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Nur die Züge im Berufsverkehr bestehen aus mehreren aneinander gekoppelten Triebfahrzeugen. Tagsüber verkehren Kurzzüge.

Immer mehr Kurzzüge

Pendler klagt über überfüllte Taunusbahnen

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Drangvolle Enge herrscht immer wieder in einzelnen Zügen der Taunusbahn, die aus dem Usinger Land in Richtung Vordertaunus rollen. Das sorgt vor allem für Verdruss bei Stammkunden und Pendlern. Die Hessische Landesbahn als Betreiber kennt den Grund.

Ab Sonntag gilt ein neuer Fahrplan. Der RMV kündigt einen neuen Spätzug in den „Partynächten“ von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag an. Der neue Zug verlässt Grävenwiesbach um 23.07 Uhr in Richtung Bad Homburg. In der Gegenrichtung wird ab Bad Homburg ein weiterer Zug um 0.49 Uhr ins Usinger Land angeboten. Dieser wartet den Anschluss von der aus Frankfurt kommenden S-Bahn ab.

Neue Züge in den Nachtstunden bringen aber den Pendlern nichts, die zuletzt vermehrt mit kürzeren und entsprechend vollen Zügen leben müssen. So schickte uns TZ-Leser Dieter Rethmeyer Ende vergangener Woche ein Foto aus der Taunusbahn.

Zu sehen war der Innenraum des Zuges, in dem sich die Fahrgäste wie Sardinen in der Büchse, zwischen den Sitzen im Gang und im Eingangsbereich des Zuges drängten. „Ich war am frühen Vormittag auf dem Weg nach Bad Homburg unterwegs. Seit kurzem fährt der Zug um Viertel nach neun Uhr nur noch als Kurzzug und ist regelmäßig voll“, so Rethmeyer.

Fahrgäste werden gezählt

Am Donnerstag war es demnach noch schlimmer, weil eine Schulklasse aus Neu-Anspach auf dem Weg zu einer Theateraufführung unterwegs war. An den Haltestellen Saalburg, Köppern und Seulberg sah der Wehrheimer einige Reisende, die von Tür zu Tür liefen, um irgendwie in den Zug zu gelangen.

Hauptärgernis sei es, dass seit geraumer Zeit immer mehr Kurzzüge unterwegs seien und nicht mehr zwei aneinander gekoppelte Triebfahrzeuge unterwegs sind. Nach Anruf bei Hessischen Landesbahn als Betreiber der Taunusbahn habe man als Begründung für die Qualitätsverschlechterung „Kapazitätsanpassung“ als Antwort erhalten.

„Ich halte es für eine Unverschämtheit, den Reisenden eine solche Enge im Zug zuzumuten. Und das ausgerechnet dann, wenn der nächste Zug erst eine Stunde später verkehrt,“ schimpft der TZ-Leser. Woran liegt es also, dass auf der RMV-Linie RB 15 aktuell vermehrt Kurzzüge eingesetzt werden?

„Der RMV plant den Einsatz der Fahrzeuge nach regelmäßig stattfindenden Fahrgast-Zählungen“, erläutert HLB-Pressesprecherin Sabrina Walter auf TZ-Anfrage. Grundlage der Entscheidung über die Länge des eingesetzten Zuges, ist es demnach, wie viele Personen die entsprechende Verbindung regelmäßig nutzen.

„Nach den Herbstferien haben wir deshalb außerhalb der Hauptverkehrszeiten den Betrieb im Auftrag des RMV von einer Doppel- zu einer Einfach-Traktion umgestellt“, teilt Walter mit. „Sporadisch stattfindende Gruppenausflüge werden bei den Zählungen nicht berücksichtigt.“

Der betreffende Zug (um 9.13 Uhr) verkehre außerhalb der Hauptverkehrszeiten und sei deshalb als Kurzzug eingesetzt worden. „Grundsätzlich haben Gruppen aber die Möglichkeit, sich vor Reisebeginn bei der HLB über Reisemöglichkeiten mit höheren Kapazitäten zu informieren“, so die Pressesprecherin. Engpässe beim Einsatz der betreffenden, mittlerweile über 25 Jahre alten VT-E2 Triebwagen wegen altersbedingter Defekte gebe es keine, sagte sie auf Nachfrage. Natürlich seien die kastenförmigen VT-E2 Triebwagen aufgrund ihres Alters anfälliger. Die HLB bemühe sich um eine verstärkte Wartung, damit es nicht zu Ausfällen oder Defekten kommt.

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