverhältnis 27:22 gegen die Kreuzung. Doch selbst in der CDU soll die Lösung PPR-Kreuzung umstritten sein.

Manche Fraktionslose haben bereits eine Meinung. Ein "Etappensieg der Vernunft" sei die Uneinigkeit im Magistrat, so der frühere FDP'ler Wolfgang Hof. Nun will er verhindern, dass der Antrag mit der Empfehlung "PPR-Kreuzung" doch noch in der Tagesordnung II ohne Aussprache durchflutschen könnte. Mit einem Änderungsantrag will er dafür sorgen, dass die 100.000 Euro teure Skulptur endlich in Bad Homburg Fuß fassen kann. "Ich werde den Philippsgarten vorschlagen", so Hof, der hofft, dass ihm möglichst viele Stadtverordnete folgen, ohne Fraktionszwang: "Das ist eine rein fachliche Entscheidung." Koalitionskrach wegen des Fußes? "Das hätte Charme", findet Hof.

Auch Peter Braun wird gegen die PPR-Kreuzung stimmen. Einen Parkplatz als Standort für eine Skulptur vorzuschlagen sei eine Abwertung dem Kunstwerk und eine Respektlosigkeit dem Künstler gegenüber. "Es geht nicht darum, dieser Skulptur einen würdigen Platz zu geben, sondern darum, diesen Platz zu verschönern", so der fraktionslose Vize-Stadtverordnetenvorsteher. Dass Claudia Kott (CDU) argumentiere, Dornholzhausen habe ein Kunstwerk eingebüßt und müsse wieder eines bekommen, sei "Sandkastenmentalität".

Viel würdiger sei der Philippsgarten, so Braun, auch wenn er noch gar nicht existiert. "Selbst wenn die Skulptur vorerst auf dem Acker platziert wäre, hätte dies einen weitaus ästhetischeren Anblick und wäre ein wertiger Anfang für den Skulpturengarten, der dort entstehen soll." Auch die Rasenfläche Hindenburgring/Heuchelheimer Straße in der Nähe zum Schloss, am Beginn der Tannenwaldallee sei ein besserer Standort. CDU und SPD sollen sich einigen, bevor sich das Thema zu einer Lokalposse entwickele - wenn es das nicht schon hat.

VON anke hillebrecht

Bad Homburg plant einen 35 Hektar großen Bürgerpark an der Tannenwaldallee.

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