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IEine Fahrradfahrerin fährt an der Fahrbahnmarkierung eines Fahrradweges vorbei.

Promenade

Parlament diskutiert über Radwege und Straßensperrungen

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BLB und Grüne wollen in Sachen Radverkehr Nägel mit Köpfen machen. Den OB verwundert das, schließlich habe man sich bereits auf Testphasen für die Promenade geeinigt.

Bad Homburg und die Radfahrer sind auch so ein Kapitel für Michael Endes „Unendliche Geschichte“. Seit gefühlten Ewigkeiten wird darüber diskutiert, wie das Radeln in der Kurstadt attraktiver gestaltet werden könnte. Über Monate tagte ein Arbeitskreis und entwarf unterschiedliche Ideen. Kürzlich fand die letzte Sitzung statt, demnächst sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden. Der BLB geht das alles nicht schnell genug – und so stellte Manfred Heckelmann in der jüngsten Parlamentssitzung den Antrag, dass der Magistrat noch in diesem Jahr prüfen möge, ob und wann die Kaiser-Friedrich-Promenade (zwischen Friedrichstraße und Schwedenpfad) zur Einbahn- und Fahrradstraße umgewidmet werden könnte.

„Auf den ersten Blick eine attraktive Lösung“, sagte dazu Roland Mittmann (CDU). Er gab jedoch zu bedenken, dass eine solche Verkehrsführung den Busverkehr vor Probleme stellen könnte – vor allem wenn die Louisenstraße wegen Festivitäten gesperrt ist. Der Verkehrsexperte der SPD, Fraktionschef Jürgen Stamm, warnte vor Stückwerk. „Wir müssen die gesamte Tangente betrachten, ein Schnellschuss ist da nicht zielführend“, betont Stamm.

Im Arbeitskreis sei die Promenade die am meisten diskutierte Straße gewesen, da es diverse Punkte zu berücksichtigen gebe. So müsse man auch die Vorstellungen der Anlieger und Geschäftsleute berücksichtigen. „Wir können nicht nur den Radverkehr betrachten, sondern müssen auch die anderen Verkehrsteilnehmer beachten“, so Stamm weiter.

Die Grünen jedoch gingen noch einen Schritt weiter als die BLB. Sie wollen nicht mehr prüfen, sondern loslegen. Per Änderungsantrag forderten sie den Magistrat auf, die Promenade durchgängig als Fahrradstraße auszuweisen und in absehbarer Zeit für den Durchgangsverkehr zu sperren (zwischen Kisseleffstraße und Seedammweg). Die Promenade sei die wichtigste Achse für den Radverkehr, „da sollten wir jetzt keine halben Sachen machen“, forderte Margit Corbeaux.

OB Alexander Hetjes (CDU) konnte die Anträge von BLB und Grünen nicht nachvollziehen, da man sich bei der letzten Tagung des Arbeitskreises gemeinsam auf ein Vorgehen geeinigt habe. So soll es von Oktober an verschiedene Testphasen geben, in denen unterschiedliche Verkehrsführung für die Promenade gutachterlich untersucht werden sollen.

Für FDP-Fraktionschef Wolfgang Hof gehen die Pläne für eine Fahrradstadt ohnehin zu weit. „Auch eine Testphase wird nichts daran ändern, dass die Promenade die zweitwichtigste Erschließungstraße in unserem Straßendorf ist und bleiben wird.“ Letztlich wurden beide Anträge mehrheitlich abgelehnt.

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